FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

BITTERES AUS IN DER VERLÄNGERUNG

In einem turbulenten Pokalspiel unterliegt Optik dem FC Energie Cottbus in der Verlängerung mit 3:4.

Kurz vor Ende der Verlängerung ist der FSV Optik aus dem Landespokal ausgeschieden. Bei den Zuschauern gab es zwar traurige Gesichter, wirklich enttäuscht waren die meisten nach der Partie aber nicht. Und auch Ingo Kahlisch meinte: „Glückwunsch nach Cottbus. Für uns war es ein schönes Event vor einer geilen Kulisse.“

Strahlend blauer Himmel, warme Temperaturen. War mitten im Oktober Sommerfußball am Vogelgesang angesagt? Im Gegenteil. Ein Pokalkampf wie er im Buche steht, mit wechselnder Torfolge und rassigen Zweikämpfen. Trotz der zwölf Verwarnungen war es aber nicht bösartig, nur eben sehr zweikampfbetont.

Optik überraschte die 656 zahlenden Besucher und offenbar zu Beginn auch den Gegner mit einer taktischen Variante. Nicola Köhler (sonst Zehner) und Emir Sejdovic (bislang immer auf der Sechs) hatten die Plätze getauscht. Jedenfalls gelang Jonathan Muiomo schon sehr früh per Konter das 1:0.

Danach kam jedoch bei vielen die Erinnerung an das 1:6 vor Jahresfrist gegen Fürstenwalde wieder hoch. Denn binnen Sekunden traf Energie zweimal nach dem gleichen Muster. Ecke von der rechten Seite – Kopfball – Tor. „Danach haben wir das Spiel kontrolliert, hatten gute Abschlüsse, um dann durch Naivität Zweikämpfe zu verlieren.“ Claus-Dieter Wollitz hatte es ganz richtig gesehen. Mit vielen langen Ballpassagen verwalteten die Lausitzer das Ergebnis, um ab und an mal anzurucken. So musste sich Direnc Güven beim Schuss des sehr agilen Nikos Zografakis ganz lang machen, um das Leder noch an den Pfosten zu lenken.

Nach knapp 30 Minuten die vielleicht kniffligste Szene für Schiedsrichter Tobias Hagemann. Lucas Will war im Strafraum zu Fall gebracht worden. Dem Referee reichte der Körperkontakt nicht für einen Strafstoßpfiff. Doch auch ohne Elfmeter ging Rathenow mit einer Führung in die Pause. Erst ein schöner Kopfball von Lucas Will zum 2:2, dann eine Schlafeinlage der Gästeabwehr. Jonny Muiomo konnte den Ball im Strafraum seelenruhig annehmen und dann zum 3:2 einschieben.

Kurz nach Wiederbeginn jubelte der Optik-Anhang erneut, der Freistoß von Emir Sejdovic landete jedoch von außen am Netz. Anschließend begann die bis zur 90. Minute anhaltende Druckphase von Energie. Zografakis, Jonas Hildebrandt und Erik Engelhardt hatten klarste Chancen. Mehrfach parierte Direnc Güven stark, einiges wurde überhastet vergeben und als Marc Langner nach 82 Minuten auf der Linie rettete, war das Viertelfinale ganz nah.

Dann gelang Kentu Malcolm Badu doch noch der 3:3-Ausgleich. Jan Koch brachte das Spielgerät in der langen Nachspielzeit nicht an Direnc Güven vorbei -also Verlängerung. In der kam auf Rathenower Seite auch der am Dienstag verpflichtete Lloyd Addo Kuffour auf den Platz. Wie seine Mannschaftskollegen verteidigte er leidenschaftlich, nur die Entlastung endete am gegnerischen Strafraum.

Gelegenheiten hatte nun nur noch der Ex-Bundesligist. Wieder Hildebrandt, Axel Borgmann und Gian Luca Schulz fanden in Güven ihren Meister oder vergaben. Dass sich Optik trotzdem nicht ins Elfmeterschießen retten konnte, lag an Niklas Geisler, dem ein sagenhafter Volleytreffer zum 3:4-Endstand gelang.

Claus-Dieter Wollitz konstatierte: „Wenn man in der zweiten Halbzeit der Verlängerung so ein Tor schießt, ist das sicher glücklich. Am Ende hat die Mannschaft Nehmerqualität bewiesen. Wir sind sehr, sehr glücklich, vielleicht sorgt das für mehr Stabilität.“

Ingo Kahlisch war selbstverständlich nicht so glücklich. Das bezog sich aber hauptsächlich auf das Ergebnis: „Die Jungs haben alles gegeben, haben das ordentlich gemacht.“

Die Trainerstimmen nach dem Spiel

Bilder vom Spiel

Das komplette Spiel im Livestream

RATHENOW: Güven – Techie-Menson (46. Januario / G), Wilcke (G), Zingu (G), Langner – Gustavus (46. Dzafo), Köhler (83. Gröger / G) – Polichronakis, Sejdovic (G), Muiomo (G / 95. Kuffour) – Will (79. Gündogdu / G)

COTTBUS: Stahl – Hofmann (G), Koch (G), Borgmann – Erlbeck (46. Geisler), Eisenhuth (G) – Badu (120.+3 Böhmert), Hildebrandt, Pronichev (G / 69. (Schulz) – Engelhardt (118. Mäder / G), Zografakis (120. Hasse)

TORE:
1:0 Muiomo (3.)
1:1 Eisenhuth (10.)
1:2 Hildebrandt (12.)
2:2 Will (36.)
3:2 Muiomo (45.)
3:3 Badu (85.)
3:4 Geisler (113.)