ENDLICH GEHTS WIEDER LOS
Zu DDR-Zeiten trat die Kleinstadt meist in der Bezirksklasse an - bis 1972. Dann wurde das Landmaschinenkombinat "Fortschritt" Trägerbetrieb und Namensgeber. Es begann ein rasanter Aufstieg, der 1985 im Erreichen der DDR-Oberliga gipfelte.
Nach der Wende begegneten sich Havelland und Oberlausitz erstmals. Genau wie Optik war "Schiebock" Gründungsmitglied der Regionalliga, wo man sich drei Jahre behauptete. Zu Beginn des neuen Jahrtausends kickten die Oberlausitzer wieder auf Landesebene, ehe 2015 der Wiederaufstieg in die Oberliga Süd gelang.
Seit dieser Saison spielt der BFV 08 nun erneut in der Regionalliga und sorgt dort für Furore. Auf dem Platz, wie beispielsweise beim 2:1 gegen Spitzenreiter Chemnitz, aber durchaus auch auf anderem Gebiet. Der Präsident ließ gegen Ende des Jahres verlauten, in den nächsten vier Jahren sollte es doch bitte schön eine Liga höher gehen. Die dritte Kraft nach Aue und Dresden?...
Damit beschäftigt sich Ingo Kahlisch nicht. "Wir wollen uns in der Rückrunde so gut wie irgend möglich präsentieren", sagte er im Vorfeld der Partie. (Das ganze ausführliche Interview mit dem Trainer gibt es im Stadionheft zu lesen.)
Nicht zufrieden war er übrigens mit dem Auftritt seiner Mannschaft im Testspiel am Dienstagabend gegen den Landesligisten TSV Chemie Premnitz. Nach einer, über weite Strecken, höhepunktarmen Partie trennten sich die beiden Mannschaften leistungsgerecht mit einem torlosen Unentschieden. Beim FSV Optik spielten vor allem die jüngeren Spieler, die sonst eher weniger zum Einsatz kommen.
„Wir waren nicht geradlinig genug, haben immer wieder hinten rumgespielt, anstatt mal den Pass in die Tiefe zu suchen. Das war mir dann auch zu wenig“, ließ Ingo Kahlisch nach dem Spiel wissen. Die Optiker waren zwar über 90 Minuten das aktivere Team, Premnitz machte die Räume aber geschickt eng, so dass Torchancen des Regionalligisten an einer Hand abgezählt werden konnten. Die beste Möglichkeit hatte sogar der TSV Chemie. Christian Freidank schoss aus Nahdistanz aber über das Tor. In der ersten Hälfte traf Hasan Gül noch den Pfosten und nach der Pause gab es eine Dreifach-Chance, bei der mehrere Chemiker kurz vor der Linie klärten.
Am Samstag muss Ingo Kahlisch personell einen Rückschlag verdauen. Süleyman Kapan, der sich einen Nerv eingeklemmt hat, wird definitiv fehlen, sogar ein längerfristiger Ausfall droht. "Das ist extrem bitter, Sülo war so gut drauf in der Vorbereitung. Gerade seine körperliche Präsenz wird uns fehlen." Ingo Kahlisch kennt Bischofswerda, weiß um das körperbetonte Auftreten der Sachsen.
Und dennoch: Auch Optik hat richtig Bock auf Fußball auf grünem Rasen. Ans Aufgeben denkt hier niemand. So dürfte eine interessante Partie zwischen den beiden Aufsteigern garantiert sein. Und das bei Vorfrühlingswetter..