OPTIK IN DER REGIONALLIGA - EINE ZWISCHENBILANZ
Acht Punkte, elfter Platz. Der FSV Optik bewegt sich absolut in den erwarteten Regionen. "Es ist ja alles Neuland für uns", meint Ingo Kahlisch. Das bezieht er nicht nur auf die namhaften Gegner. "Auch an die Zuschauerzahlen muss man sich gewöhnen. Trotz des 0:3 haben mir die Jungs gesagt, wie geil es ist, in Jena vor mehr als 2300 Fans zu spielen. Am Vogelgesang haben wir ja, immer bezogen auf Rathenow, ebenfalls mehr Andrang als in den Jahren zuvor."
Und noch ein, nicht ganz unwesentlicher, Punkt kommt hinzu. Das Medieninteresse erreicht gegenüber der eher intimen Oberliga eine neue Dimension. Wer wollte, konnte schon drei Spiele mit Rathenower Beteiligung in Ausschnitten im TV sehen. Damit ist die Mannschaft doch ein prima Werbeträger für die BUGA-Stadt, oder?
"Der Verein ist endgültig in der Region angekommen. Viele Fans kommen auch aus dem Umland, im Nachwuchs melden sich immer wieder Kinder und Jugendliche auch aus umliegenden Gemeinden an. Wir werden natürlich alles dafür tun, den Fans diese attaktive Spielklasse zu erhalten. Ich habe aber schon das Gefühl, dass sich einige Verantwortliche in der Stadt immer noch schwer tun mit dem FSV Optik."
Angesprochen auf die Verletztenmisere schüttelt der Rathenower Trainer den Kopf: "Ich bin jetzt schon 23 Jahre hier, aber so eine Situation mit sechs Ausfällen, alle aus der Abwehr, hatte ich noch nie. Aber auch gegen Neuruppin werden wir mit elf Spielern auf den Platz gehen."
Danach steht dann das Heimspiel gegen den Berliner AK 07 auf dem Programm. Dazu ist mit der MBS eine Freikartenaktion speziell für Schulen geplant. Genaueres wird rechtzeitig vor der am 20. Oktober stattfindenden Partie bekanntgegeben.
Zum Abschluss noch ein Blick über den Tellerrand. Seit dieser Saison gibt es ja fünf Regionalligen. RB Leipzig bei uns, Holstein Kiel im Norden: in zwei Staffeln liegen Favoriten vorn. Im Westen ist Rot-Weiß Essen zwar Zuschauerkrösus, mit einem Schnitt von 8567 sogar aller Staffeln, nach Punkten ist aber Neuling Viktoria Köln Erster. Im Südwesten hinken die hochgehandelten Teams von Hessen Kassel, Waldhof Mannheim oder Eintracht Trier schon ein ganzes Stück hinterher. Diese Regionalliga darf ja zwei Vereine in die Aufstiegsrelegation entsenden, momentan wären das der SV Elversberg und Hoffenheim II.
Die bislang größte Überraschung liefert aber die eigenständige Regionalliga Bayern. Die 20 Clubs haben bereits den 16. Spieltag hinter sich. Und nicht etwa Bayern Münchens Reserve hat sich ganz oben etabliert. Der Truppe vom Ex-Optiker und jetzigen Bayern-Assistenztrainer Sören Osterland fehlen schon neun Punkte auf Sensationsspitzenreiter FV Illertissen, einem 16600-Einwohnerstädtchen südlich von Ulm.
Bei den Fans steht die Regionalliga hoch im Kurs, vor allem hier in den neuen Bundesländern. Mit den beiden Leipziger Teams, Magdeburg, Jena und Zwickau sind fünf Nordost-Vereine unter den zehn Clubs mit dem höchsten Schnitt. Die 24795 Zuschauer, die am 2. September das Leipziger Derby besuchten, sind sogar die höchste je registrierte Zahl bei einem Viertligaspiel in Deutschland. Das Gegenstück lieferte die an einem Wochentag ausgetragene Partie zwischen den Reserven von Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Köln. Genau 30 Fans entrichteten ihren Obolus an den Stadionkassen.
So weit also das erste Zwischenfazit. Acht Punkspiele hat Optik bis zum Winter noch. Genügend Möglichkeiten also, dem Wunsch auf dem Spruchband der Fans "Gekommen um zu bleiben" wieder ein Stück näher zu kommen... (Detlev Nießner)