FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

RÜCKSCHLAG IM ABSTIEGSKAMPF

Optik beisst sich an erwartet kampfstarken Lichtenbergern die Zähne aus und unterliegt mit 2:4.

Eine unglaublich bittere Niederlage kassierte der FSV Optik im Heimspiel gegen Lichtenberg 47. Trotz einer vor allem nach der Pause starken Leistung hieß es am Ende 2:4.

"Ich bin enttäuscht, dass wir die Einstellung zum Spiel nicht 90 Minuten lang hatten." Ingo Kahlisch war nach dem Schlusspfiff strenger als die Fans, die der Optik-Elf einen top Kampf bescheinigten. So oft kommt es ja nicht vor, dass das Verliererteam auf eine Ehrenrunde geht, Trost und Applaus von den Zuschauern bekommt.

Eine Halbzeit lang war es ein Spiel, das eventuell mit "wellenförmig" beschrieben werden kann. Nach beiderseitigem nervösen Beginn hatte jeweils ein Team mehrere Minuten Oberwasser. Zunächst die Gäste, die durch Philipp Grüneberg und Oliver Maric zu Abschlüssen kamen.

Das 0:1 resultierte aber aus einem Alleingang von Marcel Bremer. Vorausgegangen war eine Szene, in der einem Berliner im Gewühl der Ball an die Hand sprang. Absicht oder angeschossen? Wie immer schieden sich daran die Geister. Entscheidend war eher, dass Lichtenberg die Art und Weise, wie der BFC bezwungen wurde, auch in Rathenow bestätigen konnte. Optik gab zwar keinen Ball verloren, stellte sich den Zweikämpfen, aber das Ergebnis... Fast jedes der Duelle Mann gegen Mann gewannen die Gäste, die bis zur Pause teilweise konzentrierter wirkten.

Sehr kompakt auftretend, das Fünfermittelfeld verstärkte nach Bedarf schon mal die ohnehin sehr gute Viererkette, wurde nach Ballgewinn blitzschnell umgeschaltet. Doch nach und nach kämpfte sich der FSV rein und wurde nun selbst aktiv. Lucas Will (knapp vorbei), dann eine wirklich gelungene Kombination über Jerome Leroy, Vassilios Polichronakis und Nicola Köhler (direkt, aber drüber) sorgten für Gefahr.

Es folgte die Aktion, die noch weit nach Spielende diskutiert wurde. Lucas Will setzte sich gegen die gesamte Abwehr durch und wurde dann gelegt. Auch im dritten Heimspiel in Folge gab es bei fast identischen Szenen keinen Elfmeter! Was an sich völlig sinnlos war, kein Stürmer, der frei vor dem Kasten steht, legt sich freiwillig auf den Rasen. Ingo Kahlisch schüttelte konsterniert den Kopf: "Ich möchte mich nicht mehr dazu äußern."

Hinein in diese Drangphase der Gastgeber gelang Marcel Bremer ein toller Schlenzer ins äußerste Eck zum 0:2. Als Philipp Grüneberg kurz nach dem Wechsel auf 0:3 stellte, glaubten wohl nicht mehr viele an eine Wende. Optik schon. Sowohl auf der Bank, als auch auf dem Platz. Denn was folgte, war ein einziger Sturmlauf des FSV.

Die am Ende 8:1 Ecken spiegeln das Geschehen auf dem Platz recht gut wider. Trotz einer wieder sehr konzentrierten Lichtenberger Defensive hatten keine zehn Minuten nach dem Dreifachwechsel zwei der frischen Leute den Anschluss besorgt. Kimby Januario veredelte eine Eckenvariante mit dem Kopf und Thilo Gildenberg sorgte mit seinem 25-Meter-Hammer aus vollem Lauf für Begeisterung.

Rathenow versuchte wirklich alles, fightete, flankte, schoss derart, dass die Hauptstädter sich phasenweise kaum befreien konnten. Ein Grüneberg-Freistoß, stark gehalten von Lucas Hiemann, war bis weit in die Nachspielzeit der einzige ernsthafte Gegenstoß. Sofort ging es wieder auf die andere Seite, wo mit Abdi Dzafo der dritte Einwechsler den Ausgleich auf dem Fuß hatte, mit seiner Direktabnahme nur denkbar knapp scheiterte (79.).

Ganz am Ende musste Optik diesem Kampf Tribut zollen, den immer noch vorgetragenen Angriffen fehlte nun die Präzision. Und als dann Philipp Grüneberg per Konter auf 2:4 erhöhte, pfiff Johannes Schipke gar nicht mehr an.

Uwe Lehmann: "In der ersten Halbzeit habe ich uns als bessere Mannschaft gesehen, die verdient geführt hat. Nach dem 0:3 dachte ich, jetzt sind wir nah dran. Aber ein Standard und ein Sonntagsschuss, und schon haben wir deutlich mehr geschwitzt, als wir gemusst hätten. Aber ich denke, dass wir insgesamt verdienter Sieger sind."

Ingo Kahlisch: "Ich bin enttäuscht, dass wir die Einstellung zum Spiel nicht 90 Minuten lang hatten. Für mich war das in der ersten Hälfte eine Einstellungsfrage. Nach hinten raus waren wir dran, leider hat es nicht gereicht. Man hat gesehen, die Kraft ist da, aber die Konzentration muss auch stimmen, sonst wird es ganz schwer."

Bericht auf Ostsport.TV

RATHENOW: Hiemann - Polichronakis, Gröger, Zingu (G), Kuffour (90.+2 Techie-Menson) - Leroy (59. Gildenberg), Sejdovic - Muiomo (G), Köhler (59. Dzafo / G), Pistol (59. Januario) - Will

LICHTENBERG:. Wollert - Gaedicke, Gawe, Krüger, Ohlow - Schöps (73. Brando), Maric (V), Hofmann, Bremer (67. Reiniger), Chor (86. Kücükodabasi) - Grüneberg

TORE:
0:1 (24.) Marcel Bremer
0:2 (43.) Marcel Bremer
0:3 (53.) Philipp Grüneberg
1:3 (63.) Kimby Januario
2:3 (67.) Thilo Gildenberg
2:4 (90.+3) Philipp Grüneberg