FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

OBERLIGA

ZUM SECHSTEN MAL UNGESCHLAGEN

Optik gelingt beim 3:0 gegen den RSV Eintracht Stahnsdorf der erste Heimsieg der Rückrunde.

Simeon Hawwary verhinderte in der Anfangsphase den Rückstand. Foto: Michel Grabowski

Justin Gerlach war entgegen aller Prognosen doch dabei und am Ende bester Akteur auf dem Platz. Dagegen fehlte der erkrankte Trainer Ingo Kahlisch. Für ihn übernahm der sonst als Co agierende Sven Ahlendorf.

Dem konnte zu Beginn Angst und Bange werden. Schon nach wenigen Sekunden musste Simeon Hawwary gegen Dominik Kruska Kopf und Kragen riskieren, um einen Rückstand zu verhindern. Die Gäste waren in dieser Anfangsphase dominierend.

Erst nach gut zehn Minuten gab es einen Warnschuss durch Jerome Leroy, der sein 444. Pflichtspiel für Rathenow bestritt. Kurz darauf lag Optik mit 1:0 vorne. Und zwar durch eine Szene, an die sich nur die ältesten Fußballfreunde erinnern dürften. 1982 boxte sich beim Spiel Werder Bremen - Bayern München Torhüter Jean-Marie Pfaff einen Einwurf von Uwe Reinders selbst ins Netz. 42 Jahre später war es fast identisch. Przemyslaw Tobola mit einem ganz langen Einwurf, der ohne Zwischenberührung an den Pfosten flog. Beim Nachfassen bugsierte Daniel Hemicker sich den Ball ins Netz.

Da sah Simeon Hawwary auf der anderen Seite nach einem Aluminiumtreffer wesentlich souveräner aus. Der Abschluss von Alexander Möhl knallte an den Pfosten, beim Nachschuss von Lennard Quanz bekam Simeon de Fäuste rechtzeitig hoch.

Chancen gab es weiterhin von beiden Teams, die Klarste hatte unabsichtlich der RSV. Dominik Kruska wollte flanken, die Flugkurve des Balles wurde länger und länger und endete am Lattenkreuz.

Ansonsten ging das Duell der beiden Keeper eindeutig zu Gunsten des Rathenowers aus, der nicht nur sämtliche Schüsse parierte, sondern auch sehr aufmerksam mitspielte. Sein Gegenüber leistete sich nach dem Eigentor einen zweiten, spielentscheidenden Fauxpas. Und dabei wurde es komplett unübersichtlich...

Shai Neal setzte sich ganz knapp vor dem Pausenpfiff auf der rechten Seite durch. Seinen Schuss hielt Daniel Hemicker, ließ das Leder jedoch prallen. Marouan Zghal setzte nach, doch auch sein Versuch wurde aufgehalten. Wie es aussah, von einem Feldspieler und mit der Hand. Also Rot und Elfmeter? Nein, denn die Fahne des Assistenten war sofort oben. Also Abseits? Wieder falsch. Die Auflösung: Die regelwidrige Rettungstat erfolgte hinter der Linie, der Ball war drin. So ging es mit 2:0 in die Kabinen.

Nach dem Wechsel stand Optik konzentriert und zweikampfstark jedem Gästeangriff im Weg. So lagen zwischen dem gerade noch geblockten Konter von Niko Neal auf der einen (58.) und dem Kopfball von Saheed Mustapha (knapp vorbei, 79.) auf der anderen Seite 21 Minuten ohne Torgefahr. Aber nicht ohne interessante Szenen.

Immer wieder konnte sich Optik geschickt vom Stahnsdorfer Druck befreien. Lediglich der letzte Pass kam zu oft nicht an, dadurch verpasste der Gastgeber die endgülige Entscheidung.

Die kam dann doch noch. Ein tolles Tor des Capitano in seinem Jubiläumsspiel wurde eingeleitet von Justin Gerlach. Mit dessen Steilvorlage zog Shai Neal los, legte quer auf den besser postierten Jerome Leroy, der sich wiederum den Keeper ausguckte. Unmittelbar neben dem Pfosten schlug das Leder zum 3:0 ein. Damit wurde, wie schon gegen Wismar, das Hinspiel-Ergebnis gedreht.

Sven Ahlendorf: "Leider haben wir die Anfangsphase ein bisschen verschlafen. Da war Simeon ein großer Rückhalt. Dann haben wir ins Spiel gefunden, geduldig agiert und auf unsere Chance gewartet. Beim ersten Tor war Glück dabei, das zweite fiel zum optimalen Zeitpunkt. In der zweiten Halbzeit wollten wir kompakt stehen und kontern. Das hat geklappt, aber die Konter wurden teils schlecht ausgespielt. Dadurch fiel das 3:0 erst sehr spät."

Jerome Leroy: "Heute waren wir vor allem körperlich gut, auch wenn wir zu Beginn erst wachgeküsst werden mussten. Da hat Simeon den Rückstand verhindert. Dann haben wir uns die Zweikämpfe geholt und nach vorne ordentlich gearbeitet. Das 1:0 war glücklich, aber irgendwie ja auch von uns erzwungen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann so gut wie nichts mehr zugelassen. Über 90 Minuten war das schon ordentlich. Nur die Konter müssen wir noch besser ausspielen, da haben wir noch nicht so erwachsen gespielt. Ich denke, es war ein hochverdienter Sieg nach ordentlicher Leistung. Und eins noch, wir haben heute in der Kabine gesagt, wir spielen für den Trainer. Vielleicht hilft ihm das bei der Genesung."

Bilder vom Spiel

RATHENOW: Hawwary - Njie, Gerlach, Reichenbach, Tobola (G/81. Pistol) – Xhaka (G), Bateman – S. Neal (G), Leroy (90.+2 Vicente), N. Neal (72. Kabuya) - Zghal (81. Borkowski)

STAHNSDORF: Hemicker – Roßbach, Mustapha, Matjaz (G) – Rauch (41. Anders/G), Kausch – Möhl (41. Fron), Kruska, Hasenberg (81. Neumann) – Quanz (61. Wolf), Nwatu (61. Krüsemann/G)

TORE:
1:0 Daniel Hemicker (14./ET)
2:0 Marouan Zghal (45.)
3:0 Jerome Leroy (87.)