1:1 IM BRANDENBURG-DERBY
Zu Beginn sah es noch nach einem Schlagabtausch und beiderseits schnellem Spiel aus. Leider täuschte das, Chancen waren Mangelware. Für Optik köpfte Chris Onu über den Kasten und Yohji Kore wurde geblockt. Auf der Gegenseite hielt Simeon Hawwary einen Schuss aus 18 Metern und holte einmal den Ball aus dem Netz. Da war aber die Abseitsfahne längst oben.
Ansonsten sahen die diesmal zahlreich erschienenen Zuschauer viele Fehlpässe. Der größte Aufreger kam Sekunden vor der Pause. Nach einem Rückpass, den Keeper Kilian Schubert verbotenerweise aufnahm, gab es indirekten Freistoß für Rathenow. Statt wuchtig zu schießen, versuchte Yohji Kore es mit einem Schlenzer, der auch noch viel zu hoch angesetzt war.
Die erste gefährliche Aktion nach Wiederanpfiff brachte den Gast in Führung. Ein leichtfertiger Ballverlust im Mittelfeld, ein Flankenlauf von Emil Gustavus über rechts, den niemand auch nur versuchsweise verhinderte, ein Abschluss von Michel Sobek zwischen zwei Rathenower Abwehrspielern - das 0:1 (48.) bestand aus einer ganzen Fehlerkette der Heimelf.
Kurzzeitig war Optik komplett von der Rolle. Simeon Hawwary verhinderte gegen den konternden Anton Kanther nach 51 Minuten die Vorentscheidung. Doch nach und nach kam, was sich eigentlich die ganze Rückrunde über zeigt: Der FSV verfügt gegen jeden Kontrahenten über die größeren Kraftreserven.
Nach gut einer Stunde verschätzte sich Kilian Schubert nach einem langen Einwurf, der freistehende Yohji Kore schoss leider den Keeper an. In der 70. Minute gab es für die Fans ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst alles klar, Luca-Rene Heinrich verlor im eigenen Strafraum erst die Übersicht, dann den Halt und landete im Fallen mit beiden Händen auf dem Ball. Also Handelfmeter, den der eingewechselte Luka Zdep verwandelte.
Der Jubel verwandelte sich in Entsetzen, nachdem Schiedsrichter Sven Schröder das Tor zurücknahm und zu seinem Assistenten lief. Nach längerer Beratung erneut ein Pfiff und die unmissverständliche Armbewegung zum Anstoßpunkt – der Treffer zählte, es stand 1:1. Und diesmal hielt der Jubel an. Was genau es zu bereden gab, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.
Anschließend wurde Rathenow viel zwingender, erarbeitete sich Ecken und Möglichkeiten. Die größte hatte Marcito Vicente, der - prima freigespielt - nicht an Schubert vorbeikam. Klosterfelde hatte nun oft Mühe, sich zu befreien. Die einzige nennenswerte Gelegenheit der bis dahin verlustpunktfreien Rückrundenelf resultierte aus einem Freistoß, der zu einem Strafraumgewühl führte. Letztlich war es aber Simeon Hawwary, der das Leder kontrollieren konnte.
Ärgerlich in dieser Schlussphase war lediglich die Gelbe Karte für Gia Huy Phong (Optiks einzige Verwarnung), der dadurch die Partie am kommenden Wochenende verpassen wird.
Ingo Kahlisch: „Nach einer für mich komplett enttäuschenden ersten Hälfte haben wir uns deutlich gesteigert. Ich denke, der eine Punkt war absolut verdient. Mit ein bisschen Glück gewinnen wir nach hinten raus dieses Spiel. Es hat sich nichts geändert, wir haben es weiterhin selbst in der Hand.“
Optik: Hawwary – Aranda Aedo, Reichenbach, Gerlach, Phong (G) – Solak (59. Keles), Hinze – Onu (59. Zdep), Aktürk, Donner (59. Vicente) – Kore (74. Bateman)
Tore:
0:1 Michel Sobek (48.)
1:1 Luka Zdep (71./HE)