DER POTT BLEIBT IN RATHENOW!
Aber der Witterung zum Trotz füllten sich die Traversen von Minute zu Minute. Die schließlich über 1700 Besucher, rund 500 waren aus der Landeshauptstadt angereist, bildeten bei diesen Bedingungen eine stattliche und lautstarke Kulisse.
Los ging es ohne großes Abtasten. Der SVB mit viel Ballbesitz, der FSV tief und gut organisiert stehend und auf Konter lauernd. Das gleich der erste saß, spielte den Hiesigen natürlich in die Karten. Süleyman Kapan nahm in der sechsten Minute einen Pass von Hakan Cankaya auf und überwand Marvin Gladrow zum 1:0.
Für die Gäste scheiterte Manuel Moral Fuster mit einem Kopfball an Selvedin Begzadic. Ebendieser Fuster musste dann aber schon nach 25 Minuten für Kai Druschky weichen. Verletzt war er nicht, aber: "Wir haben den Gegner überhaupt nicht unter Druck gesetzt, ich musste zeitig reagieren", erklärte Cem Efe später.
Der Wechsel änderte nicht viel, die nächste Szene dagegen alles. Tezcan Karabulut ließ sich nach einer bereits abgepfiffenen Aktion allzu leicht von Kapan provozieren und zu einer Tätlichkeit hinreißen. Rot von Schiedsrichter Norbert Giese aus Großräschen wurde nicht in Frage gestellt. Die Diskussionen drehten sich nur darum, ob beide runter gemusst hätten. Die Meinungen gingen dabei naturgemäß auseinander.
Klar war nur, dass die Potsdamer das Risiko erhöhen mussten. Das taten sie nach der Pause auch. Vorn blieb quantitativ alles wie gehabt, dafür spielte die Abwehr nun mit Dreierkette. Optiks Kicker, die vor dem Anstoß noch so nett mit den Auflaufkindern der E- und F-Jugend geplaudert hatten, bekamen nun einen unangenehmen Begleiter - die Angst schlich sich auf den Platz. Das nutzte Dennis Lemke zum 1:1-Ausgleich.
Was folgte, umschrieb Mario Schmeling treffend mit: "Wir haben kurz gewankt, uns geschüttelt und dann zu unseren Tugenden zurückgefunden." Diese Tugenden, das waren enorme Laufbereitschaft und agressives, aber nicht unfaires Pressing. Die Waage neigte sich nun wieder zu Gunsten der Rathenower.
Salih Cetin und Egzon Ismaili vergaben noch, aber Jerome Leroy fand auf dem mittlerweile pitschnassen Rasen das richtige Mittel. Ein Aufsetzer aus gut 20 Metern schlug in der 81. Minute zum 2:1 ein. Perfekt gemacht wurde der Erfolg vom besten Spieler auf dem Platz. Süleyman Kapan erzielte mit einem tollen Heber auch noch das 3:1.
Damit hat der FSV Optik zum zweiten Mal den Landespokal gewonnen und zieht erneut in den DFB-Pokal ein. Entsprechend groß waren der Jubel bei Kickern und Fans. Die Auslosung findet am Sonntag ab 18 Uhr statt. Am Samstag um 13 Uhr gibt es zum Saisonausklang noch ein Testspiel gegen die Soccer-Academy der Vancouver Whitecaps.
Bilder vom Spiel
Rathenow: Begzadic - Bahr, Wilcke, Cetin, Delvalle - Hellwig (80. Regulski), Leroy - Ismaili, Cankaya, Huke (62. Uslucan)- Kapan (89. Grüneberg)
Babelsberg: Gladrow - Mihm, Prochnow, Rode (85. Zimmer), Hebib (G) - Sindik, Becker (G), Blazynski (G), Moral Fuster (25. Druschky), Karabulut (37. Rot) - Lemke
SR: Giese (Großräschen)
Tore:
1:0 Kapan (6.)
1:1 Lemke (54.)
2:1 Leroy (81.)
3:1 Kapan (86.)