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OBERLIGA

OPTIK EFFIZIENT UND KAMPFSTARK

Gegen Lichtenberg 47 gelingt Optik mit einem 4:1 der dritte Sieg in Folge.
Torschütze Dzenis Hot gegen Lichtenbergs Tom Ventzke. Foto: Michel Grabowski
Jakob Reichenbach war doch noch rechtzeitig fit geworden und rückte wieder in die Innenverteidigung. Dort war er zusammen mit seinen Mannschaftskameraden sofort gefordert. Die Gäste gingen von Beginn an voll auf Sieg.

Es waren gerade 60 Sekunden gespielt, da musste Ibrahim Diallo auf der Linie klären. Rathenow kam fünf Minuten nicht aus der eigenen Hälfte. Dann gab es den ersten Gegenstoß, bei dem Maxime Langner von Joshua Bateman im Strafraum gefoult wurde. Schiedsrichter Lars Albert, der die phasenweise nicklige Partie mit all seiner Routine recht gut im Griff hatte, zeigte sofort auf den Punkt. Jonas Marvin Dieseler im Lichtenberger Kasten ahnte die Ecke, der scharf und platziert getretene Ball von Luka Zdep fand dennoch den Weg zum 1:0 ins Tor.

Eine Minute später gab es auf der anderen Seite „Elfmeter“. Nur diesmal ohne Pfiff des Referees. Simeon Hawwary konnte einen verdeckten Schuss noch soeben abwehren, fast genau in Höhe des Strafstoßpunktes kam Christian Gawe frei zum Nachschuss und setzte das Leder um satte fünf Meter neben das Tor.

In der Art ging es weiter. Die 47er mit viel mehr Spielanteilen, Abschlüssen, Ecken (am Ende 7:0 für die Gäste), aber ohne Zählbares. Eine wunderbar fightende Optik-Elf sorgte schon früh dafür, dass sich die Kulisse von leider nur gut 200 Zuschauern durch leidenschaftliche Unterstützung nach wesentlich mehr anhörte.

Effektivität – das war neben dem Kampf der zweite Rathenower Pluspunkt. Dzenis Hot diagonal auf Maxime Langner, dessen Eingabe nahm Luka Zdep direkt aus der Luft und knallte den Ball zum 2:0 ins Tor. Das sah schon nach „großem“ Fußball aus.

Die Szene unmittelbar nach dem darauffolgenden Anstoß nicht. Lichtenberg mit einer viel zu kurzen Rückgabe auf den Torhüter. Ousmane Sannoh spritzte dazwischen und lief allein auf Dieseler zu. Der blieb im ersten Anlauf sogar Sieger, doch Ousmane kam erneut ans Leder und hob es von weit vor dem Strafraum zum 3:0 ins Netz.

Auch danach blieben die Gäste überlegen. Wenn überhaupt Kritik am FSV, dann vielleicht bei der Quote der ankommenden Pässe. Zu oft gingen sauber erkämpfte Bälle durch Fehlabspiele wieder verloren. So auch in der 37. Minute, als Simeon Hawwary gegen den frei vor ihm auftauchenden John Gruber noch klären konnte, Gruber nach der sich anschließenden Ecke aber aus Nahdistanz auf 3:1 verkürzte.

Jetzt mussten die Fans um Optik fürchten. Kurz vor der Pause ein fulminanter Lattenkracher der Berliner. Da hätte Simeon Hawwary nichts ausrichten können, das tat er aber gegen den nachsetzenden Tom Ventzke. In dieser Phase der Anschluss und es wäre vermutlich ganz eng geworden.

Stattdessen gab es in der Nachspielzeit das 4:1. Eigentlich kam der Pass auf Maxime Langner gar nicht so gut, Maxime musste in voller Bewegung abbremsen. Dennoch gelang ihm das Abspiel auf Ousmane Sannoh, der sofort auf Dzenis Hot weiterleitete. Und Dzenis gelang ein exzellenter Abschluss ins kurze Eck.

In der zweiten Halbzeit verteidigte Rathenow konzentriert und konsequent, lauerte neben der leidenschaftlich und mannschaftlich geschlossenen Defensivarbeit auf Konter. Die Abwehrarbeit funktionierte gut, das Umschalten nicht so. Aber bei dem klaren Spielstand musste ja nach vorne nicht unbedingt so viel passieren.

Was hinten dennoch durchkam, wurde eine Beute des starken Simeon Hawwary. Vor allem Torjäger John Gruber prüfte Optiks Keeper des Öfteren. Herausragend waren die Rettungstaten in der 57. und vor allem in der 65. Minute. So etwa ab der 85. Minute war den Gästeakteuren der Glaube an eine Ergebniswende abhandengekommen. Als die Fans längst in Feierlaune waren, setzten die Rot-Weißen vom Vogelgesang den Schlusspunkt. Haarscharf zischte der Schuss von Jamal Willrich über die Latte.

Ganz ohne Wermutstropfen blieb es allerdings nicht. Maxime Langner erhielt wegen Foulspiels die fünfte Gelbe Karte. Während er also einmal pausieren muss, ist die Dauer des Fehlens von Ali Keles noch ungewiss. Ohne gegnerische Einwirkung verletzte sich Ali am Fuß und konnte den Platz nur gestützt verlassen.

Ingo Kahlisch: „Ich glaube, alle die seit Jahren zu Optik halten, werden es ähnlich sehen. Mit 19 Punkten haben wir einen überragenden Start hingelegt. Die Mannschaft arbeitet sehr gut zusammen und schießt vorne auch die Tore. So müssen wir weitermachen, ohne gleich euphorisch zu werden. Wir müssen schauen, was mit Ali ist. Aber auch ohne ihn fahren wir nächste Woche nach Falkensee, um eine Runde weiterzukommen. Das nehmen wir nicht auf die leichte Schulter, als FSV Optik haben wir vor jedem Gegner Respekt. Aber klar, wir wollen ins Halbfinale. Heute können wir uns erst einmal zurücklehnen und uns freuen.“

Optik: Hawwary – Diallo (G/87. Donner), Reichenbach, Solak, Saribas – Aktürk, Zdep – Keles (64. Willrich), Langner(G/77. Balonier), Hot – Sannoh (64. Leroy)

Tore:
1:0 Luka Zdep (7./FE)
2:0 Luka Zdep (23.)
3:0 Ousmane Sannoh (24.)
3:1 John Gruber (38.)
4:1 Dzenis Hot (45.+1)

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