FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

1:3-NIEDERLAGE GEGEN LOK LEIPZIG

Auch im dritten der vier Spiele gegen die vier Staffelfavoriten hat es für den FSV Optik nicht zu einem Punktgewinn gereicht.

Der 1. FC Lok Leipzig setzte sich am Vogelgesang verdient mit 1:3 durch.

Sollte ein Trickfilmzeichner auf die Idee kommen, die Partie auf die Leinwand zu bringen, würde das 0:2 etwa so aussehen: Bei einer Flanke von Paul Schinke fast von der Außenlinie lugt plötzlich ein pausbäckiger Windgott zwischen den Wolken hervor. Mit kräftigem Blasen treibt er den Ball Richtung Tor, lässt Lucas Hiemann lange in dem Glauben heranzukommen, ehe ein letzter Puster den Ball schließlich ins äußerste Eck befördert.

Das ist natürlich nicht ernst gemeint, doch tatsächlich verlor Rathenow ein entscheidendes Duell schon vor dem Anpfiff. FCL-Kapitän Robert Zickert gewann die Seitenwahl und entschied sich für Rückenwind. Der wurde zu Spielbeginn immer heftiger, bis hin zu Sturmböen. Das soll aber nicht über das eigentlich entscheidende hinwegtäuschen, Lok zeigte die reifere Spielanlage. Die Messestädter gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe. Das war nun nicht so überraschend, Leipzig gilt als echte Männermannschaft, in der viel über Kampf geht.

Der FSV hielt oft gut dagegen, stand auch vernünftig. Aber immer wieder gingen eroberte Bälle sofort wieder verloren. Mehrmals durfte ein zurückgedrängter Blau-Gelber Offensiver ein zweites oder gar drittes Mal flanken. Schon nach sieben Minuten erzielte Matthias Steinborn die 1:0-Gästeführung. Ob der Ball auch ohne Sturm so genau gepasst hätte, sei mal dahingestellt, doch stand Steinborn zum einen sträflich frei und zum anderen war es ein mustergültiger Kopfball.

Kurios, aber folgenlos war eine Szene nach exakt einer Viertelstunde. Lucas Hiemann wollte einen gehaltenen Ball per Abschlag schnell wieder ins Spiel bringen. Von der 16-Meter-Linie geschlagen, fiel das Leder nach einem bumerangähnlichen Flug etwa vier Meter hinter(!) ihm wieder auf den Boden - glücklicherweise neben dem Kasten.

Dieses Glück verließ Optik dann in der oben beschriebenen Aktion. Nicht, dass sich die Gastgeber nicht wehrten. Aber irgendetwas fehlte immer. Als Caner Özcin die große Doppelchance zum Anschluss hatte, war der Stürmer längst nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte. Nach einem Foul plagte er sich mit enormen Rippenschmerzen. Eventuell auch mit ein Grund, dass Keeper Fabian Guderitz beide Versuche entschärfen konnte. Danach war klar, es hat keinen Sinn mehr bei Özcin. Für ihn kam Semih Kayan zu seinem Debüt.

Der hatte nach der Pause eine gute Kopfballchance, traf den Ball jedoch nicht voll. Ansonsten gelang es Lok zumeist, das Heimteam erfolgreich vom eigenen Strafraum fernzuhalten, ohne selbst noch allzuviel nach vorn zu machen. Von dieser zweiten Hälfte werden viele Beteiligte in ein paar Tagen nicht mehr viel wissen.

Für einen dürfte sie unvergessen bleiben. Gojko Karupovic verlor Sekunden nach seiner Einwechslung den entscheidenden Zweikampf. So hatte Robert Berger freie Bahn. Dessen Hereingabe musste Djamal Ziane lediglich zum 3:0 einköpfen. Worauf Optik aufbauen kann - weder Gojko, noch seine Kollegen ließen sich hängen. Und kurz vor Schluss gelang Karupovic per sehenswertem Heber sein erstes Pflichtspieltor für den FSV.

Zu mehr reichte es nicht, aber das 1:3 spiegelte am Ende das Kräfteverhältnis auf dem Platz recht exakt wieder.

Wolfgang Wolf: "Wir mussten die Gegebenheiten annehmen, es waren sehr schwierige Boden- und Windverhältnisse. Das hat man bei unseren Toren auch gesehen. Auch in der zweiten Halbzeit hatten wir noch die eine oder andere Chance. Wir sind froh, dass wir den Platz als Sieger verlassen haben, Rathenow hatte sich das Tor verdient."

Ingo Kahlisch: "Heute muss ich nicht viel sagen. Natürlich bin ich enttäuscht. Aber wir wussten ja, was auf uns zukommt und Lok hat hier verdient gewonnen, ganz eindeutig."

Zum Schluss wurde es dann sogar noch entspannt, denn auf Ingos Aussage: "Es ist immer noch Februar. Wir haben auf grünem Rasen gespielt und Spieler, die so viel Ged verdienen wie eure, müssen mit den Platzverhältnissen klarkommen", zeigte Wolfgang Wolf erst Richtung Kahlisch und meinte schmunzelnd: "Ein alter Trainerfuchs." Dann kam: "Aber du hast recht. Wenn ich so an meine Zeit zurückdenke, was es da manchmal für Plätze gab..." Zumindest in dieser Beziehung gab es also ein Unentschieden.

Bilder vom Spiel

Pressekonferenz

RATHENOW: Hiemann - R. Techie-Menson (G), Turan (G), Bibija, Zingu - Gorbunow - Muiomo, Hellwig (G / 78. Alimler), Leroy (G), Langner (G / 74. Karupovic) - Özcin (36. Kayan)

LEIPZIG: Guderitz - Berger, Zickert, Urban, Schulze - Brandt, Salewski (G) - Steinborn (73. Schubert-Abubakari), Schinke (77. Soyak), Pfeffer (G / 83. Mvibudulu) - Ziane

TORE:
0:1 Steinborn (7.)
0:2 Schinke (22.)
0:3 Ziane (75.)
1:3 Karupovic (87.)