FÜNFERPACK VON TURHAN
Rathenows Regionalliga-Fußballer kommen allmählich in Fahrt. Hörte man zuletzt hier und da noch leises Murren angesichts der zähen Vorstellungen gegen Werder und den BFC, trägt die Trainingsarbeit mittlerweile sichtbare Früchte. In Ludwigsfelde dominierte der FSV das Spiel über 90 Minuten und erspielte sich Torchancen beinahe im Minutentakt. Davon zeigte sich auch Ingo Kahlisch angetan: "Vor allem mit den ersten 20 Minuten war ich von der Spielanlage her sehr zufrieden", freute sich Optiks Trainer. Das Problem: es sprang zu wenig dabei heraus. So hatte allein der agile Kapan in den ersten 20 Minuten drei "Hunderprozentige" auf dem Fuß, scheiterte aber an Pfosten, Torwart und einem Ludwigsfelder auf der Torlinie.
Dies war dann auch Kahlischs einziger Kritikpunkt am Spiel: "Unsere Chancenverwertung war katastrophal." Nur ein einziges Mal konnte LFC-Torhüter Daniel Rothe in der ersten Halbzeit überwunden werden: In der 29. Minute vollendete Murat Turhan nach Vorarbeit von Daniel Pfefferkorn zum 1:0. Wesentlich effizienter zeigten sich die Gastgeber: Nachdem Younes Itri im Optik-Gehäuse in der 37. Minute erstmals ernsthaft eingreifen musste, gelang Ludwigsfelde nach der anschließenden Ecke der 1:1-Ausgleich.
Nach dem Seitenwechsel wurde Optiks Dominanz noch erdrückender und folgerichtig fielen die Tore wie reife Früchte. Die Gastgeber, die mit etlichen Probespielern und nur zwei Auswechslern angetreten waren, hatten nun auch körperlich nicht mehr viel entgegenzusetzen und waren mit dem 1:8 nach weiteren Treffern von Turhan (4), Owczarek, Coric und Tsiatouchas am Ende gut bedient. Wie auch LFC-Trainer Uwe Bialon, der nach dem Spiel von einer "verheerenden Niederlage" sprach. Ingo Kahlisch wusste um die Probleme seines Kollegen und ordnete das Ergebnis entsprechend ein: "Was die zweite Halbzeit betrifft, spricht das Ergebnis Bände, das brauchen wir nicht überbewerten."
Dennoch bleibt nach der mittlerweile achten Testpartie ohne Niederlage am Ende ein positives Fazit. Ein weiteres Mal zeigte sich, dass sich alle Neuzugänge nahtlos ins Team einfügen und wohl als Volltreffer bezeichnet werden dürfen. Besonders gute Noten verdiente sich gegen den LFC Kevin Owczarek, der im offensiven Mittelfeld mit guter Übersicht und blitzgescheiten Pässen gefiel. Einziger Wermutstropfen am Ende der Woche: Murat Yilmaz' Verletzung entpuppte sich als Bänderriss, womit Optiks Angreifer wohl mehrere Wochen ausfallen und zum Saisonauftakt fehlen wird. (Nico Roesenberger)
Bilder vom Spiel >>
Ludwigsfeldes Trainer Uwe Bialon zum Spiel: "Das Spiel war ein hoffnungsloser Fall. Für unsere Psyche war das nicht gut. Gerade knapp zwei Wochen vor dem Saisonstart war das eine verheerende Niederlage. Wir haben hier ordentlich die Hucke voll bekommen. Ich weiß noch nicht, wie wir eine Mannschaft für die Saison zusammen bekommen sollen."
Die Tore:
1:0 Turhan verwertet Vorlage von Pfefferkorn (29.)
1:1 Kopfball Nr. 5 nach einer Ecke (37.)
1:2 Turhan trifft per Strafstoß nach Foul an Kalan (49.)
1:3 Turhan per Kopf nach Cankaya-Flanke (59.)
1:4 Owczarek vollendet nach Doppelpass jeweils mit Turhan und Kalan (64.)
1:5 Turhan per Kopf nach Freistoß von Tsiatouchas (74.)
1:6 Coric drückt Querpass von Turhan über die Linie (75.)
1:7 Tsiatouchas geht allein aufs Tor zu (85.)
1:8 Turhan trifft nach Steilpass von Owczarek auf Fikic (87.)
Aufstellung: Itri - Wilcke (62. Klötzing), Scholz, Coric, Tröger (62. Hildebrand) - Hellwig (46. Tsiatouchas), Kapan (46. Owczarek), Cankaya - Pfefferkorn (46. Kalan), Turhan, Ferrera (46. Fikic)