FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

KEINE PUNKTE IM POSTSTADION

Am Ende der englischen Woche unterliegt Optik beim souveränen Berliner AK mit 0:2.

"Und trotzdem wollen wir immer noch drinbleiben", meinte ein gefasster Ingo Kahlisch nach der 0:2-Niederlage seiner Optiker beim Berliner AK. "Das wünsche ich euch auch, ganz ehrlich", entgegnete BAK-Trainer Ersan Parlatan. In einem am Ende der englischen Woche nur durchschnittlichen Spiel setzte sich der Gastgeber verdient durch.

Vor dem Anpfiff hatten beide Trainer das gleiche Problem, sie mussten auf ihre Spielmacher verzichten. Tunay Deniz (Rotsperre) und Jerome Leroy (fünfte Gelbe) fehlten. Und ihre Ersatzleute waren nicht die Schlechtesten. Bei Seref Özcan durfte man das wohl erwarten, er ist Stammspieler. Luiz Schack stand dagegen erstmals in der Startelf. Und: "Er hat ein ordentliches Debüt abgeliefert", so sein Coach.

Bei kaltem böigem Wind entwickelte sich das erwartete Geschehen, stürmende Athleten gegen defensive Optiker. Auffällig: Jeder Angriff lief über links. Jedenfalls zehn Minuten lang. Dann ging es erstmals schnell über rechts, die Eingabe von Oliver Hofmann ließ Tahsin Cakmak bewusst durch und Abu Bakarr Kargbo hatte aus Nahdistanz keine Mühe, die frühe 1:0-Führung zu erzielen.

Und genauso linkslastig ging es weiter. Schon nach 25 Minuten reagierte die Rathenower Bank, tauschte Suguru Watanabe gegen Nii Bruce Weber. Der ging natürlich ins Mittelfeld, Benny Wilcke rückte nach hinten. Der mehrfache taktische Wechsel beim BAK sorgte bei den Berliner Anhängern unter den 207 Fans immer wieder für Beifall. Stark, wie Hofmann und Shawn Kauter ständig ihre Positionen tauschten, die Gäste damit immer wieder in Verlegenheit brachten.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, der BAK stand nie vor einem Kantersieg. Zum einen gab es dazu viel zu viele ungenaue Bälle in die Spitze, nur beim Solo von Marcus Mlynikowski musste Luis Zwick Kopf und Kragen riskieren. Und zum anderen hatte wenigstens ein FSV-Akteur einen richtig guten Tag erwischt: Emre Turan köpfte mit stoischer Ruhe ungezählte Flanken aus der Gefahrenzone.

Als sich nach einer guten halben Stunde kaum noch jemand für die Kickerei auf dem Rasen begeisterte, donnerte Shelby Printemps das Leder nach Vorarbeit von Luiz Schack an den Außenpfosten, da wäre der ansonsten beschäftigungslose Pascal Kühn chancenlos gewesen.

Die ersten zwanzig Minuten der zweiten Hälfte gehörten ganz klar Optik. Aber mehr als ein Kopfball von Süleyman Kapan, knapp vorbei, sprang nicht dabei heraus. Nun könnte ein längerer Absatz über das 2:0 folgen, selbst die Berliner schauten nach Kargbos Treffer erst zum Assistenten, bevor sie jubelten, aber die drei Punkte wären am Sonntag ohnehin im Poststadion geblieben. Oscar Ortiz prüfte Kühn noch mit einem 25-Meter-Schuss, der kam jedoch genau auf den Torhüter. Da die Gastgeber bei den Kontern ebenfalls unentschlossen waren, ging die Partie ohne weitere Höhepunkte zu Ende.

Ingo Kahlisch: "Nach den drei Spielen in einer Woche muss man die sportliche Situation wohl mit `vorsichtig sehr beschissen`beschreiben. Trotz teils ordentlicher Leistungen haben wir in den drei Spielen kein Tor erzielt. Wir werden uns jetzt erstmal auf das Pokalmatch kommenden Samstag konzentrieren. Das wollen wir gewinnen und dann in der Liga ein kleines Endspiel gegen Bautzen haben. Und ja, wir wollen immer noch drin bleiben. Heute haben wir phasenweise, aber wirklich nur phasenweise angedeutet, was wir können. Eine Klasseleistung von Emre Turan an alter Wirkungsstätte, aber für einige waren drei Spiele in sieben Tagen einfach zu viel." Auf generelle Probleme angesprochen, meinte der Trainer: "Regionalliga und Oberliga ist mittlerweile ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ob ich persönlich Profitum in der vierten Liga richtig finde, ist doch gar nicht relevant. Und wir werden bis zum Schluss kämpfen!"

Ersan Parlatan: "Ich war heute phasenweise zufrieden. Immerhin gab es in der englischen Woche für uns nur ein Gegentor. Aber als Trainer findest du ja immer was. Wir haben bei viel Ballbesitz unsere Möglichkeiten nicht gut zu Ende gespielt. Aber jedes Spiel ist schwer, mit dem Ergebnis bin ich hochzufrieden, die Demut haben wir."

BERLIN: Kühn - Kauter, Akyörük, Siemann, Koch - Oschmann (G) - Hofmann, Özcan (65. Cigerci), Mlynikowski - Kargbo (72. Yao), Cakmak (83. Möllering)

RATHENOW: Zwick - Watanabe (26. Weber), Turan, Bilbija, Adewumi (G) - Baudis (46. Ortiz), Kapan - Printemps, Schack (G/64. Turhan/G) , Wilcke - Özcin

TORE:
1:0 Kargbo (11.)
2:0 Kargbo (64.)