FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

MIT ERHOBENEM HAUPT VOM PLATZ

Nach einer frühen Rote Karte hält Optik mit einer reinen U23-Mannschaft gut dagegen, unterliegt Babelsberg aber mit 0:3.

Beide Trainer setzten in ihrer Startelf auf Kontinuität. Während Jörg Buder einmal tauschte (Schmidt statt Lela) schickte Ingo Kahlisch exakt die gleichen Akteure wie bei Tasmania auf den Platz. Und die hatten sich offenbar viel vorgenommen. Mehrfach tauchte der FSV gefährlich im Strafraum auf. Nico Köhler hatte gleich zweimal die Chance, seine Farben in Führung zu bringen.

Unmittelbar nachdem "Coutinho" bei einem feinen schnellen Angriffszug über Emir Sejdovic und Vassilios Polichronakis per Direktabnahme drüber geschossen hatte, gab es die Szene, die das Spiel komplett veränderte. Benjamin Wilcke wusste sich des im Konter durchstartenden Robin Müller nur noch per Notbremse zu erwehren. Nichts Brutales, Benny hielt den Gegner an der Schulter fest. Doch da Müller gerade zum Torschuss ansetzte, war die Rote Karte vom souveränen Schiedsrichter Matthias Lämmchen vertretbar.

Die Kapitänsbinde übernahm Marc Langner. Kurz darauf Daniel Frahn zum ersten. Bei seinem Schuss hatten die 110 Gästefans unter den 539 Zuschauern den Torschrei schon auf den Lippen. Mit toller Parade verhinderte Lucas Hiemann das Gegentor. Nach 35 Minuten schlug Frahn dann zweimal zu. Erst aus Nahdistanz, dann per Schlenzer zum vorentscheidenden 0:2.

Beide Male verteidigte der FSV ganz schlecht, das muss so deutlich gesagt werden. Ingo Kahlischs Einschätzung: "Ich bin maßlos enttäuscht, nach sehr guten 20 Minuten bringen wir uns selber in Bedrängnis. Der zweite Fehler darf einfach nicht passieren".

In der Halbzeit gab es mit Blick auf das schon am Dienstag anstehende nächste Spiel einen Vierfachwechsel. Und damit sicher ein Novum im überregionalen Fußball. Die gesamten zweiten 45 Minuten agierte Rathenow ausschließlich mit Kickern, die noch U23 sind. In einer ersten Mannschaft dürfte es das so noch nie gegeben haben.

Vielleicht haben einige gar nicht damit gerechnet, aber es blieb ein interessanter Fußballabend. Im Flutlichtschein sangen die Optikanhänger weiter tapfer und lautstark gegen die Gästefans an. Und auf dem Rasen? "Die Restjungs haben gut gekämpft" mag sich von der Wortwahl ungewöhnlich anhören, trifft es aber genau.

Es kam nicht das Gefühl auf, dass die führende, in Überzahl kickende SVB-Elf wirklich besser war. Es gab kein Lamentieren, jeder feuerte jeden positiv an. Als Gruppe, als Team funktioniert dieser FSV, das war jederzeit zu spüren. Dass trotzdem nur Lucas Will dicht vor dem Anschlusstreffer stand, hatte einen Grund: "Wir hatten keinen ordentlichen Finalpass und somit keinen Torabschluss." Den hatten die Gäste noch einmal. Manuel Härtel traf zehn Minuten vor Schluss genau links unten zum 0:3.

Wie schon erwähnt, geht es bereits am Dienstag mit der laut Rahmenterminplan letzten Englischen Woche (wenn nicht Corona oder diverse Berliner Bezirkssportämter etwas dagegen haben) weiter. Dann tritt Optik gegen Lichtenberg 47 an. Allerdings nicht in Lichtenberg, sondern im Poststadion, nahe des Hauptbahnhofs. Anstoß ist um 19 Uhr.

Bericht auf Ostsport.TV

Bilder vom Spiel

RATHENOW: Hiemann - Polichronakis, Wilcke (20. R), Langner (46. Gröger), Zingu (46. Techie-Menson) - Gustavus, Sejdovic - Muiomo (74. Gildenberg), Köhler (46. Dzafo), Pistol (G) - Januario (46. Will)

POTSDAM: Theißen - Schmidt, Hoffmann (88. Jojkic), Sietan - Wilton, Reimann (62. Härtel), Wegener (G), Moravec (G / 57. Rausch) - Danko, Müller (88. Pilger) - Frahn

Tore:
0:1 Frahn (35.)
0:2 Frahn (36.)
0:3 Härtel (80.)