SIEG IM LETZTEN TEST
Von Beginn an war es eine sehr intensiv geführte Partie. Anders als die fast körperlos agierenden Tennis Borussen am Mittwoch suchte Neuruppin die Zweikämpfe, agierte körperlich voll auf der Höhe. Damit hatte Rathenow zu Beginn Probleme - und lag prompt schnell zurück. Hannes Gohlke behauptete sich auf dem linken Flügel. Seine Eingabe drosch Geburtstagskind Christian Stölke kompromisslos ins Netz.
Nach 20 Minuten musste Marcel Subke gegen Marcel Weckwerth halten. Da hatte Optik aber längst die Initiative an sich gerissen. Zweimal Dejan Kalan und Mario Delvalle standen schon dicht vor dem Ausgleich. Den besorgte Kalan dann nach einer halben Stunde. Im Anschluss an einen Eckball war er, zunächst abgeblockt, im Nachschuss erfolgreich. Sekunden vor der Pause mussten beide Teams eigentlich treffen. Erst war es wieder Dejan Kalan, der bei dieser Aktion zu lange zögerte. Im direkten Konter stand Hannes Gohlke allein vor dem Keeper und schoss vorbei.
Mit Marcel Weckwerth hatte ein Akteur der Gastgeber die erste Gelegenheit nach Wiederanpfiff. Auch hier fehlte beim Abschluss ein ganzes Stück. Wie es geht, zeigte Rathenow in der 55. Minute. Wobei das Tor eigentlich "verkehrt herum" fiel. Nach Vorarbeit von Moris Fikic setzte nämlich Dejan Kalan zum Kopfball an. Daniel Fraufarth im MSV-Tor kam zwar noch ran, aber der lange Murat Turhan versenkte den Abpraller per Fuß zum 1:2.
Knapp eine Stunde war gespielt, da bekamen die etwa 60 Zuschauer die beiden letzten Möglichkeiten der Einheimischen zu sehen. Erst verschätzte sich Mario Delvalle bei einem langen Ball total. Den Fehler machte er aber selbst wieder gut, als er den Schuss von Weckwerth von der Linie kratzte. Und kurz darauf eine gute Parade von Felix Baitz, der einen Freistoß von Sebastian Skupke auf dem regennassen Rasen festhielt.
In der letzten halben Stunde gab es Chancen nur noch für den Oberligisten. Gelegentliche Gegenstöße von Neuruppin wurden nur noch mit Fernschüssen abgeschlossen, die jedoch alle das Ziel verfehlten. Kurios auf Seiten unserer Elf das 1:3. Es war ein Tor ganz ohne Jubel. Moris Fikic hatte sich über links durchgespielt. Noch gestört von der Abwehr schoss er aus etwa 18 Metern. Daniel Fraufarth riss die Fäuste hoch und lenkte das Leder über die Latte - dachten jedenfalls alle. Erst als der Assistent zur Mitte lief, realisierten Spieler und Zuschauer, dass der Ball vor der Latte wieder runtergekommen war und tatsächlich nicht hinter, sondern im Netz lag.
Um so heftiger beklatscht wurde drei Minuten später das 1:4. Nicht, weil Murat Turhan aus Nahdistanz erfolgreich war. Das erwartet man wohl von einem Stürmer. Aber mit tollem Einsatz hatte der gerade 60 Sekunden zuvor eingewechselte Ricardo Quast aus Optiks A-Junioren-Elf den Treffer erst möglich gemacht. Das letzte Achtungszeichen setzte wieder Moris Fikic, wobei der inzwischen zwischen den Pfosten stehende Denny Fischer sehr gut parierte.
Ingo Kahlisch war recht zufrieden: "Anfangs war es schwer. In der ersten Hälfte war Neuruppin sehr aggressiv, attackierte körperlich stark und war ein gleichwertiger Gegner. Nach hinten raus haben wir uns mit fußballerischer Klasse und auch Athletik durchgesetzt. Gefreut hat mich die ordentliche Leistung von Ricardo Quast. Zum Glück hat sich heute keiner verletzt. Dass wir momentan nur 12, 13 Leute haben, macht mir schon Sorgen. Wir hoffen, dass bis zum Wochenende noch ein paar in den Kader zurückkehren können."
Tore:
1:0 (6.) Stölke
1:1 (31.) Kalan
1:2 (55.) Turhan
1:3 (66.) Fikic
1:4 (69.) Turhan
Aufstellung: Subke (46. Baitz) - Puhlmann, Delvalle Silva, Scholz, Hellwig - Leroy, Tsiatouchas - Fikic, Cankaya (68. Quast), Kalan - Turhan