FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

OBERLIGA

SCHWER ERKÄMPFTER HEIMSIEG

Gegen spielstarke und mutige Charlottenburger kämpft sich Optik mit Mühe und erst spät zu einem 3:2-Sieg.

In der Saison gleicht sich alles aus. Für diesen Spruch musste man früher bei einem privaten Sportsender fünf Mark ins Phrasenschwein stecken. Beim FSV Optik ist der Satz erstaunlich schnell Realität geworden. Eine Woche nachdem ein toller Freistoß die erste Saisonniederlage einleitete, wurde das bislang schlechteste Heimspiel durch einen traumhaften Standard mit 3:2 gewonnen.

Wie angekündigt, gab es in der Startformation einen Wechsel. Der angeschlagene Emre Turan blieb unten, für ihn kam Patrick Baudis in der Innenverteidigung zum Einsatz. Aussehen tat es allerdings eher, als ob sich alles, was bei Rathenow defensiv agieren sollte, kurz vor dem Anpfiff erstmals begegnete.

Unglaublich viele leichte Ballverluste sorgten immerhin dafür, dass die erste Halbzeit sehr unterhaltsam wurde. Der CFC hielt sich nicht lange mit Mittelfeldgeplänkel auf. Weit und schnell nach vorne mit dem Ball - und da lauerte ein Mohamed Toure, der nie zu stellen war. Zum Glück fehlt dem wieselflinken Außenbahnakteur noch der richtige Torriecher.

Nach vorne ging es aber auch bei Optik recht zügig, so dass es hüben wie drüben Strafraumszenen en Masse gab. Die beste Gelegenheit hatte dabei Murat Turhan, an dessen Kopfball Keeper Ferdinand Hahn nicht heran kam, Tolunay Aydin schlug den Ball von der Linie.

Etwas überraschend fiel das 1:0, die Szene sah zunächst gar nicht so gefährlich aus. Jerome Leroy nahm den Ball gut mit und schloss überlegt ab. Keine 120 Sekunden später bestrafte Nico Donner die Inkonsequenz gleich dreier Rathenower mit einem Abstaubertor zum 1:1-Ausgleich.

Jetzt waren es die Hauptstädter, die zu lange jubelten. Murat Turhan traf per Kopf zum 2:1, Leroy hatte von rechts geflankt. Ehrlicherweise muss gesagt werden, dass der FSV da in Überzahl war, Volkan Dikmen wurde gerade außerhalb des Platzes behandelt.

Tempo, Spielwitz, Zweikampfstärke - alles, was einen Tabellenführer auszeichnet, bekamen die Fans in der zweiten Hälfte geboten. Allerdings nicht von den Roten, sondern von Charlottenburg! Immer wieder Toure, später auch Ali Ayvaz, der gerade noch gebremst wurde - lange ging es gut.

Dann wechselte Sedat Akova Osasu-Marcel Igumah ein. In seinem ersten Spiel brauchte der gerade fünf Minuten, dann stand es 2:2. Vorarbeit? Klar, Mohamed Toure. Rathenow, bis dahin ein einziges Mal gefährlich, als nach gut einer Stunde Caner Özcin am Kasten vorbeiköpfte, bekam wenig später noch einmal eine Freistoßchance. Am rechten Strafraumeck legte sich Murat Turhan das Leder zurecht. Und wie der Lange das Spielgerät dann ins Dreiangel zwirbelte, entschädigte für vieles an diesem trüben Nachmittag.

Es blieb beim 3:2, auch wenn die 06er alles nach vorne warfen. In einer unübersichtlichen Situation landete die Kugel noch am Pfosten, da war jedoch die Abseitsfahne schon oben. So gab es schließlich drei glückliche Punkte, aber das gehört wohl dazu, wenn am Ende ein Platz ganz oben in der Tabelle herausspringen soll.

Sedat Akova: "Das war eine sehr unglückliche Niederlage für meine Mannschaft. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir aufopferungsvoll gekämpft und auch gespielt. Ich weiß, dafür können wir uns nichts kaufen, aber wir hätten hier einen Punkt verdient gehabt. Gegen den zukünftigen Meister haben wir eine starke Leistung geboten."

Ingo Kahlisch: "Wir haben ein schwieriges Spiel gewonnen. Ich habe es schon vor vierzehn Tagen nach dem TeBe-Spiel gesagt und möchte es noch einmal betonen, wir müssen kompakt stehen und immer an unsere Leistungsgrenze gehen, sonst bekommen wir auch gegen normale Oberligagegner Schwierigkeiten. Obwohl, unseren Gegner heute fand ich sehr spielstark. Jetzt lassen wir erst mal sacken und freuen uns über den Sieg."

RATHENOW: Rogall - Watanabe, Baudis, Bilbija, Wilcke - Langner, Ortiz (76. Tasar/G) - Top (70. Kapan), Leroy, Özcin (86. Adewumi) - Turhan

CHARLOTTENBURG: Hahn - Aydin (84. Sternberg), Samardzic, V. Dikmen, Arslan - Alkan (G/74. Igumah), D. Dikmen - Toure, Eryigit (G/87. Sagir), Donner - Ayvaz

TORE:
1:0 (28.) Jerome Leroy
1:1 (30.) NicoDonner
2:1 (34.) Murat Turhan
2:2 (79.) Osasu-Marcel Igumah
3:2 (81.) Murat Turhan