FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

OBERLIGA

"K.O." IN DER NACHSPIELZEIT

Beim SC Staaken kassiert Optik in der dritten Minute der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich.

"Wir haben doch drum gebettelt!" So kommentierte Ingo Kahlisch die letzte Szene der Partie zwischen dem SC Staaken und dem FSV Optik. In der letzten der angezeigten drei Nachspielminuten erzielten die Gastgeber den 2:2-Ausgleich.

Gleich drei Umstellungen gab es in der Startelf der Rathenower. Süleyman Kapan, Burak Tasar und Emre Turan standen von Beginn an auf dem Platz. Und los ging es richtig wild. Murat Turhan sah, dass Torhüter Lukas Hesse weit vor dem Kasten stand und zog sofort ab. Ging dieser Versuch nach wenigen Sekunden knapp daneben, gab es wenig später Jubel bei etwa der Hälfte der 172 Zuschauer. Kapan tankte sich über links bis zur Grundlinie durch, seine genaue Eingabe schob Turhan locker zum 0:1 über die Linie.

Dann das selbe Szenario auf der anderen Seite. Auch Sebastian Gigold durfte beim 1:1 nach einem von links kommenden Ball mühelos einnetzen. Da beide Teams nachlegen wollten, blieb es interessant. Das sonst oft übliche Mittelfeldgeplänkel blieb fast völlig aus, weite Pässe nach vorn waren zu sehen. Ein Beispiel aus der 16. Minute: Murat Turhan scheitert an Lukas Hesse, im direkten Gegenzug eine gute Rettungsaktion von Bjarne Rogall gegen Marcel Bremer.

Allmählich verlor sich die Intensität der Auftaktphase. Rathenow stand bei weitem nicht so kompakt wie gewohnt. So erarbeiteten sich die Gastgeber mit rustikalem Männerfussball, aber auch manch technischem Schmankerl ein leichtes Chancenplus. Bei der Anzahl jedenfalls, von der Qualität her hätte der Sportclub nach einer halben Stunde führen müssen. Im Duell der beiden besten Akteure auf dem Platz lenkte Bjarne Rogall den Schuss von Jesucristo Kote Lopez artistisch an den Pfosten, um den Nachschuss dann spektakulär von der Linie zu kratzen. Kurze Zeit später war ein Lupfer von Louis Guske minimal zu hoch angesetzt. Optik berappelte sich wieder und hatte seinerseits noch eine gute Chance durch Süleyman Kapans Direktschuss, knapp am Tor vorbei.

Erst nach der Pause schienen alle 22 Kicker zu bemerken, dass über den Kunstrasenplatz ein eiskalter, stürmischer Wind fegte. Auf einmal gab es kaum noch strukturierte Aktionen, viele Pässe und Abschlüsse landeten im Seitenaus oder flogen hoch über die Tore. Die beiden einzigen gefährlichen Versuche gab es, wie könnte es anders sein, durch Kote Lopez gegen Rogall, wobei der FSV-Keeper erneut Sieger blieb. Das ging so, bis zwei Drittel des Matches gespielt waren.

Nach einer Stunde jubelten die gut 80 Rathenower Anhänger zu früh. Der Schuss von Jerome Leroy landete am Pfosten, auch der zweite Versuch von Murat Turhan war nicht von Erfolg gekrönt. Mit einem Doppelwechsel versuchten die Verantwortlichen von Optik, noch einmal neue Anreize zu setzen. Und so nach und nach fanden die Gäste, zumindest in der Offensive, die richtigen Mittel. Murat Turhan und Cüneyt Top verpassten die erneute Führung. Besser machte es da Caner Özcin. In der 80. Minute musste er nach guter Vorarbeit von Top nur noch den Fuß hinhalten.

Was dann kam, war unerklärlich. Statt konsequent zu verteidigen, wurde es hinten mit Übersteigern und Querpässen versucht. Lange sah es dennoch nach einen Auswärtssieg aus. In der Nachspielzeit bekam der SCS einen Freistoß zugesprochen, der zwar abgewehrt wurde, doch für den mit Anlauf aus dem Rückraum kommenden Louis Guske fühlte sich niemand zuständig. Der platzierte Schuss schlug unhaltbar neben dem Pfosten zum 2:2 ein. Vom Spielverlauf her vielleicht gar nicht mal unverdient, hat Rathenow wegen des Zeitpunktes des Ausgleichs klar zwei Punkte verschenkt.

Ingo Kahlisch: Für die Zuschauer war es ein spannendes Spiel. Es gab viele Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Um den Ausgleich haben wir gebettelt, nicht kompakt, kein gutes Zweikampfverhalten - Staaken hat sich den Punkt hundertprozentig verdient." Und auf die Frage eines Journalisten, ob das ein Rückschlag im Aufstiegskampf gewesen sei: "Ach, ich hab doch nach dem TeBe-Spiel meine Meinung gesagt. Eigentlich habe ich keine Lust mehr, es jede Woche zu wiederholen. Wir sind keine Überfliegermannschaft. Die Jungs müssen das lernen, daran werden wir arbeiten."

Jeffrey Seitz: "So kompakt wollten wir stehen, uns nach der Vorwoche wieder Selbstvertrauen holen. Das war insgesamt eine sehr, sehr gute Leistung, wir haben lange das Spiel gemacht. Und nach dem erneuten Rückstand haben wirklich alle dran geglaubt, dass wir noch einen Punkt holen können. Das spricht für den Charakter der Mannschaft. Jetzt gilt es, auch mal Konstanz über einen längeren Zeitraum reinzubekommen."

Optik: Rogall - Watanabe, Bilbija (G), Turan, Wilcke - Langner, Tasar - Özcin, Leroy (G/63. Ortiz), Kapan (63. Top) - Turhan

Tore:
0:1 Murat Turhan (6.)
1:1 Sebastian Gigold (8.)
1:2 Caner Özcin (80.)
2:2 Louis Guske (90.+3)