FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

LANDESPOKAL

MIT BLITZSTART INS VIERTELFINALE

Mit einem 4:2-Sieg beim VfB Krieschow zieht Optik ins Viertelfinale des Landespokals ein.

Foto: Christoph Laak

"Da kann man sich gar nicht freuen." Co-Trainer Marcel Subke hatte nach dem Abpfiff eines Spiels, das weit weniger spektakulär war, als es das Ergebnis vermuten lässt, immer noch die Szene kurz vor Schluss im Sinn. Bei Süd-Oberligist VfB Krieschow setzte sich der FSV Optik im Pokalachtelfinale mit 4:2 durch, kassierte aber eine total unnötige Rote Karte.

Was Rathenow auf der kleinen, aber feinen, topgepflegten Anlage im Kolkwitzer Ortsteil anfangs zeigte, war ein Blitzstart aus dem Lehrbuch. Als nämlich der des öfteren unsichere Max Oberschmidt nach acht Minuten einen Kopfball von Murat Turhan hielt, hatte ihm der Optik-Stürmer bereits zweimal den Ball ins Netz geschossen. Erst aus der Drehung, gar nicht einmal sonderlich scharf, aber sehr platziert genau ins rechte untere Eck zum 0:1. Und dann nach einem schönen Solo von Kevin Adewumi, dessen Abschluss der Keeper nicht festhalten konnte - 0:2.

Ingo Kahlisch hatte sich entschieden, den Torwart zu wechseln. Lukas Kycek stand nach zwölf Minuten erstmals im Mittelpunkt, als Martin Dahm zwar vorbeischoss, nach Ansicht von Schiedsrichter Matthias Alm aus Fürstenwalde dabei aber regelwidrig vom Rathenower behindert wurde. Torjäger Andy Hebler verwandelte den Elfmeter sicher zum 1:2-Anschluss.

War dies eine 50:50-Entscheidung, gab es für den Unparteiischen bei allem, was nach Hand aussah, keinerlei Ermessensspielraum. Jeglichen Kontakt, ob angeschossen, angelegter Arm oder Absicht, zog einen Freistoß nach sich. Davon profitierten die Gäste nach einer mehr unbeholfenen Aktion von Florian Bernhardt. Der ganz schlecht stehende Max Oberschmidt ließ das Leder im kurzen Eck einschlagen. Die letzte Chance vor der Pause hatte Marcus Stachnik, dessen Flanke halb durch den böigen Wind, halb erneut vom Stellungsfehler des Torhüters beinahe im Tor gelandet wäre.

Auch nach Wiederanpfiff lohnte sich für die 157 Zuschauer die pünktliche Rückkehr von Bier- und Bratwurststand. Ein totales Durcheinander im Strafraum nutzte Murat Turhan im Nachschuss zum 1:4. Keine 60 Sekunden später blieb den Gastgebern der Trost, das schönste Tor der Partie erzielt zu haben. Ein unhaltbarer Volleykracher von Martin Dahm ins linke Dreiangel sorgte für den 2:4-Endstand.

Es passierte danach nämlich nicht mehr viel. Krieschow, das schon nach einer halben Stunde zweimal verletzungsbedingt wechseln musste - gute Besserung an Philipp Knapczyk, dessen Oberschenkelblessur gar nicht gut aussah - fiel nicht mehr viel ein. Der FSV verzettelte sich oft, bot leider meist nur noch Einzelaktionen, wirkte teilweise auch unkonzentriert. Murat Turhan verzog in der 62. und 80. Minute knapp, das wars.

So hätte die Partie austrudeln können, wäre da nicht die offiziell 87. Minute gewesen (tatsächlich lief bereits die 90.) Nach einem Ballverlust im Mittelfeld zog Süleyman Kapan seinen Gegenspieler am Trikot, woraufhin beide zu Boden gingen. Passiert, Gelb, weiter - so dachten alle. Im Fallen zeigte Süle jedoch eine vollkommen unangemessene Reaktion, so dass der Referee auf Platzverweis entschied. In Überzahl kam der VfB noch zu einer Dreifachchance, bei der zunächst Lukas Kycek bravourös parierte, den Nachschuss schlug Emre Turan von der Linie und der dritte Versuch rollte haarscharf am langen Pfosten vorbei.

Beim Abpfiff hielt sich der Jubel arg in Grenzen. Erst beim Dank an die Zuschauer konnte einer lachen. Unter die mitgereisten Fans hatte sich beim Abklatschen heimlich, still und leise der im nahen Burg/Spreewald wohnende Matthias Lettow gemischt, der von Jerome Leroy, beide standen einst zusammen auf dem Platz, freudig begrüßt wurde.

Auch Ingo Kahlisch plauderte erst einmal mit "Professor" Lettow, wie er seinen Ex-Spieler noch immer tituliert und meinte dann: "Insgesamt war es ein verdienter Sieg. Nach der sehr schnellen Führung machen wir uns das Leben wieder mal selber schwer. Hauptsache, wir sind eine Runde weiter. Ach ja, Rot war natürlich berechtigt."

Neben vier Verbands- und drei Regionalligisten steht Optik damit als einziges Oberligateam im Viertelfinale.

Optik: Kycek (G) - Wilcke, E. Turan, Moushi (46. Kapan/87.R), Stachnik - Langner, Ortiz - Adewumi (85. Yildiz), Leroy, Top - Turhan

Tore:
0:1 ( 2.) Turhan
0:2 ( 5.) Turhan
1:2 (13.) Hebler (FE)
1:3 (37.) Leroy
1:4 (48.) Turhan
2:4 (49.) Dahm

Das Achtelfinale im Überblick:

MSV 1919 Neuruppin - FC Strausberg 1:0
Brandenburger SC Süd 05 - SV Babelsberg 03 2:4
FSV Bernau - FC Energie Cottbus 1:6
SV Schwarz-Rot Neustadt - SG Union Klosterfelde 0:3
FV Preussen Eberswalde - FC Stahl Brandenburg 1:2
Ludwigsfelder FC - Oranienburger FC Eintracht 1901 4:1
SV Altlüdersdorf - FSV Union Fürstenwalde 1:5
VfB 1921 Krieschow - FSV Optik Rathenow 2:4