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REGIONALLIGA

WICHTIGER PUNKT FÜR DIE MORAL

Der FSV Optik ist noch da. Mit dem 1:1 beim FSV Zwickau fuhren die Rathenower erstmals wieder einen Punktgewinn ein.
Marcel Bahr lieferte auf der rechten Abwehrseite wieder eine solide Partie ab. Foto: Nico Roesenberger
Zum Feiern war Ingo Kahlisch aber trotz des Erfolges nicht zumute. Zum zweiten Mal in dieser Saison war Optiks Trainer vom Unparteiischen auf die Tribüne verbannt worden und schimpfte anschließend über eine "katastrophale Schiedsrichterleistung." Der Grund für die Aufregung: Nach einem von Zwickaus Steffen Kellig angezettelten Tumult an der Außenlinie (Kahlisch: "Das hat er ausgebufft gemacht"), in dessen Folge Salih Cetin mit Gelb-Rot vom Platz flog, war Kahlisch auf den Platz geeilt, um seine Spieler vor weiteren Unbedachtheiten zu schützen. Als "Belohnung" verwies Eugen Ostrin auch ihn des Feldes.

Für Aufregung hatte Ostrin bereits einige Minuten zuvor mit einer umstrittenen Entscheidung gesorgt. Auch hier stand Salih Cetin im Mittelpunkt, der einen Zwickauer Schuss im Strafraum mit der Hand abgewehrt haben soll. Für Optik ein Deja-vu-Erlebnis: Erneut drohte der Punktgewinn durch einen Standard und - bereits zum fünften Mal in dieser Punktspielsaison - nach einem Elfmeter durch die Finger zu rinnen. Und das trotz einer durchaus konzentrierten und überzeugenden Leistung vom Anpfiff an.

Nach den zusätzlichen Ausfällen von Kesavan, Leroy und Tsiatouchas war Kahlisch zu einigen Umstellungen gezwungen. Doch trotz der zum Teil improvisierten Aufstellung mit Kapan neben Regulski auf der Sechserposition und Owczarek in der Angriffsspitze wussten die Rathenower durchaus zu gefallen. Von fehlendem Selbstvertrauen nach den fünf Niederlagen in Folge keine Spur. Im Gegenteil: Mit dem kräftigen Wind im Rücken legte Optik los wie die Feuerwehr.

Bereits in der fünften Minute hatte Wilcke mit einer abgerutschten Flanke ans Lattenkreuz für das erste Achtungszeichen gesorgt. Vier Minuten später die Rathenower Führung: Regulski hatte sich 30 Meter vor dem Tor einfach mal ein Herz gefasst. Mit Windunterstützung senkte sich der Ball hinter dem verdutzten Marian Unger zum 0:1 ins Tor. In der Folge ging es in einem nicht hochklassigen, aber sehr abwechslungsreichen Spiel rauf und runter. Sowohl Zwickau als auch Optik hatten gute Gelegenheiten.

Nach der Elfmeterentscheidung und dem 1:1 durch Manuel Stiefel drohte Optik das Spiel zu entgleiten. Nur wenige Minuten nach dem Ausgleich konnte Hakan Cankaya einen Kopfball von Weis gerade noch auf der Linie klären. Doch die Havelländer berappelten sich und hatten durch den fleißigen Huke anschließend zweimal die Führung auf dem Fuß. Nach Cetins Platzverweis begann zwar das große Zittern, doch mit aufopferungsvollem Kampf – Ismaili musste mit Krämpfen ausgewechselt werden, Cankaya und Coric warfen sich mutig in die Schussbahnen, Begzadic parierte einen Kellig-Freistoß mit einer sensationellen Parade – rettete Optik das 1:1 verdient über die Zeit. (Nico Roesenberger)

Ingo Kahlisch: "Wir haben ein paar schwere Wochenenden hinter uns, in denen wir nicht gepunktet haben. Es ist für uns zur Zeit in dieser Liga sehr schwierig über 90 Minuten unsere Spiele durchzubringen und dazu, muss ich leider sagen, kann man mit den Schiedsrichterleistungen in den letzten 6-7 Wochen in unseren Spielen nicht zufrieden sein. Denn das ist nicht das erste Mal. Wenn ich so einen Elfmeter gegen uns kriege, den wünsche ich keinem Gegner. Das haben wir jede Woche. Zur Gelb-Roten Karte noch ein Wort von mir. Der Kellig ist clever, der provoziert das, das ist ganz normal, das gehört im Fußball dazu, nicht dass es in den falschen Hals kommt. Meine Jungs müssen dann einfach weggehen. Wir haben mit dem lieben Gott einen Punkt mitgenommen und nächste Woche fehlt uns wieder ein Abwehrspieler. Aber jetzt haben wir erstmal wieder einen Punkt für die Moral und den Klassenerhalt geholt."

Torsten Ziegner: "Ich habe in der ersten Halbzeit kein sonderlich gutes Spiel im Fußballerischen von uns gesehen. Gründe dafür sind zum einen der Wind gewesen, den darf man hier nicht unterschätzen. Das soll jetzt kein Alibi sein, aber Rathenow hat das in der der zweiten Halbzeit gespürt. Und zum anderen die fehlende Power in der Offensive, praktisch in die Räume reinzugehen die wehtun, wo man drei oder viermal auch umsonst hinläuft. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Wir haben ein schnelles Ausgleichstor geschossen, es aber nicht mehr geschafft ein zweites nachzulegen, den Ball über die Linie zu schieben. Auch weil sich Rathenow dann zusammengerauft hat und auch sehr tief gestanden hat und einer für den anderen da war. Was man uns nicht vorwerfen kann, ist mangelndes Engagement, da haben sie wirklich alles versucht, haben alles rausgeholt. Aber wir wollten hier gewinnen, das haben wir nicht geschafft, deshalb ist das kein zufriedenstellendes Ergebnis."

MDR-Bericht

Bilder vom Spiel

Zwickau: Unger - Doro (G), Trehkopf, Paul, Brecht (G) - Stiefel, Röhr - Werneke (46. Kellig/G), Weis (71. Ullmann), Göbel (79. Rexhaj) - Frick

Optik: Begzadic - Bahr, Coric (G), Cetin (70. G-R), Wilcke - Regulski, Kapan - Huke (G), Cankaya, Ismaili (84. Turhan) – Owczarek (66. Hellwig)

Tore:
0:1 Regulski (9.)
1:1 Stiefel (50.)

Zuschauer: 1.114

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