DUELL DER UNGESCHLAGENEN
Schon oft gastierte Rathenow im Stadion Lichterfelde, neu ist allerdings der Gegner. Ein Fusionsverein, der bei korrekter Nennung jeden Stadionsprecher zur Verzweiflung treiben würde. "FC Viktoria 1889 Berlin Lichterfelde-Tempelhof e.V." heißt die Mischung aus dem BFC Viktoria und dem Lichterfelder FC von Amts wegen. "Viktoria 89" hat sich inzwischen eingebürgert. Und auf die erste Männermannschaft bezogen, ist das sogar richtig. Denn vom LFC hat kein einziger Akteur den Sprung in den Regionalligakader geschafft. Der Bekannteste bei den Südberlinern ist ein Thüringer. Lutz Lindemann, vielfacher DDR-Nationalspieler und mit Carl Zeiss Jena einst im Europapokalfinale fungiert seit Saisonbeginn als sportlicher Leiter.
Die Hellblauen aus Tempelhof, deren Vision, eine Fußballarena auf dem Gelände des ehemaligen Flughafengeländes zu errichten, in Berlin heiß diskutiert wird, haben einen seltsamen Startrekord aufgestellt. Vier Spiele - vier Remis, das gab es in der vierten Liga bislang noch nicht. Das Pendel schlug dabei nach beiden Seiten aus. Während in Halberstadt eine Zwei-Tore-Führung noch verspielt wurde, gelang beim Favoriten Jena in der Vorwoche kurz vor Schluss der Ausgleich. Ausgerechnet Lindemann war also mitverantwortlich für die erste Trainerentlassung der Saison, denn nach dem 1:1 musste Petrik Sander bei Carl Zeiss seine Sachen packen.
Bei Optik gab es nach der Dienstagspartie in Rhinow ein paar Fragezeichen. Majuran Kesavan, der nach seinem zu Beginn der Vorbereitung erlittenen Muskelbündelriss erstmals zu einem Kurzeinsatz kam, wird definitiv nicht im Kader stehen. "Der Junge sollte einfach wissen, dass er dazugehört. Ehe er Regionalliga spielt, wird fleißig trainiert und sobald möglich, in der zweiten Mannschaft mitgemacht."
Und was ist mit denen, die im Lilienthal-Stadion nicht mitgewirkt haben? Torhüter Selvedin Begzadic hatte sich nach dem Punktspiel gegen Nordhausen nach Spanien "abgesetzt". Um das klarzustellen: Erstens hat er den Kurztrip nach Barcelona gewonnen und zweitens war die Reise im Gegensatz zu den verschwundenen HSV-Profis mit dem Trainer abgesprochen. Damit gehört "Selvo" am Sonntag ebenso wieder zum Kader wie Sebastian Huke, der Dienstag arbeitsbedingt fehlte.
Schwieriger wird die Sache bei Hakan Cankaya (Schmerzen im Spann) und Marcel Bahr (Haarriss im Zeh). "Bei beiden hoffen wir noch", meinte Ingo Kahlisch. Ausgeschlossen ist ein Einsatz bei Benjamin Wilcke. Sein Ausscheiden gegen Wacker erwies sich als Bänderriss. Selbst bei günstigem Heilungsverlauf bedeutet das mindestens vier Wochen Pause.
Zeitgleich mit dem FSV spielt auch Meuselwitz, der nächste Gegner der Rathenower, so dass deren Trainer nicht kiebitzen kann. Macht aber nichts, der NOFV setzte Matthias Lämmchen vom ZFC Meuselwitz für die Partie in Lichterfelde als Schiedsrichter an. Er kann dann zu Hause Bericht erstatten.
Günstig ist das Anreisen für die Optikfans. Mit der Regionalbahn um 11:10 Uhr fährt man durch bis Lichterfelde-Süd. Von dort ist es etwa eine Viertelstunde Fußweg bis zum Ostpreußendamm.