FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

UNGLÜCKLICHE HEIMNIEDERLAGE

Trotz guten Spiels und der besseren Torchancen unterliegt Optik gegen Herthas U23 mit 0:2.

Ingo Kahlisch konnte sich auch eine Stunde nach Abpfiff kaum beruhigen: "Es musste doch mindestens einen Elfmeter geben. Es ist unglaublich!" Optiks Trainer war so wütend über die Leistung des Schiedsrichtersgespanns um Lars Albert, dass er ihnen sogar den Entzug des obligatorischen Kartoffelsalats mit Schnitzel androhte.

Und in der Tat dürfte auch dem ruhigsten Zuschauer spätestens in der 37. Minute der Kragen geplatzt sein, als Caner Özcin von Florian Baak im Berliner Strafraum umgerissen wurde. Das gleiche Duell gab es auch in der 31. Minute, hier umklammerte Baak Özcin beim Kopfball. Und auch als dazwischen Jerome Leroy gelegt wurde, blieb die Pfeife stumm. Drei strittige Strafraum-Entscheidungen innerhalb weniger Minuten - es war wahrlich eine hitzige erste Halbzeit. Auch Gästetrainer "Zecke" Neuendorf bekam sein Fett weg, er sah nach einer Viertelstunde Gelb wegen zu heftigen Reklamierens.

Natürlich wurde auch Fußball gespielt, und das richtig flott. Optik war von Beginn an gut im Spiel, hatte durch Matur nach nur einer Minute (drüber) und Özcin (7. / abgeblockt) die ersten Torabschlüsse. Noch gefährlicher war es auf der anderen Seite als Samardzic frei zum Abschluss kam, aber verzog. Drei Minuten später fiel dann aber doch das 0:1, als Bilbija den zweitbesten Torschützen der Regionalliga, Muhammed Kiprit, nur einen Wimpernschlag lang aus den Augen verlor und dieser zum 0:1 einnetzte.

Doch der FSV zeigte sich nicht geschockt, spielte weiter gut mit und mutig nach vorne. Die beste Gelegenheit auszugleichen hatte in der 23. Minute der fleißige Özcin auf dem Fuß, der nach einem sehenswerten Solo ab der Mittellinie am Ende knapp verfehlte - und leider übersehen hatte, dass in der Mitte Hellwig und Langner mitgelaufen und anspielbar waren. Kurz vor der Halbzeit wurde auch Hertha nach einer tollen Kombination noch einmal gefährlich, aber Emre Turan klärte im letzten Moment.

Die zweite Halbzeit begann mit einer tollen Reaktion von Optik-Schlussmann Lucas Hiemann, der nach einer Ecke zur Stelle war. Danach waren fast nur noch die Rathenower am Drücker und drängten auf den Ausgleich. Özcin nach Kopfballablage von Muiomo übers Tor (54.), Langner nach Vorabeit von Hellwig drüber (63.), Özcin und Langner verpassen eine Eingabe von Techie-Menson (66.), Özcins Schuss nach Vorarbeit von Kim pariert Smarsch (82.), Kim über den Kasten (85.) - es sollte nicht sein, der Ball wollte nicht ins Tor.

Die Herthaner waren da schon wesentlich effizienter. Kiprit hatte zwar das 0:2 noch nicht erzielen können, da er im Konter zu eigensinnig abschloss, aber zwei Minuten vor dem Abpfiff beerdigte Dardai alle Rathenower Ausgleichshoffnungen. Aus 20 Metern schlenzte der Sohn des ehemaligen Bundesligaspielers den Ball wunderschön in den Dreiangel.

Auf Rathenower Seite gab es verständlicherweise lange Gesichter nach einer guten Leistung, die leider nicht belohnt wurde. Trotzdem gab es zumindest noch ein kleines Happy End. Spät am Abend, das Gros der 368 Zuschauer dürfte schon auf der Couch eingenickt sein, saß Kahlisch doch wieder gemeinsam mit den Unparteiischen am Tisch. Und natürlich gab es auch wieder Kartoffelsalat...

Andreas "Zecke" Neuendorf: "Wir hatten zuletzt drei Niederlagen in Folge. In diesen drei Spielen waren wir aber dem Sieg oft näher als dem Sieg heute. Es gab Phasen, da hätte Optik durchaus ausgleichen können. Wir haben aktuell 41 Spieler in der Regionalliga eingesetzt. Dafür ist es sensationell, wie wir uns als Team gewehrt haben."

Ingo Kahlisch: "Erstmal möchte ich gratulieren. Die Hertha-Amateure sind ja in der Regionalliga mein Lieblingsverein, bei dem ich oft zusehe, weil man dort von den jungen Fußballern viel lernen kann. Wir waren heute sehr dicht dran, etwas zu holen. Das erste Tor war quasi ein Eigentor, weil Azzo den Ball durchlässt. Das wird natürlich in dieser Liga bestraft. Danach haben wir sehr ordentlich gearbeitet. Aber von drei möglichen Elfmetern bekommen wir nicht einen einzigen. Egal, wo wir auswärts spielen, wird mindestens einmal auf den Punkt gezeigt, aber hier in Rathenow passiert das nicht. Das ist als Dorfverein so, das war heute nicht das erste Mal so. Mit dieser Niederlage kann ich persönlich nicht leben. Aber wir werden weiter kämpfen."

Die komplette Pressekonferenz

Optik: Hiemann - Techie-Menson, Bilbija, Turan, Matur - Hellwig (71. Alimler), Aydogdu (G) - Langner (75. Karupovic), Leroy (75. Kim), Muiomo - Özcin

Hertha: Smarsch - Bretschneider, Ziemer, Baak, Fuchs - Dardai (88. Cubuckcu), Ernesto, Dirkner (90. Gurschke), Gayret - Kiprit (G / 88. Pfeiffer), Samardzic

Tore:
0:1 Kiprit (10.)
0:2 Dardai (88.)