FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

OBERLIGA

ZUM NEUNTEN MAL UNGESCHLAGEN

Trotz früher 2:0-Führung reicht es für Optik gegen Mahlsdorf am Ende nur zu einem 2:2.

Jakob Reichenbach klärt vor Eintracht-Kapitän Christoph Zorn. Foto: Michel Grabowski

Auch im neunten Punktspiel in Folge blieb der FSV Optik ungeschlagen. In der Partie gegen den Tabellenvierten Mahlsdorf war neben viel Kampfgeist diesmal auch ein wenig Glück dabei.

Dass Leidenschaft nötig werden würde, war beim Blick auf die Aufstellungen klar. Die Berliner kamen mit einer riesigen Erfahrung ins Havelland. Nur fünf Kicker, die auf dem Spielberichtsbogen aufgelistet waren, fielen unter die U23-Regel. Zum Vergleich: Der gesamte Rathenower Kader umfasst gerade vier Spieler, die über 23 sind.

Davon war auf dem Platz zunächst nichts zu spüren. Denn nachdem Simeon Hawwary ein Solo von Toby Michalski entschärft hatte, ging Optik innerhalb von Sekunden mit 2:0 in Führung. Zunächst drehte Jerome Leroy einen Freistoß sehenswert um die Mauer ins Netz. Und gleich darauf schaltete Shai Neal nach einem schlampigen Spielaufbau der Gäste schnell, bediente Marouan Zghal, der sich noch Keeper Niklaas Seifarth ausguckte und ganz platziert ins Eck schoss.

Eintracht machte unbeirrt weiter, ließ aber selbst klarste Gelegenheiten liegen. Christoph Zorn und Youssef Labbouz scheiterten mehrfach am starken FSV-Torhüter.

Trotzdem stand es nach äußerst unterhaltsamen 45 Minuten 2:2. Der Schuss von Nils Stettin kam genau auf Simeon Hawwary, doch Justin Gerlach fälschte das Leder unhaltbar zum 2:1 ab. Und wenig später erhielt der BSV einen Strafstoß, der absolut berechtigt, aber komplett unnötig war. Przemyslaw Tobola hatte Jason Rupp im Strafraum umgestoßen, obwohl hinter dem Berliner Offensivmann noch zwei Verteidiger standen. Simeon Hawwary ahnte die Ecke, war auch mit der Hand am Leder, konnte den Einschlag zum 2:2 letztlich doch nicht verhindern.

So wie das Spiel rauf und runter ging, war das Ergebnis zur Pause völlig korrekt.

Nach dem Wechsel sah es etwas anders aus. Jetzt machte Eintracht den Druck, den man von einer Spitzenelf erwartet. Niko Neal setzte nach 53 Minuten noch einmal einen offensiven Akzent, sein Abschluss landete am Außennetz.

Ansonsten war Mahlsdorf nun ganz viel in der Vorwärtsbewegung. Mehrfach konnte sich Simeon Hawwary auszeichnen, noch öfter klärte Rathenows Defensive schon vor dem Strafraum. Und in der 56. Minute kam noch das Glück, das bekanntlich nur der Tüchtige hat, hinzu. Nach einer feinen Kombination konnten die Gäste durch Jason Rupp aus vier(!) Metern abschließen. Rupp schoss Hawwary an, Chance vertan.

Wenn auch nach vorne nicht mehr so viel ging, einmal durften die Fans noch jubeln. Eine Viertelstunde vor Schluss gab es nämlich einen Wechsel. Fast auf den Tag genau 13 Monate nach seiner Horrorverletzung kam Vladislav Lukanov auf den Platz.

Der stemmte sich gemeinsam mit allen anderen bis zur 90. Minute gegen die drohende Niederlage. Da waren alle, einschließlich Simeon Hawwary, ohne Abwehrchance. Ein Diagonalpass rutschte durch bis zum völlig freistehenden Ian Kroh. Dessen Abschluss flog aber weit vorbei, damit war das 2:2 der Endstand.

Lucio Luciano Geral: "Zu Beginn war das eine kalte Dusche für uns. Wir haben Ballbesitz, kassieren aber durch einen Freistoß und einen Fehler im Zentrum zwei Tore. Zumindest haben wir den charakterlichen Test bestanden. In der zweiten Halbzeit haben wir ein anderes Gesicht gezeigt. Viel erwachsener von der Spielweise, viel aufopferungsvoller vom Kampf. Ich denke, wir hätten den Sieg verdient gehabt. Mit nur 95 Prozent wie zu Beginn, das reicht in der Oberliga nicht. Aber auch das nehmen wir mit aus diesem Spiel."

Ingo Kahlisch: "Gegen einen spielstarken Gegner haben wir sehr gut angefangen. Unser Spiel nach vorne war da so, wie wir uns das für die Zukunft vorstellen. Die Gegentore waren erst Pech, dann unnötig. In der zweiten Hälfte haben wir mit uns den Punkt mit Leidenschaft und Willen regelrecht erkämpft. Neunmal in Folge ungeschlagen - heute darf man mal sagen, alles in Ordnung."

Vladislav Lukanov: "Ich bin einfach nur erleichtert nach der langen Leidenszeit!"

Bilder vom Spiel

Video vom 1:0

RATHENOW: Hawwary - Akinsete, Gerlach, Reichenbach, Tobola (69. Vicente) – El-Ahmar (G), Njie – N. Neal (69. Borkowski), Leroy, S. Neal (86. Tchienguin Touko/G) – Zghal (75. Lukanov)

MAHLSDORF: Seifarth – Stettin, Rode, Fazlic (G), Labbouz – Rupp, Thiel (G), Michalski (46. Kroh/G), Kanther (74. Spangenberg) – Zorn, Stephan (G/86. Mrkaljevic)

TORE:
1:0 Leroy (8.)
2:0 Zghal (10.)
2:1 Stettin (20.)
2:2 Stephan (26./FE)