FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

UNGLÜCKLICHE HEIMNIEDERLAGE

Optik unterliegt dem FC Viktoria Berlin nach einer 2:0-Führung äußerst unglücklich mit 2:3.

Die Pressekonferenz war eigentlich schon beendet, als Ingo Kahlisch noch einmal mit einer Info aus der Kabine zurück kam - leider keiner guten: Mit Bilbija, Baudis und Top werden gleich drei Stammspieler für die nächsten Wochen ausfallen. Bilbija hatte sich schon beim Aufwärmen vor dem Spiel verletzt. Baudis, der eigentlich geschont werden sollte, rückte für ihn in die Startelf und musste in der zweiten Halbzeit ebenso wie Top verletzt vom Platz.

Eben jener Baudis hätte Optik in der 13. Minute auch um ein Haar in Führung gebracht, doch sein Kopfball nach einer Ecke von Leroy klatschte nur an das Lattenkreuz. Bereits in der 5. Minute hatte dieser Standard schon einmal fast Erfolg gebracht. Ecke Leroy, Kopfball Turan - knapp drüber. Die Zuschauer sahen eine flotte Anfangsphase mit Chancen hüben wie drüben. Viktoria scheiterte mit Schüssen von Brand (6.) und Gayret (16.) jeweils an Bjarne Rogall.

Die gefährlichere Spielanlage hatte jedoch der FSV, der über Özcin, Top und Printemps immer wieder ausschwärmte und sich in der 21. Minute belohnte. Nach Vorarbeit von Printemps schob Caner Özcin aus Nahdistanz abgezockt zum 1:0 ein. Nur fünf Minuten später fast der Doppelpack - aus 20 Metern zielte Özcin knapp links vorbei. Kurz darauf aber doch das 2:0. Wieder bereitete Printemps über rechts vor, seine Eingabe verwandelte dieses Mal Jerome Leroy (29.).

Ein komfortabler Pausenvorsprung sollte man meinen. Doch drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff die kalte Dusche für Optik. Erst wurde ein Distanzschuss von Rafael Brand unhaltbar abgefälscht (42.) und dann stocherte der Ex-Babelsbeger Marcus Hoffmann einen abgewehrten Ball auch noch zum 2:2 über die Linie (44.). Innerhalb von drei Minuten hatte Viktoria den Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Das hinterließ Spuren bei Optik. Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Berliner das Kommando und ließen Ball und Gegner laufen. Torchancen brachte das allerdings, bis auf einen Kopfball von Soyak - weit über das Tor - nicht ein. Im Gegenteil, die große Chance zur erneuten Führung hatte plötzlich Optik. Nach einem sehenswerten Doppelpass mit Özcin scheiterte der eingewechselte Nii Bruce Weber am sensationell reagierenden Ex-Tebe-Keeper Stephan Flauder.

Im Gegenzug fiel das 2:3 wieder äußerst unglücklich. Einen Distanzschuss ließ Bjarne Rogall über die Fingerkuppen rutschen, Brand schnappte sich den Ball und am langen Pfosten drückte Yilmaz die Flanke über die Linie (78.).

Trotz dieses Rückschlages bewies Optik große Moral und kämpfte sich noch einmal ins Spiel zurück. In der 90. Minute scheiterte Jerome Leroy nach einem langen Zuspiel von Emre Turan am erneut stark reagierenden Flauder und in der Nachspielzeit segelte ein Schlenzer von Printemps nur knapp am linken Pfosten vorbei - es sollte an diesem Tag einfach nicht sein...

Optik hat nun drei Tage Zeit, Wunden zu lecken, bevor es am Sonntag zum Mitaufsteiger nach Bischofswerda geht.

Spielszenen im Video

Interview mit Jörg Goslar und Stephan Flauder

Optik: Rogall - Watanabe, Turan, Langner, Wilcke - Ortiz (85. Akcakaya), Baudis (G / 59. Hellwig) - Printemps, Leroy, Top (51. Weber) - Özcin

Tore:
1:0 Özcin (21.)
2:0 Leroy (29.)
2:1 Brand (42.)
2:2 Hoffmann (44.)
2:3 Yilmaz (78.)

Jörg Goslar: "Es ist in der Regionalliga auch in Rathenow keine Selbstverständlichkeit, zu gewinnen. Wir haben heute nicht gut verteidigt und zu recht 2:0 hinten gelegen. Aber wir sind ruhig geblieben und haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Wir hatten in der zweiten Halbzeit viel Raum und hätten vielleicht eher das 2:3 machen können. Das Tor ist dann sehr kurios gefallen, aber das nehmen wir gerne mit."

Ingo Kahlisch: "Bei mir ist die Enttäuschung groß, weil meine Mannschaft nach dem 2:0 im zentralen Bereich nicht so gespielt hat, wie ich das möchte. Fußballspiele werden in der Defensive gewonnen, wir haben aber offen wie ein Scheunentor gestanden. Das sieht natürlich für die Zuschauer immer ganz gut aus, aber Viktoria hatte einfach zu viel Raum. Heute hätte ich auch mit einem Punkt leben können, den muss man dann halt auch mal mitnehmen und nicht so blauäugig spielen. Sieben Gegentore in zwei Spielen sind einfach zu viel."