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OBERLIGA

2:1-AUSWÄRTSSIEG BEIM BERLINER AK

Beim Berliner AK setzt sich der FSV Optik mit 2:1 durch und sichert sich dadurch drei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf.
Yohji Kore traf im Poststadion doppelt und hat nun elf Treffer auf seinem Konto. Foto: Andre Rekulowitsch
Für den gelbgesperrten Gia Huy Phong rückte Finn Hinze auf die Außenverteidigerposition. Seinen Platz im Mittelfeld nahm Marcito Vicente ein, der nach längerer Zeit wieder einmal in der Startformation stand.

Bei bestem Fußballwetter war Rathenow von Beginn an drückend überlegen. Kleine Einschränkung: Das galt nur für die Tribüne. Von den offiziell 114 Zuschauern dürfte knapp die Hälfte Gästefans gewesen sein. Und die machten richtig Stimmung. Auf dem Rasen ging es dagegen weit beschaulicher zu.

Zumindest von Seiten des FSV war das so gewollt. Gegen die feinen Techniker - es waren wieder mehrere Junioren-Bundesliga-Spieler beim BAK im Einsatz - wollte Optik zunächst hinten sicher stehen. Das gelang. Efe Önals Schuss aus der 18. Minute zwang Simeon Hawwary zur einzigen Vorpausenparade.

Sein Gegenüber Santiago Amorin Barrientos musste gar nicht eingreifen, da sowohl Luka Zdep (28./vorbei) als auch Yohji Kore (34./drüber) mit ihren Versuchen daneben lagen. Immerhin zeigte sich gegen Ende der ersten Hälfte, wo und wie die Athleten verwundbar sind. Tempogegenstöße über die Außen zogen die beiden ersten von insgesamt vier Verwarnungen für Berlin nach sich.



Zu Beginn der zweiten 45 Minuten kam von den Hauptstädtern mehr Druck. Verständlich, hatte doch Murat Tik, dem die Nullnummer offensichtlich zu wenig war, in der Pause offensiv gewechselt. Gefährlich wurde es aber lediglich beim Abschluss von Fodelcio Gomes Pereira aus spitzem Winkel.

Doch auch hier fehlte ein guter Meter. Dafür hatte Yohji Kore auf der Gegenseite in der 57. Minute die hundertprozentige Chance. Jose Aranda hatte sich über rechts gut durchgesetzt, am Keeper vorbei in die Mitte gepasst, wo Yohji den Ball über das leere Tor schoss. „So einfach wird es nie wieder", dachten wohl viele Fans.

Aber manchmal schreibt der Fußball die merkwürdigsten Geschichten. Nach einer Stunde wollte Justin Gerlach Kore in den Lauf spielen. Der Pass geriet zu lang, doch Berlins uruguayischer Keeper verlor komplett die Orientierung. Aus dem Tor eilend, sprang das Leder erst vor ihm auf und anschließend über ihn hinweg. Yohji, der durchgelaufen war, schob einfach zum 0:1 ins verwaiste Tor.

Murat Tik reagierte sofort und brachte die nächsten Offensivkräfte. Beinahe hätte sich das ausgezahlt. In der 68. Minute kam Efe Önal nach einer feinen Direktkombination recht frei zum Schuss. Mit einem großartigen Reflex hielt Simeon Hawwary die Führung. Das Auflösen der taktischen Grundordnung bei den Gastgebern brachte Optik natürlich Konterräume. Ali Keles kam zehn Minuten vor Schluss sogar am Torhüter vorbei, wurde dabei jedoch zu weit nach außen abgetrieben. So konnte der omnipräsente Önal noch vor der Linie klären.

Wenig später fiel es doch, das 0:2. War bei der Führung vielleicht etwas Glück dabei, hatte Yohji Kore in der 85. Minute einen Geistesblitz. Von Luka Zdep kurz hinter der Mittellinie bedient, sah Yohji, dass Santiago Amorin Barrientos weit vor seinem Kasten stand. Aus rund 45 Metern hob Rathenows Stürmer den Ball ins Netz.

Auf den Rängen war man sich bereits sicher: „Auswärtssieg, Auswärtssieg" schallte es ins weite Rund. Auf dem Rasen wurde es wieder spannend, als es der Optik-Abwehr nicht gelang, Furkan Yildirim bei seinem Solo über den halben Platz zu stoppen. Dessen Abspiel erreichte Efe Onal, der mit einem ansatzlosen Schuss auf 1:2 stellte.

Wie sehr Mannschaft, Trainerteam und Fans in den restlichen (inclusive Nachspielzeit) vier Minuten zitterten, lässt sich kaum beschreiben. Hinterher ist es leicht zu sagen, dass der BAK zu keinem Torabschluss mehr kam. Beim Abpfiff von Schiedsrichter Florian Markhoff war der Jubel auf Rathenower Seite riesig. Mit diesem Sieg wurde der Gegner in der Tabelle überholt.

Ingo Kahlisch: „Zunächst zum Spiel. Mit einer taktisch disziplinierten Leistung haben wir drei überaus wichtige Punkte geholt. Hinten sicher, hatte Berlin nicht mehr als zwei, drei Möglichkeiten. Nach vorne ging auch bei uns nicht so viel, aber wir haben zwei Tore gemacht, mehr muss man da nicht sagen. Aber etwas anderes ist mir noch wichtig. Wie in alten Zeiten gab es heute eine sowohl von der Anzahl der Fans her als auch von der pausenlosen Anfeuerung eine großartige Unterstützung im Stadion. Um so schöner, dass wir die Fans und uns selbst mit dem Auswärtssieg glücklich machen konnten. Aber bitte vergesst nicht, wir sind noch lange nicht durch, so konzentriert stehen müssen wir auch in den restlichen Partien!"

Optik: Hawwary - Aranda Aedo, Reichenbach, Gerlach, Hinze - Aktürk (85. Bateman), Solak - Vicente (75. Onu), Zdep, Donner (65. Keles) - Kore

Tore:
0:1 Yohji Kore (61.)
0:2 Yohji Kore (85.)
1:2 Efe Önal (89.)

GALERIE