FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

OBERLIGA

OPTIK IST OBERLIGAMEISTER!

Mit einem 3:1-Erfolg gegen Malchow krönt Optik eine sensationelle Saison und steigt in die Regionalliga auf.

Während der Pressekonferenz wurde es plötzlich laut. "Go West" von den Pet Shop Boys dröhnte aus den Boxen. Die Aufklärung lieferte Ingo Kahlisch, der sichtlich mit seinen Emotionen zu kämpfen hatte: "Das lief 1992 nach dem letzten Spiel, da sind wir mit Optik zum ersten Mal aufgestiegen."

26 Jahre später kehrt der FSV nach einem 3:1 gegen den Malchower SV erneut in die Regionalliga zurück. Dass ganz am Ende die Akteure beider Vereine jubelten, war eine schöne Randnotiz.

Es war ja das einzige der acht Oberligaspiele, in dem es für beide Kontrahenten um etwas ging. Rathenow wollte den Aufstieg auch rechnerisch sicher machen, die Inselstädter die Relegation vermeiden. Das drückte sich auch in der Zuschauerzahl aus. 649 Fans hatten ihren Obolus entrichtet, dazu kamen noch zahlreiche Kinder, vor allem die Nachwuchskicker, die mit ihren Idolen einlaufen durften.

Zu Beginn zeigte sich der FSV druckvoll wie lange nicht mehr. Allein Murat Turhan hatte drei gute Gelegenheiten. Aber wie so oft, mit der ersten echten Chance machte der Gegner das 0:1. Tobias Täge traf mit einem Schuss ins lange Eck.

Optik blieb unbeeindruckt, zog sein Spiel weiter durch. Viel ging erfreulicherweise über außen, vor allem über rechts. Sekunden vor dem Pausenpfiff fiel dann der verdiente Ausgleich. Murat Turhan schlenzte einen Freistoß wunderschön zum 1:1 über die Mauer.

Aus der Kabine kamen die Gäste zwar zu elft, aber dennoch nicht komplett. Nach dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Johannes Schipke aus Halle müssen wohl ein paar unpassende Worte gefallen sein, jedenfalls verbrachte Trainer Christopher Stoll die zweite Hälfte stehend hinter der Barriere.

Von dort aus sah er eine Optik-Elf, die nun total dominant war. Nii Bruce Weber, Kevin Adewumi und Caner Özcin vergaben zwar ihre Möglichkeiten, irgendwie hatte man aber stets das Gefühl, Rathenow macht das Tor noch. Erst recht, nachdem sich zwei Malchower kurz nacheinander verabschiedeten. Saheed Mustapha foulte Caner Özcin lange nachdem der Ball weg war - glatt Rot war die Konsequenz. Und 120 Sekunden später ließ sich Jacob Grabow, der ebenso wie Jerome Leroy auf der anderen Seite ein unglaubliches Laufpensum absolvierte, völlig entkräftet auswechseln.

Flanke Benjamin Wilcke, Kopfball Murat Turhan - beim 2:1, dem 33. Saisontor von Murat, zeigte der neue Oberligameister, wie einfach und schnörkellos Fußball sein kann. Gleich in der nächsten Szene gab es die endgültige Entscheidung. Cüneyt Top umkurvte nach einem Steilpass noch Torhüter Paul Buschke und schoss aus spitzem Winkel zum 3:1 ins Netz.

In der Schlussphase war auf der Rathenower Bank mehr los als auf dem Platz: Sektflaschen öffnen, die Aufstiegsshirts bereitlegen... Kurios wurde es in der Nachspielzeit. Ein Gästefreistoß wurde abgefangen, Luiz Schack hatte beim Konter freie Bahn zum Tor, da pfiff der Schiri ab. An diesem Tag war es egal, jetzt begann auch auf dem Rasen der Jubel, der auf den Rängen schon minutenlang vorher losging.

Am Ende gab es nur Sieger, denn nach einigen Minuten bangen Wartens im Anstoßkreis erreichte Malchow die Kunde von der Niederlage des CFC Hertha 06 und der damit vermiedenen Relegation. Dann ging es los mit der Zeremonie. Staffelleiter Ulf Kuchel und der Präsident des Brandenburgischen Fußballverbandes, der ehemalige FIFA-Referee Siegfried Kirschen übergaben Kapitän Jerome Leroy den Meisterpokal, mit dem die Mannschaft auf eine Ehrenrunde ging.

Christopher Stoll: "Glückwunsch an Rathenow für eine tolle Saison. Der Sieg für Optik war verdient, sie haben immer wieder Druck gemacht, da waren wir nicht in der Lage mitzuhalten. Und trotzdem freue ich mich total. Ich habe die Mannschaft im Winter mit der klaren Aufgabe, die Klasse zu halten übernommen. Das ist eine runde Sache, gemeinsam feiern zu dürfen. Danke an Zehlendorf, für fairen Wettbewerb bis zum Schluss."

Ingo Kahlisch: "78 Punkte sind überragend. Wir haben sicher nicht alles richtig gemacht, aber am Ende sind wir souveräner Meister. Ich denke, für einen Amateurverein haben wir ein überragendes Umfeld. Danke an die vielen Ehrenamtler, sie sind die Säule unseres Vereins. Danke auch an die Sponsoren. Auch in der Regionalliga wollen wir bescheiden und ordentlich auftreten. Ich hoffe, das ist noch mal ein Weckruf für die Region. Es geht uns doch nicht um Profifußball! Es gibt keinen besseren Marketingwerbeträger für die Stadt!"

Bürgermeister Ronald Seeger: "Die Stadt weiß um die Probleme. In der Regionalliga benötigt der FSV mehr Geld. Dazu brauchen wir ein Konzept für den FSV Optik, daran arbeiten wir in den nächsten Wochen."

Später, als längst das Freibier in Strömen floss, versprach der Coach den Fans: "Wir werden alles geben, um gemeinsam mit euch nächste Saison den Klassenerhalt zu schaffen!"

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Video: Spielszenen und Abpfiff

Video der Pokalübergabe

Video der Pressekonferenz

RATHENOW: Rogall - Adewumi, Turan, Bilbija, Wilcke - Langner, Baudis (82. Schack) - Özcin (74. Top), Leroy, Weber (56. Kapan) - Turhan

MALCHOW: Buschke - Lagiewczyk, Schameitke (G), Fentzahn (G), Quaschning - Mustapha (70.R), Grabow (72. Rodriguez), Voß, Billep (85. Plassmann) - Täge, N`Diaye

TORE:
0:1 Täge (24.)
1:1 Turhan (45.)
2:1 Turhan (79.)
3:1 Top (81.)