BABELSBERG AM RANDE DER NIEDERLAGE
Optik ging mit einer gehörigen Portion Respekt und leicht wackligen Knien in die Partie. Bereits nach sieben Minuten musste sich Marcel Subke bei einem Freistoß von Marcel Müller gehörig strecken. Wenig später klatschte ein weiterer Versuch vom besten Torschützen der Babelsberger an den Pfosten. In dieser Phase zeigte sich der Klassenunterschied zwischen dritter Bundesliga und Oberliga noch deutlich, Babelsberg diktierte das Geschehen klar.
Doch bereits nach einer Viertelstunde fingen sich die Roten und kamen zusehends besser in die Partie. Leroy visierte erstmals den 03-Kasten an, doch sein Versuch landete genau in den Armen von Marian Unger. Der war allerdings in der 33. Minute chancenlos, als Patrik Scholz einen von Tsiatouchas getretenen Freistoß zum umjubelten 1:0 ins Netz verlängerte. Die Gäste kamen vor der Pause noch zweimal gefährlich vors Tor, aber Hartmann per Drehschuss und Stroh-Engel mit einem Volleyknaller scheiterten knapp.
Mit der Führung im Rücken ging der FSV erstaunlich selbstbewusst in die zweite Halbzeit. Von einem Klassenunterschied war spätestens jetzt nichts mehr zu sehen. In der 57. Minute musste Unger mit einer Fußabwehr in höchster Not gegen Leroy klären, der sich nach einer Flanke von Tröger gut durchgesetzt hatte. Babelsberg wirkte zusehends verunsichert und es gab bereits erste Unmutsäußerungen aus der Fankurve der Filmstädter. Erst eine Standardsituation brachte die Gäste zurück in die Partie: Ein Freistoß von Markus Müller aus 20 Metern wurde von der Mauer unglücklich abgefälscht und landete, für Marcel Subke unhaltbar, zum 1:1-Ausgleich im Netz.
Doch Optik ließ sich nicht beirren, spielte weiter guten Kombinationsfußball und hatte durch den fleißigen Yilmaz die Riesenchance zur erneuten Führung - und das gleich im Dreierpack! Erst scheiterte Optiks Angreifer per Drehschuss an Unger und nach der anschließenden Ecke landete sein Kopfball nur an der Lattenunterkante, den zurück springenden Ball köpfte wieder Yilmaz genau in Ungers Arme. Sieben Minuten vor Spielende wäre das womöglich der K.O. für die Gäste gewesen.
Stattdessen retteten sich die Babelsberger also in die Verlängerung, die sie allerdings nur zu neunt antraten, da sich Rico Morack nach einem groben Foul an Hellwig bereits in der 85. Minute mit Rot verabschiedet hatte und zudem der dritte Einwechsler, Evljuskin, noch vor dem regulären Spielende mit Verdacht auf Nasenbeinbruch vom Feld musste.
Mit zwei Spielern mehr auf dem Feld also beste Voraussetzungen für Optik, um den großen Favoriten tatsächlich aus dem Pokal zu kegeln. Doch dann ließ Schiedsrichter Henry Müller alle Träume zerplatzen. Nach einem vermeintlichen Foul an der Strafraumgrenze entschied er auf Elfmeter und schickte zudem Damir Coric mit Gelb-Rot vom Platz. Nachdem Müller den Ball zum 2:1 für Babelsberg versenkt hatte, musste zu allem Überfluss auch noch Marcel Subke, der sich beim Schiedsrichter beschwert hatte, mit Rot vom Platz.
Doch selbst nach diesem Rückschlag gaben sich die aufopferungsvoll kämpfenden Rathenower nicht auf. Der unermüdlich rackernde Yilmaz scheiterte erst knapp aus der Drehung an Unger und setzte wenig später einen Kopfball über die Latte. Als Optik alles nach vorne warf und die Beine schwer wurden, schlugen die Babelsberger eiskalt zu und machten durch Stoh-Engel den Sack zum bitteren 1:3 zu. (N.R.)
03-Trainer Dietmar Demuth:
"Kompliment an Optik. Die Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft, mit erlaubten und unerlaubten Mitteln. Wir waren gut in der Partie drin, haben versucht nach vorne zu spielen. Es war schwierig, den Beton zu knacken. Ich war froh, dass wir dann zumindest noch den Ausgleich gemacht haben. Dass wir am Ende mehr Körner haben, war klar. Wir haben uns hier verdammt schwer getan. Natürlich gehört auch immer ein Schiedsrichter dazu, wenn der Einfluss nimmt, ist das ärgerlich. Kompliment an die Mannschaft, wie sie dieses Spiel noch gebogen hat."
Ingo Kahlisch:
"Hut ab vor dieser Leistung heute an meine Mannschaft. Ich habe Babelsberg nur mit langen Bällen gesehen auf die Riesenviecher vorne drin, spielerisch war das eigentlich nicht so doll. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir hier eine ordentliche Partie gemacht. Wir haben heute in 120 Minuten alles durchlebt. Zum Elfmeter muss ich sagen, der war sehr grenzwertig. Wir werden wieder aufstehen und weiter machen. Babelsberg musste sich hier als Landeshauptstadt auf dem Dorf ordentlich anstrengen."
Bilder vom Spiel >>
Tore:
1:0 Scholz (33.)
1:1 Müller (75.)
1:2 Müller (98./FE)
1:3 Stroh-Engel (119.)
Optik: Subke (99. Rot) - Delvalle, Scholz, Coric (G/98. Gelb-Rot), Tröger (100. Baitz) - Hellwig, Cankaya, Tsiatouchas (G/92. Wilcke) - Fikic (82. Kalan), Yilmaz (G), Leroy
Babelsberg: Unger - Rudolph, Morack (85. Rot), Hebib, Kühne - Kauffmann (G) (71. Lemke), Hollwitz, Civa (G/80. Evljuskin), Hartmann (46. Hebisch/G) - Stroh-Engel (G), Müller (G)