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OBERLIGA

GEGEN JENA GUT GEWEHRT

0:4 verloren und dennoch mit viel Beifall verabschiedet. Der FSV Optik hat am Sonntag trotz sportlicher Unterlegenheit viele Sympathiepunkte geholt.
Foto: Michel Grabowski
Herzliche Umarmungen, Schulterklopfer - schon lange vor Spielbeginn herrschte rege Betriebsamkeit am Vogelgesang. Zeiss-Trainer Volkan Uluc war vielen noch aus seiner Zeit beim BAK, dem BFC Dynamo und Lok Stendal bekannt, auch Justin Gerlach, einst in Jena aktiv, begrüßte einige alte Freunde.

Recht schwül war es beim Anpfiff. Schön, dass trotzdem an die 300 Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden hatten. Die sahen eine pausenlos angreifende Jenaer Elf, denen sich Rathenows junge Truppe unerschrocken stellte. Der FSV machte das geschickt, nahm immer wieder das Tempo raus und brachte die klassenhöheren Gäste aus dem Rhythmus.

Genau drei wirklich gefährliche Gelegenheiten ließ die Gastgeber-Defensive bis zur 45. Minute zu. Beim Steilpass von Jona Kratzenberg auf Moritz Fritz war Simeon Hawwary einen Schritt schneller. Der freistehende Manasse Eshele schoss knapp vorbei und beim Abschluss von Patrick Weihrauch aus Nahdistanz zeigte Optiks Keeper einen Klassereflex.

Etwas unübersichtlich wurde es bei der letzten Aktion. Nach einem Gewühl im Strafraum lag der Ball im Tor, der Assistent signalisierte eine Abseitsstellung, nahm die Fahne dann aber wieder runter. Schiedsrichter Daniel Läser entschied zunächst auf Tor, nahm dann Kontakt mit seinem Linesman auf und den Treffer zurück. So ging es mit 0:0 in die Kabinen.

Dort gab es bei den Thüringern deutliche Worte, das zeigte sich auch auf dem Platz. Schon kurz nach Wiederbeginn fiel nach einem Schuss von halbrechts das 0:1.

Carl Zeiss erhöhte die Schlagzahl, hatte eine Woche vor dem scharfen Start natürlich auch eine ganz andere Spritzigkeit als Optik. Beim Oberligist, der sich weiter ordentlich wehrte, gingen mit zunehmender Spieldauer eroberte Bälle nun zu schnell wieder verloren. Kurz vor und nach dem zweiten Jenaer Treffer sahen die Fans starke Paraden von Simeon Hawwary.

Das 0:3 forderte selbst bei den Rathenower Anhängern zu Beifall heraus. Eine punktgenaue Flanke von Nils Butzen veredelte Maxim Hessel mit einem sagenhaften Kopfballtorpedo. Das 0:4 war dann ein typisches "Mit der Kraft geht auch die Konzentration verloren"-Tor. Lean Schoima setzte als einziger nach, als alle Rathenower den Ball im Aus wähnten, Jona Kratzenberg musste nur noch einschieben.

Außer Jena gewannen auch fünf Zuschauer je eine VIP-Tageskarte, Rathenows Fanartikelstand einen ordentlichen Erlös durch verkaufte Merchandisingartikel und natürlich die Einlaufkinder, die nach dem Schlusspfiff ein erfolgreiches Elfmeterschießen mit Simeon Hawwary und Tom Sebastian absolvierten. Wohl selten sah man nach einem 0:4 so viele zufriedene Gesichter.


Volkan Uluc: "Erst einmal danke, dass wir mal wieder hier sein durften, zmal unsere Anfrage ja recht kurzfristig war. In der ersten Hälfte hat man gesehen, mit 95 Prozent reicht es nicht, du musst immer Vollgas geben. Das hat mir nicht gefallen und das habe ich in der Kabine auch so angesprochen. Nach dem Wechsel haben wir es dann besser gemacht. Jetzt bleibt noch eine Woche, ein bisschen an den Abläufen zu feilen. Ich denke, insgesamt sind wir gerüstet für den Punktspielauftakt gegen Babelsberg und insgesamt bin ich heute dann doch ganz zufrieden."

Ingo Kahlisch: "Für die Jungs war es das dritte Spie in fünf Tagen, das hat man natürlich gesehen. Aber wenn du die Chance hast, gegen einen solchen Gegner zu spielen, nimmst du sie auch wahr. Deshalb Danke an Jena, dass ihr hier wart. Wir müssen in den nächsten beiden Wochen zusehen, dass das alles passt. Weiter gehts, Sport Frei."

Am Mittwoch empfängt Optik im vorletzten Test den Landesmeister von Sachsen-Anhalt, den 1. FC Lok Stendal. Die Altmärker flogen nach ihrem Last-Minute-Aufstieg nach Mallorca. Dann war Urlaub angesagt und seit dem 14. Juli fließt beim Training der Schweiß. Die beiden bisherigen Testspiele fielen eher unter die Rubrik" leichter Aufgalopp". Gegen Havelwinkel Warnau gewann Lok mit 5:0, gegen eine Kreisoberligaauswahl hieß es 6:2. Es folgen noch Spiele gegen Stahl Brandenburg und Schwarz-Weiß Bismark. Optik - Lok stellt für unseren Gegner also das einzige Duell gegen einen Oberligisten dar.

Spielbeginn für den letzten Test am heimischen Vogelgesang ist am Mittwoch um 18 Uhr.


Tore:
0:1 Lean Schoima (48.)
0:2 Pit Kirchhoff (68.)
0:3 Maxim Hessel (77.)
0:4 Jona Kratzenberg (83.)