FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

AUSWÄRTSSIEG IN LICHTENBERG

Optik gewinnt bei Aufsteiger Lichtenberg 47 durch ein Tor von Caner Özcin (80.) äußerst glücklich mit 1:0.

Große Jubelszenen gab es am Dienstagabend in der Lichtenberger "Howoge-Arena" trotz des ersten Saisonsieges nicht. Verhalten und demütig klatschten Optiks Spieler nach der Partie untereinander und mit den etwa 15 Optik-Fans ab. Auch Ingo Kahlisch wusste natürlich um den schmeichelhaften Sieg und verteilte tröstende Worte an die Lichtenberger um seinen ehemaligen Schützling, den geknickten 47-Trainer Uwe Lehmann.

Bereits vor dem Anpfiff hatten sich auch die Gastgeber als echte Sportsmänner erwiesen. Als Ausgleich für die Mehraufwendungen aufgrund der Neuansetzung überreichten sie dem FSV Optik einen Scheck in Höhe von 300 Euro. Eine bemerkenswerte Geste, für die sich der Verein an dieser Stelle natürlich noch einmal herzlich bedankt.

Auch Optiks Spieler zeigten sich ob des gelebten Sportsgeistes ergriffen und bekamen ihre Gefühle für die nächsten 70 Minuten auch nicht mehr in den Griff. Anders ist die blutleere Vorstellung gegen den Aufsteiger kaum zu erklären.

Von Beginn an übernahm Lichtenberg die Kontrolle und hätte bereits nach sieben Minuten führen können. Christian Gawes Drehschuss strich nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbei.

Optik rannte meist hinterher, hielt aber in der ersten Halbzeit zumindest noch dagegen und kam auch sporadisch vor das Tor, wobei die Versuche von Kapan (24.) , Langner (37.) und Özcin (45.) jeweils direkt in den Armen von 47-Schlussmann Niklas Wollert landeten. Die Gelegenheiten von Thomas Brechler, der mit einer Direktabnahme knapp über das Tor zielte (29.), und Gawe, der nur den Innenpfosten traf, waren da schon von einem anderen Kaliber (45.).

Der Pausenpfiff kam Optik also durchaus gelegen. Besser wurde es mit Wiederanpfiff allerdings nicht - im Gegenteil. Die Rathenower verloren nun fast jeden Ball, die taktische Ordnung und auch alle wichtigen Zweikämpfe.

Lichtenberg erspielte sich phasenweise Gelegenheiten im Minutentakt, verfehlte aber entweder knapp den Kasten oder scheiterte am Gebälk, so wie Patrick Jahn per Freistoß in der 59. Minute. Eine Minute später landete der Ball dann doch im Kasten, allerdings hatte Torschütze Jonas Schmidt bei seinem Kopfball im Abseits gestanden.

Und der FSV? Der meldete sich nach der überstandenen Druckphase in der 67. Minute zunächst einmal mit einem Kopfball von Caner Özcin, direkt in die Arme von Niklas Wollert, zurück. Zwei Minuten später war es wieder Özcin, der nach Vorarbeit von Langner vor Wollerts Kasten auftauchte, diesmal verfehlte er das Tor nur um Zentimeter.

Im dritten Versuch klappte es dann. Nach einem Einwurf kam der Ball in der 80. Minute irgendwie zu Özcin, der aus der Drehung zum völlig überraschenden 0:1 traf.

Die Lichtenberger schienen in dieser Phase sowohl körperlich als auch moralisch platt. Erst in den allerletzten Minuten und in der Nachspielzeit mobilisierten sie noch einmal ihre letzten Reserven und warfen alles nach vorne. Optik kam noch einmal mächtig ins Schwimmen, rettete den Sieg aber glücklich über die Zeit.

Viel Zeit zum Regenerieren und zum Auswerten des Spiels bleibt dem FSV nicht. Schon am Samstag steht die Auswärtspartie beim VfB Auerbach auf dem Programm. Wie sagte Ingo Kahlisch nach dem Abpfiff so schön: "Der Abstiegskampf ist eröffnet"...

Ingo Kahlisch: "Ich möchte mich nochmal für den sehr herzlichen Empfang hier bedanken. Mit der Leistung meiner Mannschaft in den letzten Spielen konnte ich überhaupt nicht zufrieden sein. Aber wir haben gegen Hertha, Lok Leipzig und Cottbus gespielt. Man hat heute den Kräfteverschleiss gesehen. Wir sind nicht spritzig gewesen, wir sind nicht nach vorne gekommen und haben schlechten Fußball gespielt. Wir haben hier sehr glücklich gewonnen. Aber trotzdem freuen wir uns darüber. Wir haben uns hinten rangeschoben, der Abstiegskampf ist eröffnet."

Uwe Lehmann: "Ich war mit meiner Mannschaft schon in der ersten Halbzeit zufrieden. Wir hatten den Gegner über 90 Minuten voll im Griff. Aus einem Einwurf bekommen wir dann einen Flipperball ins Eck. Ich bin natürlich sehr unzufrieden mit dem Ergebnis. Wir hätten das Spiel heute nicht verlieren dürfen."

Bilder vom Spiel

Tor: 0:1 Özcin (80.)