VIEL BEIFALL TROTZ NIEDERLAGE
Mitte der ersten Hälfte gab es eine ganz starke Phase bei Preussen. Die individuelle Klasse zeigte sich nicht nur bei den beiden Treffern. Fabio Engelhardt verwandelte beim 1:0 eine Eingabe von Tugay Uzan, der sich über rechts durchgesetzt hatte. Beim 2:0 war es Uzan, der in der Mitte genau richtig stand, diesmal wurde der Ball von links hereingeschlagen.
Davor und danach entschärfte Simeon Hawwary Volleykracher von Patrick Breitkreuz und Christian Gawe. Aber schon in jener ersten Halbzeit versuchte Optik, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit selbst in eine Abschlussposition zu bringen. Meist war ein Abwehrbein dazwischen, daraus resultierten mehrere Eckbälle. Auch die brachten jedes Mal Gefahr. Man spielte also munter mit, richtig turbulent wurde es jedoch erst in der 44. Minute, als Marouan Zghal ziemlich frei zum Schuss kam. Letztlich zu zentral, Timo Habel konnte halten.
Zu Beginn der zweiten 45 Minuten musste der Gästeblock bei nun im Schatten herrschenden, sehr kalten Temperaturen Angst bekommen. Freistoß Tugay Uzan, Simeon kratzte das Leder irgendwie aus dem Dreiangel, Schuss Patrick Breitkreuz, wieder eine Superparade des FSV-Keepers, dann ein Abschluss aus dem Gewühl - Nico Donner per Kopf auf der Linie gerettet.
Kurz darauf die einzige unschöne Szene der Partie. Yunus Solak klärte einen Ball vor dem heranstürmenden Stephan Brehmer. Der BFC-Akteur ging schreiend zu Boden, ob Schwalbe oder einfach unglücklich gestürzt, sei dahingestellt. Zum Entsetzen aller Rathenower zog Schiedsrichter Oliver Seib aus Görlitz Gelb für Solak.
Danach wurde aber wieder Fußball gespielt. Von Minute zu Minute wurde Optik mutiger und belohnte sich schließlich. Matt-Brahan Zie nahm einen Pass von Jamal Rogero an, lief noch ein paar Schritte und schloss dann überlegt zum 2:1 ins lange Eck ab.
Schade, dass der Spielstand nur so kurze Zeit Bestand hatte. Denn in der 70. Minute gab es einmal eine Unkonzentriertheit am eigenen Strafraum, wurde das Leder zu leicht hergegeben. Mohamed Toure legte quer auf Patrick Breitkreuz, der zum 3:1 einschoss.
Das war auch der Endstand, in der restlichen Zeit stand Optik wieder ordentlich, und was durchkam, wurde eine Beute des an diesem Tag famosen Simeon Hawwary. Und so konnten die Akteure in der roten Kluft erhobenen Hauptes mit den Fans abklatschen.
Ingo Kahlisch: "Ein jederzeit verdienter Sieg für Preussen. Nach der Halbzeit waren wir kurz dran. Der Unterschied in der Besetzung war aber schon zu sehen, so hat es dann nicht zu einer Überraschung gereicht. Am Samstag haben wir das erste Endspiel, da wollen wir gewinnen. Gefreut habe ich mich, dass heute 30 Leute von uns da waren. Ach ja, Simeon und Xhaka kriegen heute ein Extralob."
Daniel Volbert: "Das war nicht so ganz einfach heute. Wir haben tollen Fußball gespielt, aber Rathenow war immer gefährlich, setzte immer wieder Nadelstiche. Wir mussten warten, mustten heute alles investieren. Ja, wir haben heute gegen einen sehr guten Gegner gespielt, dessen Torwart bester Mann auf dem Platz war."
Optik: Hawwary - Nafilo (55. Lukanov), Reichenbach, Gerlach, Donner - Xhaka (G), Solak (G/73. Vicente) - Zie (79. Alisaleha), Zghal (73. Vettorazzi), Borkowski (G/73. Bateman) - Rogero
Tore:
1:0 Fabio Engelhardt (23.)
2:0 Tugay Uzan (32.)
2:1 Matt-Brahan Zie (67.)
3:1 Patrick Breitkreuz (70.)