FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

AUF BEIDEN SEITEN KEIN JUBEL

Optik trennt sich torlos von Union Fürstenwalde. “Das war zu wenig”, so Optik-Trainer Ingo Kahlisch.

"Wir hatten genug Chancen zu gewinnen, können aber auch verlieren", resümierte Ingo Kahlisch nach dem Unentschieden in Fürstenwalde. Für beide Mannschaften war es das erste Punktspiel in dieser Saison, bei dem es kein Gegentor gab.

Bei Optik war Lucas Will zwar doch im Kader, für die Startelf reichte es nach gerade zwei Trainingseinheiten allerdings noch nicht. "Hey, mehr Ordnung!", rief Rathenows Trainer schon nach einer knappen Minute. Zunächst schienen seine Jungs das zu beherzigen. Nach fünf Minuten ballerte Nicola Köhler den Ball an die Latte.

Kurz darauf setzte das große Abwandern ein. Nein, nicht nach Hause, aber ein fieser, kalter Novemberregen trieb die Besucher unters schützende Dach. Lediglich der harte Fankern blieb auf der Gegenseite. Da standen dann sogar mehr Rathenower, die 90 Minuten lang ihre Truppe laut und fair anfeuerten. Vielen Dank dafür!

Beim Geschehen auf dem Rasen sah es nicht nach dem späteren Endergebnis aus. Beide suchten auf dem relativ kurzen Platz schnell den Weg nach vorne, wobei Optiks Gelegenheiten gefährlicher waren. Thilo Gildenberg vergab nach Vorarbeit von Abdi Dzafo die beste.

Ihre stärkste Phase hatten die Spreestädter unmittelbar nach dem Seitenwechsel, als erst Robin Techie-Menson für seinen schon bezwungenen Keeper und gleich darauf zweimal Lucas Hiemann selbst gegen Johan Martynets retteten. Nach etwa einer Stunde übernahm Rathenow die Initiative, traf aber im Endeffekt zu oft die falschen Entscheidungen, oder wie es der Trainer ausdrückte: "Wir haben die taktische Ordnung aufgelöst, da war es dann zu wenig, vor allem nach vorne."

Chancen waren dennoch da. Ein Eckball wurde gleich zweimal von der Linie geschlagen, Emir Sejdovic und Kimby Januario scheiterten jeweils aus Nahdistanz an Miguel da Silva Telinhos, Johannes Pistol schoss einmal am langen Eck vorbei, einmal nach zu kurz abgewehrtem Ball knapp neben den Pfosten.

Dazwischen lag aber noch die größte Gelegenheit. Nach Ballverlust des Gegners im Mittelfeld wurde Jonathan Muiomo steil geschickt. Alleine aufs Tor zulaufend, wurde er von Ingo Wunderlich vor dem Strafraum gefällt. Klare Sache, Notbremse, Feldverweis.

Als Optik dann in Überzahl unbedingt den Sieg wollte, alles nach vorn warf, kam es in der Nachspielzeit zu dem einen, oft entscheidenden Konter. Lukas Stagge schloss aus drei Metern freistehend ab, mit einem geradezu fantastischen Reflex verhinderte Lucas Hiemann die Niederlage. Gleich darauf war Schluss, groß gejubelt wurde auf beiden Seiten nicht.

Ingo Kahlisch war sichtlich unzufrieden, diesmal war ein Auswärtssieg ja wirklich machbar. Auf die schüchterne Frage, ob denn nicht wenigstens das erste Zu-Null-Spiel als positiv zu bewerten sei, kam erst mal ein:" Quatsch, redet nicht immer alles schön." Ganz so knurrig wollte er seine Aussage dann aber wohl nicht stehen lassen. Der Abschlußsatz klang wieder versöhnlicher: "Noch ist nichts verloren, der Abstiegskampf geht weiter!"

Stimmt, und zwar (falls das zuständige Berliner Gesundheitsamt es zuläßt) am Freitag. Dann soll der Spitzenreiter vom Berliner AK am Vogelgesang gastieren. Das für Dienstag avisierte Pokalspiel der Moabiter bei Caner Özcins Reinickendorfer Füchsen ist momentan jedenfalls noch nicht abgesetzt.

FÜRSTENWALDE: Telinhos - Wunderlich (83. G/R), Böcker (87. Gruber), Vrella, Zaruba - Winter - Postelt, Stagge (G), Varela Monteiro, Martynets - Eshele (58. Oduah)

RATHENOW: Hiemann - Techie-Menson, Wilcke (G), Zingu (G), Langner - Gustavus (87. Will), Gröger - Gildenberg (58. Januario), Köhler (G / 58. Pistol), Muiomo - Dzafo (58. Sejdovic)