3:1-SIEG GEGEN CROATIA ERKÄMPFT
Doch der Reihe nach. Bereits in der Anfangsphase zeigten sich die Hauptstädter hellwach, immer einen Schritt und einen Gedanken schneller als Optik. Der FSV schien körperlich und mental nicht bereit. Gleich mehrfach schoss man bei Befreiungsschlägen gegnerische Spieler an, was einmal fast zu einem Gegentor geführt hätte.
Das kam dann nach gut 20 Minuten. Nach einer Ecke köpfte Justin Schultze zum 0:1 ein. Dachten jedenfalls alle, auch Croatias Spieler ließ sich feiern. Schieds- und Linienrichter waren sich jedoch sicher, es wäre ein Eigentor gewesen. Das stimmte auch, das Unparteiischentrio „bestrafte“ aber den Falschen. Nicht der im offiziellen Spielbericht stehende Yunus Solak war als Letzter am Leder, sondern Gia Huy Phong war der Ünglücksrabe.
Nach 45 Minuten war aus Rathenower Sicht das Ergebnis das beste an einer grottenschlechten Partie. Denn kurz nach dem eingangs erwähnten Schüsschen von Kore musste es 0:2 stehen. Ein für Optik zu schneller Einwurf auf Marouan Zghal, der auf rechts freie Bahn hatte und genau auf Erdi Temel querlegte. Aus sechs Metern kam Berlins Stürmer unbedrängt zum Torschuss und scheiterte am famosen Simeon Hawwary, der auch beim Nachschuss die Hände rechtzeitig an den Ball bekam.
Der FSV hatte sein Glück noch nicht aufgebraucht. 60 Sekunden nach Wiederanpfiff nahm Bara Abu Hamid einen weit aus dem Strafraum abgewehrten Ball volley. „Der geht weit drüber, da waren wir uns sicher“, bekannten Simeon Hawwary und Jakob Reichenbach später. Auch von draußen sah das so aus, doch urplötzlich senkte sich der Ball, klatschte an die Lattenunterkante und sprang glücklicherweise vor der Linie auf.
Insgesamt wirkten die Gastgeber nun aber endlich engagiert. Und wie am Mittwoch belohnte man sich schnell. Das 1:1 war fast eine Kopie des Ausgleichs gegen Sparta. Joshua Bateman auf Chris Onu, mit dessen Pass Yohji Kore loszog, zwei Gegner abschüttelte und vor Pascal Kühn die Nerven behielt.
Setzte das 1:1 Kräfte frei oder schockte es den Kontrahenten? Wahrscheinlich etwas von beidem, denn nur 180 Sekunden später köpfte Yohji Kore einen langgezogenen Freistoß von Nico Donner gegen die Laufrichtung des Keepers zum 2:1 ins Netz.
In der Folge gab es eine längere Phase mit Chancen ausschließlich für das Heimteam: Luka Zdep frei, Torwart hält (60.), Chris Onu ans Außennetz (64.), Ecke, Torwart lässt prallen, Gia Huy Phong schießt kurz vor der Linie Chris Onu an (67.), Freistoß Luka Zdep, Keeper pariert (79.).
Die Aufzählung zeigt schon, Optik verdiente sich die Führung, wenn auch erst nachträglich. Und es kam noch besser. In der 84. Minute scheiterte Chris Onu an Pascal Kühn, der den Ball jedoch nicht festhalten konnte. Der eingewechselte Ali Keles setzte zum Nachschuss an und wurde dabei vom Torhüter umgerissen. Hier blieb Schiedsrichter Fabien Schlecht, der sehr großzügig agierte, gar keine andere Wahl – Foulelfmeter. Luka Zdep verwandelte zum 3:1.
Schluss war da noch lange nicht. Jassin Meki kam nach einem Strafraumgewühl völlig frei zum Schuss, mit einem Reflex verhinderte Simeon Hawwary den Anschlusstreffer. Und auf der anderen Seite setzte sich Eric Preljevic schön durch, diesmal war es Kühn, der den möglichen vierten Treffer vereitelte.
Ingo Kahlisch war nach der nervenaufreibenden Partie sichtlich geschafft: „Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen, wir freuen uns. Alles andere möchte ich nicht kommentieren.“
Optik: Hawwary – Phong, Gerlach, Reichenbach, Hinze – Solak (46. Zdep), Bateman – Donner (89. Preljevic), Aktürk (G), Aranda Aedo (46. Onu) – Kore (81. Keles)
Tore:
0:1 Solak (21./ET)
1:1 Kore (52.)
2:1 Kore (55.)
3:1 Zdep (85./FE)