FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

OBERLIGA

"KEINE WUNDERDINGE"

Vor dem Auswärtsspiel beim FC Mecklenburg Schwerin dämpft Optik-Trainer Ingo Kahlisch allzu große Erwartungen.

Das schlug ein, wie eine Bombe: Am Mittwochabend war auf der Homepage von Optiks nächstem Gegner zu lesen: "Die Trainertätigkeit von Martin Pieckenhagen beim FC Mecklenburg Schwerin endet mit sofortiger Wirkung. Der Rücktritt von Martin Pieckenhagen erfolgte auf Grund unüberbrückbarer Differenzen zwischen einigen Teilen des Vorstandes und Martin Pieckenhagen."

Neuer Chefcoach bei den Landeshauptstädtern ist einer, der in Rathenow bekannt ist, der aber auch seinerseits den FSV kennt. Enrico Neitzel, einst Toptorjäger bei Lok Stendal und vor allem dem FC Schönberg, dann Profi in Erfurt, Lübeck, Emden und Rostock steht seit Donnerstag im Lambrechtsgrund an der Seitenlinie.

Organisierten Fußball gibt es in Schwerin länger als in Rathenow. Schon 1900 nahmen zwei Vereine den Spielbetrieb auf. Aus DDR-Zeiten sind Dynamo und die ISG Schwerin-Süd bekannt, die lange Jahre in der DDR-Liga kickten. Der heutige FC hat eine eher ungewöhnliche Historie, endstand er doch 2013 aus einer Fusion der Fußballer von Eintracht Schwerin mit dem schon bestehenden Förderverein Mecklenburg Schwerin.

Nach einem guten Start, einem 1:0 in Brieselang folgte ein 4:4 gegen Zehlendorf, musste der Aufsteiger zuletzt zwar fünf Niederlagen einstecken und ist auf Rang 15 abgerutscht. Dennoch kam der Trainerwechsel unerwartet, zumal der FCM im Landespokal am vergangenen Wochenende erfolgreich war. Aber wenn man die Pressemitteilung wörtlich nimmt, spielten sportliche Aspekte möglicherweise gar nicht die Hauptrolle.

Ingo Kahlischs Ausblick auf das Spiel klingt zwar nach Zweckoptimismus: "Keine Wunderdinge, wir wollen ordentlich spielen und einen Punkt mitnehmen!". Doch er liefert die Begründung gleich hinterher: "Die Trainingsbeteiligung in den letzten beiden Wochen war sehr überschaubar. Schule, Arbeit, Lehrgänge - täglich fehlten vier oder fünf Leute." Wie es gehen soll in Schwerin, darauf hat der Trainer sein Team schon eingeschworen: "Die ganze Mannschaft muss funktionieren, ein Murat oder ein Süleyman allein können es nicht richten."

Auch wenn Süleyman Kapans Verpflichtung bei vielen Fans Euphorie auslösen dürfte - keiner sollte vergessen, dass der Mittelfeldakteur seit April kein einziges Spiel mehr bestritten hat und zudem dabei ist, sich eine berufliche Existenz aufzubauen und dadurch ebenfalls nur unregelmäßig trainiert. Deshalb also "keine Wunderdinge."

Ein wichtiger Hinweis für alle, die den FSV am Samstag ab 14 Uhr unterstützen wollen: Gespielt wird nicht im Sportpark Lankow, sondern im Stadion Lambrechtsgrund in der Wittenburger Straße, nur wenige Minuten Fußweg vom Bahnhof Schwerin-Mitte entfernt.