REIHENWEISE CHANCEN VERSIEBT
Der FSV war von Beginn an dominant. Im Mittelfeld wurde das Spiel schnell gemacht. Aber je näher man dem Strafraum kam, desto umständlicher wurden die Rathenower, oder die Stendaler Abwehr ließ die Optiker ins Abseits laufen. Dennoch gab es zahlreiche Chancen. Die klarsten: Dejan Kalan knapp vorbei (8.), Patrick Scholz und Hakan Cankaya scheitern an Konrad Javell (9.), Freistoß Sasan Gouhari - haarscharf am langen Pfosten vorbei (18.). Wie eine Erlösung wirkte da das 1:0, als Mario Delvalle einen Eckball von Hakan Cankaya einköpfte.
In der Schlussphase der ersten Hälfte kamen dann auch die Altmärker zu zwei Angriffen. Erst stoppte Benjamin Wilcke den vom 1. FC Magdeburg nach Stendal gewechselten Martin Gebauer, wobei die Gäste vehement einen Strafstoß forderten. Und dann setzte sich der beste Schwarz-Rote, Benedikt Nellessen, über rechts durch. Seine präzise Hereingabe brauchte Maik Aumann nur noch über die Linie zu schieben. Dieses Tor stellte den Spielverlauf auf den Kopf, aber nur für 30 Sekunden. Vom Anstoß weg spielte Hakan Cankaya das Leder Patrik Scholz genau in den Lauf. Der Rathenower Kapitän zog sofort ab und sorgte so für die 2:1-Pausenführung.
Nach dem Wechsel wurde der Verbandsligist aus Sachsen-Anhalt förmlich eingeschnürt. Bei Jerome Leroy durfte man noch von Pech sprechen, sein Volleyschuss in der 47. Minute krachte an die Latte. Aber danach! Es war fast unglaublich, was Optik an Möglichkeiten ausließ. Dejan Kalan lief allein auf`s Tor zu - vorbei; Benny Wilcke umdribbelte drei Mann, um dann den Keeper anzuschießen; Daniel Pfefferkorn legte quer auf den freistehenden Apeneleke Dossou - wieder vorbei.
Dazwischen die einzige häßliche Szene des Spiels, als Henry Alika mit beiden Beinen voran Ekin Gündogdu zu Boden streckte. Mit Gelb von Schiedsrichter Nils Decker aus Falkensee war der Verteidiger gut bedient. Zum Ende hin ließen bei Lok Kraft und damit auch Konzentration nach. So erzielte Jerome Leroy das 3:1, als sich Torhüter und Abwehr nicht einig waren. Technisch gekonnt der Treffer zum Endstand. Patrik Scholz nahm das Leder mit dem Rücken zum Tor stehend an und zog dann aus der Drehung ab. Die letzten Minuten schoben sich zehn Rathenower - Sasan Gouhari hatte sich etwas verletzt - den Ball zu, ohne Stendal noch eine Torchance zu gönnen.
"Vor allem in der Anfangsphase waren wir in der Chancenverwertung zu nachlässig. Das müssen wir abstellen, wenn wir in der Oberliga erfolgreich sein wollen", resümierte Ingo Kahlisch. (D.N.)
Tore:
1:0 (29.) Delvalle Silva
1:1 (41.) Aumann
2:1 (42.) Scholz
3:1 (74.) Leroy
4:1 (79.) Scholz
Aufstellung:Sengespeick - Gouhari, Leroy, Delvalle Silva, Wilcke - Hellwig (61. Aslan), Tröger (61. Becker) - Cankaya (46. Pfefferkorn), Scholz, Kalan - Gündogdu (61. Dossou)