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OBERLIGA

TEUER ERKAUFTER 4:1-AUSWÄRTSSIEG

Bei TuS Makkabi Berlin landet der FSV Optik einen verdienten 4:1-Sieg, verliert aber Justin Gerlach mit einer Schulterverletzung.
Doppeltorschütze Luka Zdep. Foto: Verein
Von Umstellungen, die gefruchtet haben, sprach Ingo Kahlisch nach der Partie. Konkret sah das so aus, dass Salih Aktürk Stürmer spielte, hinter sich einen Luka Zdep mit einem Rekordlaufpensum. Der Rest der Mannschaft stand sehr tief.

So Hatte Makkabi zu Beginn ganz viel Ballbesitz. Erste Entlastung gab es in der 5. Minute als Chris Onu auf dem Flügel durchkam und Salih Aktürk bediente. Der hätte schon schießen können, legte aber quer auf den noch besser postierten Jose Luis Alejandro Aranda Aedo. Jose musste nur noch zum 0:1 einschieben. Sein erstes Pflichtspieltor für Optik, und das am Tag der chilenischen Präsidentschaftswahlen, da schreiben wir den Namen einmal komplett aus.

Anschließend wieder stürmende Gastgeber, die gegen eine hochkonzentrierte Rathenower Elf nie wirklich durchkamen. So gab es viele Fernschüsse. Mal vorbei, mal gehalten. Und beim eventuell gefährlich gewordenen Volleykracher von Doron Bruck (21.) warf sich Yunus Solak mit vollem Körpereinsatz in die Flugbahn des Balles. Sinnbildlich für ein Team, das von Lauf- und Kampfbereitschaft her eine in dieser Saison noch nie zu sehende Leistung ablieferte.

Das zweite Mal nach vorne ging es beim FSV in der 28. Minute. Foul und Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze, Lika Zdep verwandelte wunderschön ins Eck. 0:2 aus zwei Angriffen - effektiver geht es nicht.

„Getrübt“ wurde die makellose Bilanz als Salih Aktürk den weit vor dem Tor stehenden Lucas Lindner per Heber überlisten wollte, dabei aber etwas zu hoch zielte. Kurz danach eine zunächst harmlos aussehende Szene. Nach einem Kopfballduell stürzte Justin Gerlach zu Boden. Schnell wurde klar, da ist mehr passiert. Und hier geht ein riesengroßer Dank an Monja Gerth, Physiotherapeutin des TuS Makkabi. Sehr intensiv kümmerte sie sich um Optiks Kapitän, der sich die Schulter ausgekugelt hat und ins Krankenhaus gebracht wurde.

Für ihn kam Yohji Kore, somit rückte Salih Aktürk auf die Sechs und Yunus Solak in die Innenverteidigung. Yohji verhinderte in den letzten Sekunden vor der Pause die schnelle Ausführung eines Freistoßes und sah dafür Gelb.



Obwohl vom Trainer in der Kabine zur Vorsicht ermahnt, setzte Rathenows Stürmer gleich 60 Sekunden nach Wiederanpfiff zu einem Fallrückzieher am Mann an. Das hieß erneut Gelb und damit Gelb-Rot.

In Unterzahl geriet der FSV nun mächtig unter Druck. Reihenweise flogen die Bälle in den Strafraum. Irgendwie gelang es jedes Mal zu klären, doch es wurde von Mal zu Mal knapper. Statistiken sind nicht immer aussagekräftig, aber das Eckenverhältnis von 9:1 (Rathenows einzige kam fünf Minuten vor Schluss) spiegelt die Spielanteile schon recht exakt wieder.

Mehr als eine Viertelstunde kam Optik gar nicht über die Mittellinie, verteidigte aber weiter leidenschaftlich und konzentriert. In der 63. Minute kam dann ein Pass von Chris Onu durch auf Luka Zdep. Luka lief bis zum Strafraum und schloss hart und platziert ab – 0:3. Riesenjubel im Gästeblock. Zumindest hier herrschte Gleichstand, 20 der 40 Zuschauer waren Anhänger der Roten.

Makkabi, ohnehin schon seit der 59. Minute mit drei Stürmern agierend, warf nun alles nach vorn. In der 71. Minute gelang ihnen auch ein Tor. Zum Glück war die Abseitsfahne sofort oben. Das sahen allerdings nur die Feldspieler, Simeon Hawwary hatte einen Fuß am Kopf abbekommen. Der Keeper biss auf die Zähne, immerhin wurde er ja von den Fans mit einer kleinen Choreo für sein 100. Pflichtspiel im Optik-Dress geehrt. Nach Hause ging es für ihn aber mit einem ordentlichen Brummschädel. Dann verletzte sich mit Chris Onu der nächste Gästekicker.

Zehn Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit kamen die Gastgeber doch zum 1:3. Will Siakam stocherte den Ball nach einem ausgiebigen Strafraumgewühl über die Linie.

Nun wurde es endgültig zu einer Zitterpartie. In der 83. Minute hämmerte ein Berliner Akteur das Spielgerät an die Latte. Auf Grund mehrerer Verletzungsunterbrechungen gab es sechs Minuten Nachspielzeit. Jeder Befreiungsschlag wurde bejubelt. Woher er die Kraft noch nahm, wird er wohl selber nicht wissen, aber nach einem gewonnen Zweikampf sprintete Finn Hinze nochmals los und konnte unter Bedrängnis noch auf Nima Amiri querlegen. Nima blieb, so sah es von außen aus, hängen. Doch der nachgerückte Gia Huy Phong schloss sofort ab und traf zum 1:4-Endstand.

Ingo Kahlisch: „In der ersten Halbzeit war das sehr ordentlich, eigentlich das Beste, was wir in der Oberliga bisher gezeigt haben. Auf dem schweren, tiefen Platz haben wir gegen eine technisch gute Mannschaft enorm gefightet. Wir haben ja ein bisschen umgestellt, und die Variante mit den beiden Jungs vorne ist sportlich voll aufgegangen. Dieser Überraschungssieg war wichtig. Heute freuen wir uns, dann kommen noch drei Endspiele.“

Bilder vom Spiel

Optik: Hawwary – Hinze, Reichenbach, Gerlach (42. Kore/47. G-R), Phong – Solak, Bateman – Aranda Aedo, Zdep (85. Amiri), Onu (78. Vicente) – Aktürk (G)

Tore:
0:1 Jose Luis Aranda (5.)
0:2 Luka Zdep (28.)
0:3 Luka Zdep (63.)
1:3 Will Anderson Siakam (80.)
1:4 Gia Huy Phong (90.+5)