INS VIERTELFINALE GEZITTERT
Der FSV Optik gehört nicht dazu. Vom Ergebnis her nicht zu den Ausgeschiedenen, von der Leistung her nicht zu den Favoriten. Mit viel Mühe setzten sich die Rathenower beim FC Lauchhammer mit 1:0 durch.
Während der grippekranke Jeongyeop Bae und der kurzfristig arbeitsbedingt ausfallende Marcito Vicente gar nicht vor Ort waren, stand völlig überraschend Jonas Borkowski auf dem Spielberichtsbogen. Und nicht nur das, sondern auch in der Startelf. "Man of the Match" war jedoch zweifellos Joshua Bateman, der an vier ganz entscheidenden Situationen beteiligt war.
"Heute auf die Zähne beißen, Optik in die Schranken weisen." So stand es auf einem Plakat im gut gefüllten Waldstadion. 455 Zahlende, so lautete die offizielle Zuschauerzahl. Da kamen aber mit Sicherheit noch wenigstens hundert Nichtzahler dazu. Schade, dass nur sieben Rathenower Anhänger die weite Reise auf sich nahmen. Lauchhammer verfügt über eine nostalgische Spielstätte mit steiler Tribüne.
In der Partie selbst wurde zu Anfang deutlich, wer der höherklassige Verein ist. Optik übernahm das Kommando, lief aber recht oft ins Abseits. Insgesamt kann man die ersten 23 Minuten wohl unter "überlegen, ohne klare Chancen" verbuchen. Dann setzte sich Jonas Borkowski auf dem linken Flügel durch, seine Hereingabe schoss Joshua Bateman zum 0:1 ins Netz.
Wer abergläubisch ist, oder wenigstens ein Bild mit Symbolcharakter braucht, wusste nach einer halben Stunde, wie der Sieger des Spiels heißt. Denn in der 31. Minute kam die Nummer 31, Patrick Hulha, plötzlich ganz frei zum Schuss. Die andere Nummer 31, Tom Sebastian, erstickte den bereits aufkommenden Jubel mit einer tollen Flugeinlage, mit der er den Ball noch um den Pfosten drehen konnte.
Auch die letzte Aktion der ersten Hälfte gehörte den Gastgebern. Vorne getroffen, hinten gerettet - Joshua Bateman grätschte stark und fair gegen den einschussbereiten Justin Gewiss.
Aus der Kabine kam der FCL voll offensiv. Nach wenigen Sekunden prüfte Max Hühne Tom Sebastian. In der 47. Minute jubelten viele Zuschauer schon, der Versuch von Justin Gewiss landete aber am Außennetz. Wenig später wieder Max Hühne. Diesmal war er frei durch, Optiks Keeper verkürzte gut den Winkel und klärte.
Nach genau einer Stunde die größte Gelegenheit für den Landesligisten. Zustande kam sie durch? Na klar, Joshi Bateman. Beim Klärungsversuch schoss er dem eingewechselten Vladislav Lukanov das Leder aus Nahdistanz an den Arm. Nach kurzem Zögern entschied Schiedsrichter Jonas Marx auf Elfmeter. Tom Geißler trat an und schob den Ball links am Tor vorbei. Aber ganz ehrlich, dieser Strafstoß war so schwach geschossen, dass ihn der ins richtige Eck hechtende Tom Sebastian ohnehin gehalten hätte.
Gab das Lauchhammer einen Knacks? Oder hatte der FSV mehr zum Zusetzen? Vielleicht von jedem ein bisschen. Jedenfalls konnten die Gäste den Gegner nun wieder von der gefährlichen Zone fernhalten. Auf die erste eigene Gelegenheit musste man jedoch bis zur 72. Minute warten. Da flog ein Kopfball von Marouan Zghal knapp am Tor vorbei.
60 Sekunden später die letzte Aktion von Rathenows Nummer 2: Joshua Bateman mit einem taktischen Foul. Gelb hatte er schon, also Gelb-Rot. Nach dem anschließenden Freistoß hatte Optik Glück, dass Max Hühne freistehend über den Kasten köpfte.
Das war dann aber auch die letzte richtige Chance der Blau-Schwarzen. Erwähnenswert war noch der Freistoß von Shpetim Xhaka ans Außennetz (77.) und die Riesenmöglichkeit zur Entscheidung in der 87. Minute. Matt-Brahan Zie auf Jonas Borkowski, der fünf Meter vor dem Tor Keeper Til Wrobel anschoss.
In den sich daran anschließenden drei regulären plus sechseinhalb Nachspielminuten bekam das Schiedsrichtertrio mehr Arbeit als im gesamten Spiel zuvor. Nicht alle FC-Akteure hatten sich angesichts der drohenden Niederlage noch voll im Griff. Zwei Gelb-Rote Karten für Spieler und einmal glatt Rot für einen Betreuer waren die Folge.
Es blieb beim 0:1 und sowohl wörtlich - im Verlauf des Spiel bezog sich der zu Beginn noch strahlend blaue Himmel und ein sehr kalter Wind kam auf - als auch im übertragenen Sinn hatte sich der FSV Optik ins Viertelfinale gezittert.
Ingo Kahlisch: "Wir haben das dritte Spiel in Folge nicht verloren und sind eine Runde weiter. So weit das Positive. Aber wer dabei war, hat gesehen, nach oben ist noch vieles, sehr vieles offen. Einige müssen begreifen, dass Fußball Mannschaftssport ist."
Bilder vom Spiel
Optik: Sebastian (G) - Alisaleha, Gerlach, Reichenbach, Donner (57. Lukanov) - Solak, Bateman (73. G/R) - Zie, Zghal (75. Xhaka), Borkowski - Rogero
Tor: 0:1 Joshua Bateman (24.)