BALSAM FÜR DIE SEELE
Wie sehr sich das Gesicht der Mannschaft in dieser Saison verändern wird, machte schon ein Blick auf die Anfangsaufstellung deutlich. Aus der Startelf der letzten Oberliga-Partie, vor fünf Wochen gegen TeBe, standen mit Tim Berger, Thomas Lettow und Patrik Scholz bei Anpfiff gerade noch drei Spieler auf dem Platz. Verletzungsbedingt fehlten Dirk Szabo, Andre Zielke und Mathias Lettow.
[img_re]OptikBilder/Saison08_09/Newsbilder08_09/Test_Optik_Tus/martin.jpg[/img_re]Und so bietet sich derzeit für Spieler, die zuletzt eher in der zweiten Reihe standen oder nur unregelmäßig zum Einsatz kamen, die große Chance, neu anzugreifen - für Martin Sengepeick etwa. Drei Jahre lang die Nummer 1b hinter Aydin, zeigte der Keeper heute, wie er inzwischen gereift ist und seiner Mannschaft Rückhalt geben kann. Auf der Torhüterposition - das deutete sich heute an - muss man sich keine Sorgen machen, zumal mit dem Rathenower Felix Baitz, der derzeit noch verletzt ist, ein weiteres hoffnungsvolles Talent verpflichtet werden konnte.
Und auch sonst gab es in der zweiten Halbzeit vieles zu sehen, was den Zuschauern ein zufriedenes Nicken und Szenenapplaus entlockte: Etwa wie die Mannschaft trotz des Trainingsprogramms am Vormittag bis zum Schluss fightete, wie gut sich der erst 18-jährige Neuzugang Jerome Leroy von Hertha BSC einfügte, wie ein Sven Becker im zentralen Mittelfeld nach der Halbzeitpause aufblühte und wie der andere Neuzugang Ali Avcioglu gleich zweimal den Ball ins Tor köpfte, beide Male nach Vorlage von Sturmpartner Daniel Pfefferkorn.
[img_li]OptikBilder/Saison08_09/Newsbilder08_09/Test_Optik_Tus/mario.jpg[/img_li]Apropos Pfefferkorn: den musste Ingo Kahlisch beim 8-Kilometer-Lauf am Vormittag sogar bremsen, weil er schon nach knapp 30 Minuten im Ziel eintrudelte, ebenso wie einige andere, die unter der angepeilten Marke von 35 Minuten blieben. Überhaupt ist Rathenows Coach mit den bisherigen Trainingsleistungen äußerst zufrieden und schaut, bei aller Enttäuschung, schon wieder "vorsichtig optimistisch" in die Zukunft.
Die Probespieler, die allesamt einen guten Eindruck hinterließen, haben nun noch eine weitere Woche Zeit, den Fußball-Lehrer von ihren Qualitäten zu überzeugen. Wen und ob er überhaupt einen der Kandidaten verpflichtet, ließ Ingo Kahlisch derweil offen. Fest steht allenfalls, dass es keine übereilten Entscheidungen geben wird. (N.R.)
Spielbericht von Detlev Nießner:
Vor der Pause war es ein recht ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Die Oranienburger Vorortler hatten sogar die klareren. So traf Marcel Lesniak nach knapp einer halben Stunde das Außennetz. Kurz darauf hielt Martin Sengespeick ganz stark gegen Tim Gefeller. Nach dem Wechsel wurde Optik klar überlegen. Das wirkte sich auch zahlenmäßig aus. Thomas Lettow und Marco Jahn vergaben zunächst noch. Auf der Gegenseite musste Martin Sengespeick gegen den freistehenden Sebastian Tomczyk Kopf und Kragen riskieren.
In der 58. Minute deutete Ali Avcioglu seine Torgefährlichkeit erstmals an. Bei seinem Schuss hatte Keeper Sven Redmann viel Mühe. Die anschließende Ecke, getreten von Sven Becker, verlängerte Daniel Pfefferkorn wieder auf Avcioglu, der zum 1:0 ins Netz köpfte. Auch in der Folgezeit stand Sven Redmann im Mittelpunkt. Sowohl bei Daniel Pfefferkorns Knaller aus vollem Lauf als auch bei Ali Avcioglus Solo zeigte er sich auf dem Posten. Das 2:0 in der 79. Minute war eine Kopie des ersten Treffers: Ecke Becker, Verlängerung Pfefferkorn, Kopfball Avcioglu. Nur 120 Sekunden später das 3:0. Nach Freistoß von Patrik Scholz war Tim Berger mit einem Kopfball an den Innenpfosten erfolgreich. So gab es nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Felix Burghardt viel Beifall von den gut 100 Zuschauern. (D.N.)
Tore:
1:0 Avcioglu (58.)
2:0 Avcioglu (79.)
3:0 Berger (81.)