SPRUNG AUF RANG ZWEI
Ingo Kahlisch hatte sein Team erneut umgestellt. Vasilios Tsiatouchas blieb zunächst auf der Bank, Kapitän Patrik Scholz war arbeitsbedingt gar nicht dabei. Dafür rückten Benjamin Wilcke und Jerome Leroy in die Startformation. Und Benny hatte nach wenigen Sekunden die erste Großchance, als er um Zentimeter an einer Eingabe von Dejan Kalan vorbeirutschte. Anfangs stellten sich die Südberliner in der Abwehr recht geschickt an. Optik blieb deutlich feldüberlegen, kam aber eine Viertelstunde lang zu keiner nennenswerten Gelegenheit.
In der 16. Minute dann der "Hallo wach"-Effekt. Aus spitzem Winkel der erste Schuss der Gastgeber - und was für einer. Gerade noch so konnte Marcel Subke das Leder um den Pfosten drehen. Was keiner der 137 Zuschauer ahnte - es blieb der einzige Hochkaräter der Hauptstädter. Nun übernahm Optik endgültig die Initiative. Eine Auswahl nur der hundertprozentigen Gelegenheiten: Murat Turhan nach Kalan-Flanke aus drei Metern am Tor vorbei, Murat Yilmaz - die Abwehr klärt auf der Linie, wieder Turhan, diesmal mit starkem Kopfball - ganz knapp über die Latte. Kurz vor dem Wechsel kam der Tabellenletzte auch noch einmal in den Rathenower Strafraum. Der Schuss von Lukoki Kalixto, so lang die Kräfte reichten, Lichterfeldes Bester, stellte Marcel Suke allerdings nicht vor große Probleme.
Nach dem Pausentee wirkten die in Grün agierenden Gäste noch bissiger. Murat Yilmaz bekam zu spüren, wie dicht im Fussball Pech und Glück zusammenliegen. In der 47. Minute konnte er es genau wie die 30 Optikfans nicht fassen, dass sein herrlicher Volleyschuss am Kasten vorbeiflog. Erneut hatte Dejan Kalan vorbereitet. Auf der anderen Seite lag der Ball dann tatsächlich im Netz. David Danko stand aber so deutlich im Abseits, dass selbst in Reihen der Gastgeber niemand gegen die Aberkennung des Treffers protestierte.
Dann gab es Freistoß für den FSV. Der Ball war lange in der Luft, ehe ihn Yilmaz an den Innenpfosten köpfte. Doch diesmal drehte sich das Leder nach innen. Endlich war das erlösende 0:1 gefallen. Nicht gefallen haben dürften dem Optik-Coach die zehn Minuten danach, als seine Jungs das Ergebnis nur verwalteten.
In der letzten halben Stunde ging es dann aber wieder nur in eine Richtung. Dejan Kalan zog aus mehr als 25 Metern einfach mal ab - Latte! Gleich nach dem Doppelwechsel, für Murat Turhan und Hakan Cankaya kamen Moris Fikic und Vasilios Tsiatouchas, lief letzterer allein auf Torhüter Tim Ehrenberg zu, kam dann aber ins Straucheln. Das zweite Tor wollte einfach nicht fallen. Murat Yilmaz freistehend vorbei, Vasi freistehend vorbei, Moris Fikic ans Außennetz... Chancen gab es in Hülle und Fülle.
Der LFC blieb immer bemüht, optisch sah das nicht aus wie ein Schlusslicht. Zumal die Rathenower in der Schlussphase teilweise zu offen agierten. Am Ende blieb es dann aber doch beim knappsten aller Siege. Erwähnenswert sicher auch die gezeigte Disziplin des neuen Tabellenzweiten. Schiedsrichter Andreas Becker aus Kritzmow musste keinem Gästespieler die Gelbe Karte zeigen.
Ingo Kahlisch meinte: "Ich denke, das waren drei ganz wichtige Punkte. Dass es so unnötig spannend blieb, lag vor allem an unserer Chancenverwertung. Bei schwierigen Platzverhältnissen haben wir deutlich dominiert, an der Berechtigung des Sieges gibt es wohl keine Zweifel." (D.N.)
Tor: 0:1 Yilmaz (50.)
Aufstellung: Subke - Wilcke, Delvalle Silva, Coric, Tröger - Leroy, Hellwig - Yilmaz, Cankaya (64. Tsiatouchas), Kalan (84. Pfefferkorn) - Turhan (64. Fikic)