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OBERLIGA

BITTERES 0:1 NACH FEHLENTSCHEIDUNG

Bei Aufstiegskandidat Lichtenberg 47 zeigt der FSV Optik eine couragierte Leistung, steht am Ende aber mit leeren Händen da.
Foto: Andre Rekulowitsch
Regionalligawürdig war am Karfreitag die Kulisse. 883 Zuschauer, unter ihnen auch gut 20 Optikfans, die sich immer wieder lautstark bemerkbar machten, sorgten für ordentlich Stimmung.

Allerdings wähnten sich viele zu Beginn wohl im falschen Film. Die 47er wurden vom Anpfiff weg tief hinten reingedrängt, Optik kombinierte sich immer wieder bis kurz vor den gegnerischen Strafraum - aber kaum einmal in diesen. Der letzte Pass wurde von der Heimdefensive immer geklärt.

Gleich beim ersten Hauptstadtkonter lag der Ball im Netz. Sebastian Reiniger hatte geschossen, Simeon Hawwary gehalten. Im Nachstochern gelang zwar ein Treffer, aber da Simeon die Hände da längst auf dem Ball hatte, gab es Freistoß für den FSV.

Die Szene läutete die stärkste Phase des Favoriten ein. Klarste Chance war ein Kopfball des komplett freistehenden Reiniger gegen die Laufrichtung des Keepers, aber über die Latte (32.). Auf der anderen Seite wurde Chris Onu in Szene gesetzt. Statt abzuschließen, suchte Chris das Dribbling, kam damit jedoch nicht durch.



Gleich nach der Pause eine Schrecksekunde für Rathenow. Justin Gerlach klärte eine Flanke und fiel dabei auf die ohnehin lädierte Schulter. Nach kurzer Behandlung konnte Justin zurück auf das Feld.

In der 51. Minute registrierten die Zuschauer den ersten richtigen Torschuss von Optik, abgegeben durch Luka Zdep. Maximilian Zunker parierte und im Gegenzug fiel das 1:0. Einmal waren die Gäste in der Abwehr unaufmerksam und schon schlug der Tabellenzweite zu. Eine Kopfballflanke von Sebastian Reiniger verwandelte John Gruber aus wenigen Metern.

Am Spielverlauf änderte das nichts. Wieder konzentriert, kämpften und spielten die Havelländer unbeirrt weiter. Nach knapp einer Stunde schien Jakob Reichenbach zu überrascht, als ihn ein ganz lang gezogener Freistoß von Nico Donner erreichte. Jakobs Schuss aus spitzem Winkel war nicht scharf genug, um Zunker echte Probleme zu bereiten.

Allmählich verlagerte sich die Partie in die Hälfte der 47er. Bei zwei Kontern verzog Reiniger, was bei Optik auch für den Schuss aus vollem Lauf von Salih Aktürk galt. Mehr und mehr zeigte sich, dass der FSV deutlich mehr zum Zusetzen hatte. Ingo Kahlisch ging volles Risiko, wechselte offensiv.

Das schien sich in der 75. Minute auszuzahlen. Mit einem guten Pass zog Yohji Kore los, war bereits im Strafraum, als er von Cederic Becker mehr als deutlich von den Beinen geholt wurde. Es dürfte der bislang klarste Elfmeter dieser Saison bei Optik gewesen sein. Nur Schiedsrichter Lennard Jasper Brennmoehl hatte es anders gesehen.

Zum zweiten Mal binnen einer Woche gab es eine extreme Fehlentscheidung gegen Rathenow. Um nicht falsch verstanden zu werden, es geht nicht um Verschwörungstheorien gegen unsere Mannschaft. Aber bei einem derart krassen Vorfall nützt es nichts mehr, wenn man dem Referee eine ansonsten ruhige und unauffällige Spielleitung bescheinigen kann. Klare Fehler von Spielern müssen ja auch angesprochen werden.

Fußball wurde anschließend weiterhin gespielt. Optik warf alles nach vorn. In der 84. Minute ein toller Direktschuss von Ali Keles. Der hätte genau gepasst, mit einer starken Parade drehte Maximilian Zunker das Leder gerade noch so um den Pfosten.

Wenig später der letzte Konter von 47. Erst Simeon Hawwary, dann Gia Huy Phong auf der Linie und beim zweiten Nachschuss Finn Hinze verhinderten die Entscheidung.

Inklusive Nachspielzeit blieben 360 Sekunden. Angriff auf Angriff von Optik, die zu einer Eckenserie führten. Bei einer davon fehlten Eric Preljevic wenige Zentimeter zum längst verdienten Ausgleich. Nach mehr als 94 Minuten durfte der Favorit jubeln…

Ingo Kahlisch: „Heute ist es schwierig, die richtigen Worte zu finden. Ich denke, insgesamt hat es die Mannschaft sehr ordentlich gemacht, alles gegeben. Wenn du dann durch solch einen Fehler des Schieris um den möglichen Punktgewinn gebracht wirst… Sowohl in Siedenbollentin, als auch hier war ein Schiedsrichterbeobachter anwesend. Beide haben bestätigt, dass wir in den jeweils betreffenden Szenen extrem benachteiligt wurden. Das ist so bitter, trotzdem müssen wir nach vorn schauen. Es gibt noch sieben Spiele, noch ist alles drin.“

Bilder vom Spiel

Optik: Hawwary – Aranda Aedo, Reichenbach, Gerlach, Phong (G) – Solak (81. Preljevic), Hinze – Onu (74. Vicente), Zdep (65. Kore), Donner (65. Keles) – Aktürk

Tor: 1:0 John Gruber (52.)