SCHWACHE LEISTUNG GEGEN DEN BAK
Als um 15:51 Uhr abgepfiffen wurde, gab es viel Kopfschütteln bei Trainerstab und Fans. Natürlich waren Schiedsrichter Carl Wundram und seine Assistenten in der letzten halben Stunde außer Rand und Band. Wer als Unparteiischer zu Recht Respekt einfordert, muss auch gegenüber Spielern und Bank Respekt zeigen können! Diese durch nichts zu rechtfertigende Kartenflut gegen die Gastgeber wird mit Sicherheit auch beim Verband angesprochen werden. Aber das darf niemals den Blick dafür trüben, dass Rathenow gegen den BAK seine schwächste Saisonleistung zeigte.
Von Beginn an fand Optik überhaupt nicht in die Zweikämpfe. Wirklich von Beginn an, denn nach genau 15 Sekunden ballerte Amir Hossein Farhadi den Ball an den Pfosten.
Abgesehen von einem 25-Meter-Schuss von Finn Hinze, bei dem nicht so viel fehlte, gab es eine halbe Stunde lang ausschließlich Berliner Angriffe. Mehrfach parierte Simeon Hawwary stark. Höhepunkt war dabei der gehaltene Elfmeter gegen Abdulkadir Beyazit (19.), nachdem Chris Onu Furkan Yildirim zu Fall gebracht hatte.
Ohne aufs Tor geschossen zu haben, lag Rathenow plötzlich 1:0 in Führung. Einen Eckball von Luka Zdep köpfte Ali Keles wunderschön ins Netz, ins eigene allerdings.
Danach waren die Moabiter kurzzeitig von der Rolle, bei Chris Onus Kopfball lag sogar ein zweites Tor in der Luft. Kurz vor der Pause dann allerdings mächtig Dusel für den FSV, als Berlin eine Dreifachchance liegen ließ.
Die zweite Hälfte begann wie die erste, mit einem Pfostenschuss der Gäste. Diesmal stand Keles zum Abstauben bereit und machte das 1:1. Anschließend war es sehr zerfahren.
Ohnehin nur auf bescheidenem Niveau kickend, verzeichneten beide Mannschaften mehr als fünfzehn Minuten keinerlei Abschlüsse. Etwa ab der 60. Minute wurde Optik gefälliger. Und kam auch zu Gelegenheiten. Sowohl gegen Yohji Kore als auch gegen Chris Onu und Luka Zdep hielt Denizhan Erdogan seine Farben im Spiel.
Das war nun allerdings ständig unterbrochen, da der Schiedsrichter bei grundsätzlich jedem Pfiff Gelb zog. Wahrscheinlich ziemlich selten: Jose Aranda wurde wegen eines schnell ausgeführten Einwurfs verwarnt.
Keine Schuld hatte der Referee am 1:2. Bei einer Ecke pennte die gesamte Abwehr. Am langen Pfosten stand David Jojkic mutterseelenallein und drückte das Leder über die Linie. Eine Ausgleichschance gab es noch. Yohji Kore war einen Tick eher am Ball als Torhüter Erdogan und wurde von diesem umgerissen. Diesmal blieb die Pfeife stumm.
Ingo Kahlisch: „Ich denke, auf Grund der klar überlegenen ersten Hälfte ist der Sieg für den BAK insgesamt verdient. Nur nach hinten raus kann ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie sich gegen die drohende Niederlage gewehrt hat. Schade, auch ich hätte gerne, wie jeder im Stadion wenigstens den einen Punkt mitgenommen. Was mir mittlerweile richtig auf die Nerven geht ist, wie viele Gelbe Karten ständig in eine Richtung verteilt werden. In allen Spielen! Das ist nicht mehr normal. Nicht nur immer wir, auch die Schiris und der NOFV müssen sich da mal hinterfragen!“
Optik: Hawwary – Hinze (71. Vicente), Abal, Gerlach, Donner (G) - Solak (46. Reichenbach/G), Bateman (G/61. Aktürk) - Aranda Aedo (G), Zdep (G/82. Saribas), Onu (71. Amiri/G) - Kore
Tore:
1:0 Eigentor (35. Keles)
1:1 Keles (47.)
1:2 Jojkic (84.)