FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

OBERLIGA

DIE SERIE HÄLT AUCH IN STAAKEN

Mit einem 2:1 beim SC Staaken bleibt der FSV Optik das zehnte Spiel in Folge ungeschlagen.

Jonas Borkowski spielte nach seiner langen Verletzungspause erstmals in einer Oberligapartie die kompletten 90 Minuten durch. Foto: Michel Grabowski

Es war einiges anders an diesem Spieltag. Auf dem Rasen erhielt Tom Sebastian seine verdiente Chance im Tor, Jonas Borkowski spielte erstmals in einer Oberligapartie die kompletten 90 Minuten durch. Eigentlich sogar 99, aber dazu später. Auf den Rängen herrschten fast ausgeglichene Verhältnisse. Knapp die Hälfte der 102 Besucher hielt zu Rathenow. Die kürzeste Auswärtsfahrt? Nicht für alle. Die Großeltern von Jakob Reichenbach waren extra aus Nürnberg angereist.

"Kein Sommerfußball", so hatte es Ingo Kahlisch im Vorfeld angekündigt. Seine Jungs beherzigten das, genau 20 Sekunden dauerte es bis zum ersten Torabschluss von Shpetim Xhaka. Der FSV blieb in der Folge dominant. Staaken lauerte auf Konter, wurde in der 18. Minute einmal gefährlich. In der ersten halben Stunde sahen die Fans beiden Mannschaften an, dass sie Fußball spielen wollten, es gab kaum Unterbrechungen.

Beim bis dahin einzigen echten Foul zeigte Schiedsrichter Nico Lorenz Übeltäter Ali Elmahdawi sofort Gelb und hatte wieder Ruhe auf dem Kunstrasen. Kurz darauf die hundertprozentige Chance für die Gäste. Mit einem Zuckerpass setzte Momo El-Ahmar Shai Neal in Szene. Shai lief ganz allein auf Lukas Hesse zu, kam aber nicht am Ex-Optiker vorbei.

Vorbei - das war das Spiel nach 33 Minuten für Sebastian Gigold. Er wurde im Mittelfeld von Shpetim Xhaka gefoult, bekam auch völlig zurecht den Freistoß. Dann aber sprang Gigold auf und stieß Xhaka mit beiden Händen zu Boden. Glatt Rot war die einzig logische Konsequenz. Total ärgerlich und unnötig aus Rathenower Sicht mischte sich Marouan Zghal in die Szene ein und sah seine fünfte Gelbe Karte. Das galt auch für Przemyslaw Tobola, der sich kurz nach der Pause eine Rangelei mit Nicolaus Zurawik lieferte. Hier kamen beide mit Gelb davon.

Insgesamt durften die Rathenower Anhänger aber in Punkto Fairplay zufriedener sein, die Mannschaft agierte weitgehend diszipliniert. Dafür lief es im Spiel nach vorn eine Weile gar nicht. Hinten stand man weiter sicher, aber mit zwei Ausnahmen. Schon in der 50. Minute hatte der SCS eine klare Konterchance, Efraim Gakpeto schoss knapp vorbei. Besser machte er es beim 1:0, da köpfte Gakpeto einen Freistoß von Louis Anthony Guske unhaltbar in die Maschen.

Nun zeigte Optik Kämpferqualitäten. Mit viel Leidenschaft stemmten sich die Jungs gegen die drohende Niederlage. Auch konditionell war man gegen die dezimierten Gastgeber überlegen. Natürlich spielte Staaken bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf Zeit, dies aber recht geschickt und nicht so übertrieben, dass der Referee eingreifen musste.

Zum Buhmann wurde der Schiedsrichter dennoch. Knapp zehn Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit gewann Marcito Vicente unmittelbar an der Eckfahne einen Zweikampf gegen David Koschnik. Wütende Rufe von der in der anderen Hälfte stehenden Staakener Trainerbank, ein klares Foul von Vicente sei es gewesen. Der direkt am Tatort stehende Schiedsrichterassistent signalisierte seinerseits sofort, dass alles korrekt abgelaufen sei. So konnte Isaac Akinsete das Leder in die Mitte spielen, wo Jerome Leroy zum 1:1 ins lange Eck schoss.

Optik gab sich mit dem Remis nicht zufrieden. Eine wahre Eckenserie folgte. Die vielen Karten, einige Verletzungsunterbrechungen, Wechsel - Schieri Lorenz zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an. Drei waren um, da wurde Shpetim Xhaka im Strafraum gelegt. Hier konnte kein Zweifel bestehen, der Pfiff kam sofort. Der Kapitän übernahm die Verantwortung, schickte Lukas Hesse in die falsche und den Ball in die richtige Ecke. Das 1:2 wurde ausgiebig bejubelt und so war nach Ablauf der angezeigten Nachspielzeit logischerweise immer noch nicht Schluss. Noch in der 97. Minute ein Torschuss von David Koschnik. Tom Sebastian hielt und dann durfte endlich der Auswärtssieg gefeiert werden.

Nach dem Ende beruhigten sich die Gemüter wieder. Genauso freundlich wie der FSV-Tross von jedem Staakener Mitarbeiter begrüßt wurde, wurden Spieler, Offizielle und Fans auch wieder verabschiedet.

Ingo Kahlisch: "Ein schwieriges, von Emotionen getragenes Spiel haben wir verdient gewonnen. Wir hatten ja vorher gesagt, wir wollen hier keinen Sommerfußball anbieten. Ich denke, die Jungs haben es ordentlich gemacht, sich die meiste Zeit an die Marschroute gehalten und sind nach hinten raus bis zum Schluss gerannt."

Bilder vom Spiel

Staaken: Hesse - Lessel (G), Flemming (90.+5 Ebert), Koschnik (G), Zurawik (G) - Martens, Elmahdawi (G/76. Engst), Gigold (33. R), Guske (G/90.+5 Waltersdorf) - Hofmeister, Gakpeto

Rathenow: Sebastian - Akinsete, Gerlach, Reichenbach, Tobola (G / 66. Bateman) - Xhaka, El-Ahmar (G / 46. Njie) - Borkowski, Leroy, S. Neal (66. Vicente/G) - Zghal (G / 46. N. Neal)

Tore:
1:0 Efraim Gakpeto (69.)
1:1 Jerome Leroy (81.)
1:2 Jerome Leroy (90.+4/FE)