FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

OBERLIGA

GUTE SPIELANLAGE REICHT NICHT

Bei Tasmania Berlin spielt Optik gut mit, kassiert aber zu einfache Tore und verliert mit 1:3.

Foto: Archiv

Unnötig, umstritten, selbst verschuldet - die Niederlage des FSV Optik beim SV Tasmania hielt von allem etwas bereit. Das 3:1 lässt sich als Endergebnis nur schwer einordnen.

Viel Aufregung gab es schon vor dem Anpfiff. Der für die Startelf vorgesehene Niko Neal musste nach dem Aufwärmen mit Oberschenkelproblemen passen. So hieß es im Laufschritt zur Schiedsrichterkabine - Aufstellung ändern. Diese Aufregung merkten die gut ein Dutzend Rathenower Anhänger unter den offiziell 68 Zuschauern der Mannschaft aber nicht an.

Denn sofort übernahm Optik die Initiative. Freistoß Justin Kabuya (Maxim Hertel hält), Schuss Marouan Zghal (Rico Steinhauer klärt geradeso zur Ecke) - nach nicht einmal zehn Minuten gab es bereits zwei gute Möglichkeiten zu notieren.

Sehr ärgerlich, weil doppelt umstritten, gingen die Blau-Rot-Weißen mit ihrer ersten Offensivaktion in Führung. Nach einem (von außen) korrekt aussehenden Zweikampf gab es nicht nur Freistoß kurz vor dem Strafraum für die Gastgeber, sondern sofort Gelb für Joshua Bateman. Den Versuch von Daniel Kaiser hielt Simeon Hawwary bravourös.

Nach der anschließenden Ecke flog der Ball wie eine Flipperkugel gegen zahlreiche Beine. Aber wirklich nur gegen diese? Der Ex-Rathenower Emil Gustavus schob letztendlich zum 1:0 ein. Sofort gab es massive Proteste der Gästespieler, ein klares Handspiel sei dem Treffer vorangegangen. Die Fahne des Assistenten blieb unten und Schiedsrichter Albert Lehmann hatte in dem Gewühl nichts Strafwürdiges erkannt. Somit zählte das Tor.

"Nicht straf(stoß)würdig", hieß es wenig später leider auch auf der anderen Seite wieder zu Ungunsten des FSV. Justin Kabuya war im Strafraum zu Fall gekommen. Nun zeigten die Gäste einige Minuten lang Wirkung, Simeon Hawwary musste gegen den freistehenden Batikan Yilmaz in höchster Not retten.

Der sorgte mit der letzten Aktion vor der Pause dann doch für das 2:0. In einer Phase, als sich Optik längst wieder gefangen hatte, meist die bessere, durchdachtere Spielanlage zeigte, staubte Yilmaz ab. Dass auf glattem, nassen Rasen bei Dauerregen ein Torhüter auch mal einen Ball nicht festhalten kann, sollte allerdings eine Oberliga-Defensive wissen, der Tasmania-Stürmer stand komplett blank.

In der zweiten Halbzeit war Lucas-Pascal Härtel der Erste, der notiert wurde. Der Physio der Berliner eilte ohne Zögern auf den Platz, als Marouan Zghal nach einem Foul verletzt am Boden lag, und vertrat den abwesenden Alexander John.

Anschließend wurde wieder Fußball gespielt, und wieder von Rathenow besser. Erneut zeigte sich das Manko, die fehlende Torgefahr. Einzig Shai Neal forderte Maxim Hertel zu einer Rettungstat, anschließend fehlte auch das Quentchen Glück. Anders als beim 2:0 der Gastgeber fiel der nach vorn springende Ball nämlich Marouan Zghal nicht auf den Fuß.

Während Optik das Spiel machte, machte Tas das nächste Tor. Neil-Nigel Bier hatte es mit Sicherheit schon schwerer, den Ball im Netz zu versenken, wieder einmal machte es der FSV dem Gegner viel zu leicht. Bier musste nach einem Gestocher nur noch den Schlappen zum 3:0 hinhalten.

In den folgenden Minuten, so ehrlich muss man sein, hätte es ganz böse werden können. Ensar Bekdemir, Darryl Geurts, Glodi Zingu und nochmals Neil-Nigel Bier hätten für die Hauptstädter erhöhen können, ja müssen. Unfassbar dabei der Abschluss von Geurts, der vier Meter vor der Linie genauso weit über die Latte schoss.

Kapitän Jerome Leroy ging bei Optik voran und leitete ein Aufbäumen ein. Auch wenn der Keeper Sieger blieb - Jeromes Solo an fünf Gegnern vorbei, sah man den puren Willen an. In der Nachspielzeit belohnte sich Rathenow dann, wenn auch recht kurios. Maxim Hertel ließ eine bereits abgefangene Flanke wieder aus den Händen gleiten. Im Bemühen, den nachsetzenden Marouan Zghal zu stören, rannte ein Tasmane seinen eigenen Keeper über den Haufen, so dass Shpetim Xhaka zum 1:3 ins verwaiste Tor schießen konnte. Danach war aber ohne weitere gefährliche Aktion Schluss.

Ingo Kahlisch: "Vor allem in der ersten Halbzeit war unser Spiel gar nicht schlecht. Einerseits fühlten wir uns vor der Pause vom Schieri schon etwas benachteiligt, andererseits kassieren wir aber erneut drei viel zu einfache Gegentore. Bedanken möchte ich mich noch bei Tasmanias Physio. Dass er sofort bereit war, uns zu helfen, war sehr lobenswert."

Optik: Hawwary - Akinsete, Gerlach, Reichenbach, Tobola (G/ 71. Pistol) - Xhaka, Bateman (G/71. Bell Bell) - Zghal, Leroy, Kabuya (71. Njie/G) - S. Neal

Tore:
1:0 Emil Gustavus (18.)
2:0 Batikan Yilmaz (45.+1)
3:0 Neil-Nigel Bier (64.)
3:1 Shpetim Xhaka (90.+2)