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OPTIK-NEWS

ZAHLENSPIELEREIEN ZUM JAHRESAUSKLANG

"Wo liegt Rathenow?" So fragte eine bekannte Fußballfachzeitschrift im Sommer. Ein halbes Jahr später lässt sich dies eindeutig-zweideutig beantworten...
"Wo liegt Rathenow?" So fragte eine bekannte Fußballfachzeitschrift im Sommer. Ein halbes Jahr später lässt sich dies eindeutig-zweideutig beantworten...

Nämlich mitten in Bayern. Nein, die DFB-Funktionäre haben nach dem Hinrundenende nicht die Staffeln einmal kräftig durchgemischt, das Ganze bezieht sich lediglich auf die Zuschauerstatistik. Bei 93 Regionalligisten reiht sich Optik hinter dem TSV 1860 München II und vor dem TSV Rain/Lech auf Rang 39 ein. Ein akzeptabler Platz für die havelländische Kreisstadt.

Sportlich dürfte man am Vogelgesang ebenfalls zufrieden sein. Nicht mal so sehr die Platzierung ist entscheidend. In der bis auf RB Leipzig ganz oben und Greif Torgelow ganz unten extrem ausgeglichenen Liga sind Tabellensprünge von vier Plätzen pro Spiel nicht selten. Die 15 Punkte sind es. Damit hat Rathenow auf den Abstieg erst einmal fünf Zähler Vorsprung, bei einem Spiel weniger als Cottbus II und Torgelow.

Treibt man die Zahlenspielerei weiter, kommen einige erstaunliche Daten zustande. Alle Punkt-, Pokal- und Testspiele zusammengerechnet bestritt der FSV im Sommer und Herbst 27 Partien. Zwei Neuzugänge stehen dabei ganz vorn. Süleyman Kapan stand als einziger Akteur in allen 27 Spielen auf dem Platz. Pelle Klötzing bestritt sämtliche 13 Punktspiele über die volle Distanz. Dafür wurde er im Pokal geschont, kam dort nicht einmal zum Einsatz.

Keine Chance auf eine vordere Platzierung hatten beide allerdings in der vereinseigenen Torschützenliste. Logisch, sie haben nämlich den falschen Vornamen. Wer bei Optik Torjäger werden will, hört auf Murat. Von den insgesamt 74 Treffern (17 in Punkt-, 9 in Pokal- und 48 in Testspielen) erzielten Murat (Turhan) und Murat (Yilmaz) 17 bzw. 10. Turhan liegt auch in der Regionalliga mit fünf Erfolgen auf einem respektablen neunten Platz.

Schauen wir auf die Regionalliga, hält sich Rathenow überall im guten Mittelfeld. Außer bei der Amtszeit des Trainers. Da hat Ingo Kahlisch den Kollegen wohl ein paar Tage voraus. Ansonsten: 260 Tore fielen bislang, das macht 16,25 pro Spiel. Vorteil FSV - es waren 17. Genau 350 Spieler wurden in der Hinrunde eingesetzt, das macht einen Schnitt von 21,875.

Bevor jetzt aber die Kritiker erklären, wer ihrer Meinung nach der Null-Komma-Acht-Sieben-Fünfte war - Optik "verbrauchte" nur 21 Kicker. Vier Clubs kamen mit 18 Aktiven aus. Hertha II zeigte dagegen der Konkurrenz, welch unerschöpfliches Talentereservoir man hat. Schon sage und schreibe 33 Spieler liefen für die Hauptstädter auf. Fast ausgeschöpft hat Ingo Kahlisch sein Wechselkontigent. 13 Spiele ergeben 39 mögliche Aus- und Einwechslungen. 36 waren es am Ende.

In der Fairplayliste ist Rathenow momentan Achter. Diese Statistik ist wegen der unterschiedlichen Spieleanzahl aber nur bedingt aussagekräftig. 34 Gelbe und eine Rote kassierten die Westhavelländer. Ärgerlich sind dabei die Verwarnungen wegen Meckern und Ballwegschlagen, das muss nicht sein. Immerhin: Noch kein Rathenower musste wegen fünf Karten aussetzen. Spitzenreiter ist der 1. FC Magdeburg mit lediglich 25 Verwarnungen. Auch Auerbach und Halberstadt blieben ohne Platzverweis, die Germania hat sich dafür aber mit 40 die meisten Gelben geholt. Kurios: Hertha kassierte nur 20 Verwarnungen, aber schon sechs Berliner flogen vorzeitig vom Platz!

Das soll für die Halbserienauswertung reichen. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen Fan als Diskussionsgrundlage über die fußballosen Feiertage hinweg. Ab dem 5. Januar liegt die Wahrheit dann wieder auf dem Platz. (Detlev Nießner)