FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

EIN PUNKT FÜR DIE MORAL

Nach 0:3-Pausenrückstand kommt Optik beim VfB Auerbach in der 91. Minute noch zum 3:3-Ausgleich.

"Natürlich ist das ein Erfolgserlebnis für die Köpfe. Aber alles andere müssen wir knallhart ansprechen!" Nach dem 3:3 im Kellerduell in Auerbach war bei Ingo Kahlisch trotz der gelungenen Aufholjagd keine Euphorie zu spüren. Wie denn auch, hatte er doch eine erste Hälfte gesehen, in der Optik alles, aber auch wirklich alles vermissen ließ. Das Fehlen von Lucas Will kann keine Ausrede sein, musste VfB-Trainer Sven Köhler doch auf viel mehr Stammkräfte verzichten. Beim FSV stand Lloyd-Addo Kuffour erstmals in einem Punktspiel auf dem Platz. Dazu der Trainer: "Ja, solange die Kraft reichte, war sein Einstand ordentlich."

Nach 45 Minuten hatten die Gastgeber ein 3:0 auf der Anzeigentafel zu stehen. Vier weitere klare Gelegenheiten ließ der sonstige Toptorjäger, Marc-Philipp Zimmermann, der das 1:0 auflegte, noch aus. Rathenow kam genau einmal vor den Kasten von Maximilian Schlosser, Kimby Januario zögerte beim Abschluss zu lange.

"Mir ist bald die Kinnlade runtergefallen. Das war desolat, es war überhaupt nicht dran zu denken, hier noch einen Punkt zu holen." Ingo Kahlisch gab zu, in der Kabine auf Schadensbegrenzung aus gewesen zu sein, merkte aber auch an: "Wir haben bis zum Schluss funktioniert, die Moral ist intakt." Mit "wir" war die ganze Mannschaft gemeint, denn: "Alle Wechsler haben ihre Sache gut gemacht."

Beim 3:1 hatte Optik Glück, Jonathan Muiomos Schuss wurde durch Sempastiano Giaouplari unhaltbar abgefälscht, das 3:2 war dann ein toller Knaller. Ähnlich sah es übrigens beim 2:0 aus, auch Sarwar Osse hatte so richtig einen rausgehauen. Ausgrechnet dieser Osse vergab jedoch zweimal im Konter die Entscheidung. Kurz vor Schluss verzog dann auch noch der eingewechselte Nico Donner allein vor Lucas Hiemann. Und so schaffte Glodi Zingu zu Beginn der Nachspielzeit den nicht mehr für möglich gehaltenen 3:3-Ausgleich.

Wie konnte es überhaupt zu so einem Wechselbad der Gefühle kommen? Ingo Kahlisch, der kurz nach Abpfiff dem mdr gegenüber noch nicht wusste, ob er "heute heulen oder lachen soll", meinte mit einigem Abstand: "Wir müssen unsere Tugenden wieder besser hinkriegen. Da liegt noch viel, viel, viel Arbeit vor uns. Wenn wir die Regionalliga halten wollen, muss sich im taktischen Bereich etwas verändern. Da müssen wir enorm zulegen, das wird ein harter Kampf, darauf muss sich jeder einstellen. Ohne vernünftiges Abwehrverhalten haben wir in dieser Liga nichts zu suchen." Nach so viel Kritik kam aber zum Abschluss ein Lob: "Justin Gröger, was der Junge heute an Einsatzbereitschaft gezeigt hat, das war vorbildlich."

Weiter geht es am kommenden Sonntag, da geht es zum nächsten Duell um den Klassenerhalt nach Fürstenwalde.

Die Tore auf mdr.de

Bericht auf Ostsport.TV

Auerbach: Schlosser - Kubitz, Giaouplari (G), Sieber (G), Weiß (G) - Max Schmidt, Lovric (73. Donner) - Bochmann, Brejcha (87. L. Seidel), Osse (85. Almansori) - Zimmermann

Rathenow: Hiemann - Polichronakis (46. Techie-Menson), Wilcke, Zingu (G), Gröger, Kuffour (G / 70. Pistol) - Gildenberg (70. Gündogdu), Sejdovic (70. Langner) - Köhler, Muiomo - Januario (46. Dzafo)

Tore:
1:0 Ondrej Brejcha (15.)
2:0 Sarwar Osse (23.)
3:0 Ondrej Brejcha (44.)
3:1 Jonathan Muiomo (58.)
3:2 Jonathan Muiomo (77.)
3:3 Glodi Zingu (90.+1)